Deutscher Handballbund will zur kommenden Saison sechs Staffeln in der 3. Liga der Frauen ins Leben rufen Reform stößt auf Gegenwind

Noch gibt es in der 3. Liga vier Staffeln. Das könnte sich zur Saison 2015/2016 ändern. Denn der Deutsche Handballbund (DHB) will die dritthöchste Spielklasse der Frauen reformieren. In Zukunft könnte es sechs Staffeln mit jeweils acht Teams geben. Die geplanten Änderungen würden somit auch den TV Oyten betreffen.
06.02.2015, 00:00
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Reform stößt auf Gegenwind
Von Florian Cordes

Noch gibt es in der 3. Liga vier Staffeln. Das könnte sich zur Saison 2015/2016 ändern. Denn der Deutsche Handballbund (DHB) will die dritthöchste Spielklasse der Frauen reformieren. In Zukunft könnte es sechs Staffeln mit jeweils acht Teams geben. Die geplanten Änderungen würden somit auch den TV Oyten betreffen.

Reformen sind im deutschen Handball keine Seltenheit. So wurden zur Saison 2010/2011 die fünf Regionalligen abgeschafft und durch die aktuell bestehenden vier dritten Ligen ersetzt. Bei den Frauen soll es laut der aktuellen DHB-Spielordnung zur kommenden Serie aber erneut eine gravierende Änderung geben. Spielen derzeit noch 56 Mannschaften in vier Staffeln, sollen es ab der Saison 2015/2016 nur noch 48 Teams in sechs Staffeln sein. Pro Staffel würden dementsprechend acht Klubs antreten. Laut DHB sollen die Gruppen nach regionalen Gesichtspunkten eingeteilt werden. Die Reform würde auch die erste Frauenmannschaft des TV Oyten betreffen.

Dass der DHB die Liga erneut neu aufstellen will, habe vor allem einen Grund: Es soll eine größere Leistungsstärke geben, erklärte Horst Keppler, Spielkommissionsvorsitzender der 3. Liga der Frauen, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Dadurch, dass die Staffeln nach geografischen Gesichtspunkten eingeteilt werden, gäbe es mehr Lokalderbys und kürzere Anfahrtswege.“ Es würden also auch Gelder gespart werden.

Laut Keppler wurde der Modus bereits geplant. Die acht Teams in den sechs Staffeln sollen zwischen September und Dezember jeweils in Hin- und Rückspielen gegeneinander antreten. Auf jeden Klub warten dementsprechend 14 Partien. „Danach werden benachbarte Staffeln sechs neue Gruppen bilden“, sagte Horst Keppler. Die besten Vier jeder Staffel ziehen in drei Aufstiegsrunden ein, die vier Letztplatzierten dagegen in drei Abstiegsrunden. Auch in diesen Runden warten auf die einzelnen Mannschaften 14 Spiele. „In die 2. Bundesliga steigen am Ende die drei Staffelsieger auf, absteigen müssen dagegen die jeweils vier Letzten der drei Abstiegsrunden“, erläuterte der Kommissionsvorsitzende. Insgesamt müssten somit zwölf Teams den Gang in die Oberliga antreten.

Horst Keppler geht momentan davon aus, dass die Reform zur neuen Saison kommt: „Einziges Fragezeichen ist, ob die Änderung der Spielordnung, die der Bundesrat des DHB im Juni beschlossen hat, rechtens ist.“ Laut Keppler haben einige Landesverbände ihre Sorgen mit der geplanten Ligastruktur. Denn wegen der Reduzierung von 56 auf 48 Mannschaften, dürften nur noch sechs statt der bisher zwölf Oberligisten den Aufstieg feiern – durch eine Relegation müssten die Aufsteiger ausgespielt werden. Der Titelträger der Oberliga Nordsee träfe etwa auf den Meister der Oberliga Westfalen.

Beim Bremer Handballverband (BHV) und beim Handballverband Niedersachsen (HVN) ist man von den Ideen des DHB allerdings wenig begeistert. Zum einen, weil der Meister der Oberliga Nordsee noch eine Aufstiegsrelegation absolvieren müsste. Zum anderen habe sich der DHB nicht richtig verhalten, meinte Jens Schoof, Vizepräsident für den Bereich Spieltechnik im BHV: Die Landesverbände seien über die Änderung der DHB-Spielordnung und der Aufstiegsregelung zur 3. Liga nicht ausreichend informiert worden. „Wir sind momentan in einer Findungsphase und stehen auch mit anderen Verbänden in Kontakt“, sagte Schoof. „Es läuft wohl darauf hinaus, dass wir gegen die geplante Reform eine Klage einreichen.“

Beim direkt von der Reform betroffenen TV Oyten sieht man die Angelegenheit recht entspannt. „Eine Reform, die die Vereine finanziell entlastet, ist bei uns natürlich immer gerne gesehen“, sagte Oytens Drittliga-Trainer Sebastian Kohls im Gespräch mit unserer Zeitung. „Außerdem müssten wir weniger Kilometer zu den Auswärtsspielen fahren.“ Dennoch findet Kohls auch einen kritischen Ansatz. Für den Coach sei die geplante Reform nicht zu Ende gedacht. Es könne passieren, dass die Kluft zwischen der 2. und der 3. Liga noch größer werde, sagte Kohls. Er plädiert weiterhin dafür, dass der DHB zur zweigleisigen 2. Bundesliga zurückkehrt, so wie es sie bis zum Ende der Saison 2010/2011 noch gegeben hat. Sebastian Kohls vertritt schon seit langer Zeit die Meinung, dass kleineren Vereinen durch die Eingleisigkeit der Sprung in die 2. Bundesliga erschwert wird. Finanzieller und organisatorischer Aufwand seien zu groß.

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