Prellball-Bundesliga

Rechenspielen folgt die Rettung

Der MTV Eiche Schönebeck kann weiterhin mit zwei Männer-Mannschaften in der Prellball-Bundesliga antreten.
19.02.2018, 09:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine Lange
Rechenspielen folgt die Rettung

Der MTV Eiche Schönebeck I (unser Bild) schaffte mit Schützenhilfe der eigenen Zweiten den Klassenerhalt in der Bundesliga.

Christina Kuhaupt

Schönebeck. Der MTV Eiche Schönebeck darf weiterhin mit zwei Männer-Mannschaften in der Prellball-Bundesliga antreten. Doch bevor das feststand, wurde gezittert. In der Abschlussrunde war Team eins auf Schützenhilfe der eigenen „Zweiten“ angewiesen, um den Klassenerhalt zu realisieren. In Berlin kämpften nämlich auch die Mitabstiegskandidaten Charlottenburger TSV und TSV Marienfelde II verbissen um den Verbleib in der höchsten Liga. Die beiden Berliner Mannschaften blieben letztlich auf der Strecke, ebenso der MTV Osterode. Den Meistertitel sicherte sich der MTV Mark­oldendorf, der den TSV Marienfelde I im Endspurt noch überholte.

„Das war haarscharf. Wir haben nach jedem Durchgang gerechnet. Und ständig hat sich die Situation geändert“, verriet MTV-Trainerin Inge Mahler nach dem packenden Saisonfinale. Entspannen konnten sie sich und ihre Teams erst nach dem 29:28-Sieg des MTV II über den Charlottenburger TSV.

Unmittelbar vor dem vierten Spieltag ­hatte die Trainerin Mahler schon alle Felle davon schwimmen sehen: Denn kurz vor der ­Reise nach Berlin erreichte sie die Hiobsbotschaft, dass mit Pascal Knoop, der einen Arbeitsunfall hatte, ein weiterer Stammspieler der zweiten Mannschaft ausfallen würde. Die ohnehin angespannte Personalsituation verschärfte sich noch einmal. Zur Hilfe kam M40-Spieler Friedhelm Wolf, der spontan einsprang.

In Berlin legte der MTV I, der auf Abstiegsrang elf ins Rennen gegangen war, mit einem 41:31-Sieg gegen Schlusslicht MTV ­Osterode den Grundstein zum späteren Klassenerhalt. Dabei präsentierte sich das Schönebecker Quartett in glänzender Verfassung. Allerdings blieb es bei diesem einen Höhenflug. Schon in der zweiten Partie gegen den TuS Concordia Hülsede lief beim MTV nichts mehr zusammen (29:35). Die entscheidenden Zähler zum Klassenerhalt wollte das Team danach gegen den Mitabstiegskandidaten TSV Marienfelde II einsacken.

Doch die Berliner zeigten die Zähne, setzten sich bissig in Szene. Schnell waren die Schönebecker hoffnungslos in Rückstand geraten – teilweise mit zehn Bällen. Uneinholbar für die nicht gut aufeinander abgestimmte MTV-Crew. „Nach der 26:35-Niederlage war der Frust im Team groß,“ berichtete Inge Mahler. Die Aussicht, in den noch folgenden drei Partien punkten zu können, war aussichtslos. Denn mit dem MTV Schladen (29:35), dem späteren Meister TSV Markoldendorf (19:42) und der SG Arbergen-Mahndorf (27:35) standen ausschließlich Spiele gegen übermächtige Gegner auf dem Programm.

Schützenhilfe leistete die zweite Mannschaft des MTV. Der Aufsteiger mit doppeltem Ersatz präsentierte sich erneut von seiner besten Seite. Inge Mahler lobte das Team in höchsten Tönen, war begeistert vom kämpferischen Einsatz und der charakterlichen Stärke ihrer Prellballer. Als Trio auf dem Feld schlug zunächst eine 23:34-Niederlage gegen den TV Sottrum zu Buche. Frischen Mutes stellten sich die Schönebecker danach dem TuS Aschen-Strang II. „Da sind sie sofort gut ins Spiel gekommen und haben ständig geführt. Nur kurz vor Schluss wurden sie unsicher“, erzählte Inge Mahler. Beim 25:25 glich der Gegner zum ersten Mal aus (25:25). Am Ende war aber das Glück aufseiten der Schönebecker, die mit dem Abpfiff den Siegtreffer erzielten (29:28).

Nach einer 27:30-Niederlage gegen TuS Aschen-Strang I folgte das Schicksalsspiel gegen den Charlottenburger TSV. Da stand schon fest, dass die eigene erste Mannschaft nur noch durch ein Unentschieden oder einen Sieg gegen die Berliner zu retten war. Und jetzt als Viererteam angetreten gelang die Rettung. In der spannenden Partie lagen die Schönebecker nie mehr als drei Bälle in Front. Zwei Minuten vor dem Ende wurde es eng: Beim Stande von 29:27 schlug Moritz Wolf eine Angabe ins Aus. „Danach hieß es nur noch aufpassen, aufpassen, aufpassen“, erzählte Inge Mahler. Das gelang, und beim 29:28-Sieg war Team eins gerettet.

Mit einem weiteren Erfolg gegen den MTV Osterode (37:33) und einer 39:26-­Niederlage gegen Hülsede beendete der Bundesliga-Aufsteiger die Saison auf Platz sieben.

MTV I: Taurat, Wilksen, Baumgarten, ­Olsen; MTV II: Kroffke, Mahler, Moritz Wolf, Friedhelm Wolf.

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