Reiten Siegregen für Harm Lahde bei den Urban ClassX

Harm Lahde nahm zum ersten Mal an der Turnierserie Urban ClassX teil. Bei seiner Premiere räumte der Reiter des RV Aller-Weser kräftig ab.
02.03.2021, 12:33
Lesedauer: 3 Min
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Von Bettina Gnaß

Schon so einige Reitsportgrößen haben seit November 2020 den Weg zu der Winter-Turnierserie Urban ClassX in Wüsting gefunden. Am vergangenen Wochenende war aber erstmals der Cheftrainer der Bundesdeutschen Springreiter zugegen. Allerdings hatte der Besuch von Otto Becker rein private Gründe, denn seine Tochter Helena (RV Albersloh) startete unter anderem bei der Springprüfung Klasse L am Freitag. Der moralische Beistand ihres Vaters zeigte Wirkung: Die 14-Jährige holte den zweiten Platz.

Auch für den zweiten neuen Ehrengast der Urban ClassX lief es richtig gut: Harm Lahde, der Chefbereiter des Gestüts Eichenhain im Landkreis Verden, besuchte in 2021 erstmals das Wüstinger Turnier und nutze seinen zweitägigen Aufenthalt voll aus. Der international erfolgreiche deutsche Springreiter hatte sich ein strammes Programm vorgenommen: zwei Tage, zehn Pferde, sechs Prüfungen, insgesamt 16 Nennungen.

Am Doppelerfolg vorbeigeschrammt

Los ging es für Lahde, der für den RV Aller-Weser reitet, gleich am ersten Turniertag zur Mittagszeit: Mit drei Pferden startete er bei der Springpferdeprüfung der Klasse L und zeigte, warum er in der internationalen Reitliga mitspielen kann. Er führte die Stute Delta Air vor den Richtern Birgit Bögel und Rainer Ahlers durch den Parcours zum Sieg in der zweiten Abteilung (Wertnote 8,50). Mit dem Hengst Oaks Grove’s Someday schrammte Lahde knapp am Doppelsieg vorbei und landete auf dem zweiten Platz der ersten Abteilung.

Diesen musste er sich zudem noch teilen. Allerdings blieb es quasi in der Familie, denn neben ihm erhielt auch seine Vereinskameradin Mylene Diederichsmeier die Wertnote 8,40. Mit dem dritten Pferd, dem Oldenburger-Hengst Castilliano SR, langte es dagegen nicht für eine Platzierung, sondern nur für den 22. Rang (Wertnote 7,40). Und auch diesen durfte er sich mit der älteren der Diederichsmeier-Schwestern sowie zusätzlich mit Fabian Clar (RFV Bodenteich) teilen.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es für die Nummer 147 der FEI-Weltrangliste direkt weiter bei der ersten M-Prüfung des Turniers. Auch bei der M*-Springpferdeprüfung erprobte er wieder drei seiner Pferde mit Erfolg. Wieder war es die Stute Delta Air, die ihm den Sieg bescherte, während Oak Grove’s Somebody ihm dieses Mal den fünften Platz schenkte. Der Hengst Doom SR trug Lahde bei seinem ersten Turnierauftritt nur auf den achten Rang im Feld der insgesamt 13 genannten Teilnehmer.

Nur eine Stunde nach dem Beginn der M*-Prüfung startete bereits der nächste Wettbewerb, für den der Verdener genannt hatte. Zur Abwechslung startete der 34-Jährige dieses Mal aber nur mit einem einzigen Pferd, dem Hengst Fipi N. Der dunkelbraune Hannoveraner blieb im Parcours von Werner Tapken fehlerfrei in 70,31 Sekunden und bescherte seinem Reiter damit Platz vier.

Vier Prüfungen an einem Tag

Wer jetzt denkt, dass drei Prüfungen nacheinander genug für einen Tag wären, unterschätzt den erfahrenen Profireiter jedoch. Harm Lahde nahm auch noch den finalen Wettbewerb des Tages mit und startete natürlich wieder mit drei Pferden in der M*-Springprüfung um 17 Uhr. Auch hier heimste er erneut den Sieg ein, dieses Mal mit Fipi N. Zudem holte er auf Castilliano SR den dritten Platz und landete auf Doom SR auf dem 14. Rang. Mit dieser Prüfung war dann aber wirklich Schluss, zumindest für den Donnerstag.

Am nächsten Tag ließ es der Berufsreiter dann aber ein wenig ruhiger angehen und beschränkte sich nur auf die zwei M-Prüfungen des Freitags. Sozusagen wie immer startete er beim mittäglichen M*-Springen mit drei Pferden, landete aber nur mit der Stute Just a Dream in den Plätzen (Rang zwei). Mit dem Hengst Oak Grove’s Oligarch und dem Wallach Mr. Calando reichte es nur für hintere Ränge (Rang 27 und 36).

Als Highlight und Abschluss seines Turnierbesuchs stand für den Reiter des RV Aller-Weser die schwerste Prüfung dieser Urban ClassX auf dem Programm. Für das Zwei-Sterne-M-Springen hatte er – wie sollte es anders sein – erneut mit drei Pferden genannt, zog seinen Start mit dem Wallach Unique SR aber zurück. Übrig blieben also nur Mr. Calando sowie die Stute Gabriella 10. Der Wallach kassierte jedoch 13 Fehlerpunkte und brachte seinem Reiter damit nur den vorletzten Rang ein. Die KWPN-Stute war dagegen in Bestform und legte in 58,05 Sekunden eine Null-Fehler-Runde hin. Somit beendete Lahde das Turnier, wie er angefangen hatte: mit einem Sieg.

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