München Ribéry-Aus: Kein Jammern - Inter bangt um Coach

München/Mailand. Der FC Bayern München will auch ohne den gesperrten Franck Ribéry Fußball-Geschichte schreiben - Inter Mailand kämpft nicht nur gegen den deutschen Meister, sondern auch um seinen Coach.
18.05.2010, 16:35
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München/Mailand. Der FC Bayern München will auch ohne den gesperrten Franck Ribéry Fußball-Geschichte schreiben - Inter Mailand kämpft nicht nur gegen den deutschen Meister, sondern auch um seinen Coach.

Die Münchner setzten sich vergeblich beim Internationalen Sportsgerichtshof CAS gegen die Rot-Sperre für ihren französischen Mittelfeldstar ein, ähnlich erfolglos scheinen alle Mühen der Italiener um ihren Coach José Mourinho zu sein. «Es würde mich wundern, wenn er bliebe», sagte Inter-Besitzer Massimo Moratti italienischen Medien. Die Anzeichen eines Wechsel des exzentrischen Trainers zu Real Madrid verdichten sich. «Adios Mourinho», titelte die «Gazzetta dello Sport».

Abgewiesen wurde vom CAS das Ansinnen der Bayern, die Drei-Spiele- Sperre von Franck Ribéry zu verkürzen und damit eine Finale-Teilnahme am 22. Mai in Madrid zu erwirken. Aber vielleicht haben die Münchner doch etwas gewonnen. Denn durch ihren vehementen Einsatz konnte der Fußball-Rekordmeister weitere Pluspunkte beim Offensivmann verbuchen und die Aussichten auf eine Verlängerung des bis zum 30. Juni 2011 laufenden Vertrages womöglich verbessern.

Noch auf dem Rückflug aus der Schweiz nach München bedankte sich der 27-Jährige bei Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge für den letztlich erfolglosen Einsatz des deutschen Fußball-Meisters. «Er weiß sehr wohl, welche Qualitäten diese FC-Bayern-Familie hat», sagte Rummenigge in München und wiederholte mit Blick auf die Zukunft Ribérys seine Zuversicht. «Unser Ziel ist klar. Wir wollen den Vertrag mit Franck verlängern und ich sehe diese Vertragsverlängerung durchaus optimistisch.»

Weniger Zuversicht herrscht bei den Mailändern rund um ihren Erfolgstrainer. Zwar betonte der 47-jährige Mourinho: «Es ist nicht wahr, dass ich Trainer von Real Madrid bin.» Gleichzeitig räumte der Portugiese nach dem Gewinn des Meistertitels am Wochenende erneut ein, dass er sich in Italien nicht immer wohlfühle. «Das Problem ist, ob ich mich in einem Fußball-Land respektiert fühle oder nicht. Ich habe hier viele Probleme gehabt.»

Vor dem Endspiel gegen Bayern will sich Mourinho nicht festlegen. «Nach dem Finale möchte ich zwei bis drei Tage, um in Ruhe über meine Zukunft nachzudenken», sagte er am Dienstag. Bei Real Madrid, das trotz einer Rekordinvestition von 250 Millionen Euro für neue Spieler ohne Titel blieb, gilt die Entlassung von Trainer Manuel Pellegrini praktisch als beschlossene Sache. Das Madrider Sportblatt «Marca» äußerte die Erwartung, dass die Vereinsführung die Entlassung des Chilenen beschließen könnte. Nach Angaben der Zeitung soll Real mit Mourinho bereits eine mündliche Vereinbarung über eine Verpflichtung des Portugiesen getroffen haben.

Dass die Gerüchte aus Spanien die Vorbereitung der Italiener beeinflussen könnte, glaubt man nicht beim FC Bayern. Zumal nicht nur Inter heiß auf das historische Triple ist, sondern auch Mourinho auf einen Sieg gegen seinen einstigen Lehrmeister Louis van Gaal. «Das sind sicherlich zwei der ausgeschlafensten Trainer, die Europa im Moment zu bieten hat», pries Rummenigge die beiden Fußball-Fachleute an. Beide seien Anfangs in beiden Ländern kritischer gesehen worden und jetzt Helden.

Van Gaal beflügelte nicht nur die eigene Sympathiewerte, sondern auch die des FC Bayern. «Man hat den Eindruck, dass Bayern München etwas widerfährt, was in der Vergangenheit eigentlich noch nie der Fall war. Bayern München war immer bekannt als Club, der sehr polarisierend in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird», beschrieb Rummenigge. «Man hat jetzt fast den Eindruck, dass die ganze Republik uns Pluspunkte verteilt. Selbst die größten Konkurrenten haben uns alles Gute für das Spiel in Madrid gewünscht.» (dpa)

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