Handball-Landesliga: SV Grambke-Oslebshausen feiert 28:26-Heimsieg – Relegation rückt näher

Rosige Aussichten

Oslebshausen. Ab jetzt dürfen die Landesliga-Handballer des SV Grambke-Oslebshausen mehr denn je vom Klassenerhalt träumen. Der 28:26 (15:13)-Heimsieg über die HSG Schwanewede/Neuenkirchen II öffnete ihnen die Tür einen Spalt breit, der jetzt bekannt gewordene Rückzug des TV Gut Heil Spaden zum Saisonende aus der Liga reißt sie ihnen sogar komplett auf.
11.04.2019, 00:00
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Von Olaf Kowalzik
Rosige Aussichten

Routinier Nils Zittlosen (beim Wurf) traf einmal und überzeugte beim 28:26-Heimsieg des SVGO als Motivator.

OLAF KOWALZIK BREMEN +494216447123 und Olaf Kowalzik, Olaf Kowalzik

Oslebshausen. Ab jetzt dürfen die Landesliga-Handballer des SV Grambke-Oslebshausen mehr denn je vom Klassenerhalt träumen. Der 28:26 (15:13)-Heimsieg über die HSG Schwanewede/Neuenkirchen II öffnete ihnen die Tür einen Spalt breit, der jetzt bekannt gewordene Rückzug des TV Gut Heil Spaden zum Saisonende aus der Liga reißt sie ihnen sogar komplett auf.

Die Niedersachsen nehmen aktuell den elften Rang ein und werden durch ihren Rückzug zu einem von zwei Regelabsteigern. Damit rücken die Gelb-Blauen automatisch auf den Relegationsrang vor. Dem SVGO-Interimstrainer Marcel Hägermann genügt das nicht: „Ich will den direkten Klassenerhalt, da ich den Nervenkitzel von Relegationsspielen überhaupt nicht mag“, sagt er. Seinem Team könnte das schon am kommenden Wochenende ohne eigenes Zutun gelingen, wenn der Tabellennachbar SV Beckdorf II sein Lokalderby gegen den VfL Fredenbeck III erwartungsgemäß verlieren sollte. Dann würde der SVGO aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses an den Beckdorfern vorbei ans rettende Ufer schwimmen.

Angesichts solcher schönen Aussichten war das Brüder-Paar Pascal und Steven Hinrichs nach dem Abpfiff bestens gelaunt. Die beiden Rückraumschützen des Gastgebers strahlten derart, als ob sie gerade einen großen Lottogewinn abgeräumt hätten. „Wir haben das Nordderby gewonnen und uns auf den Relegationsplatz gespielt, etwas Schöneres gibt’s doch gar nicht“, sagte Steven Hinrichs. Obwohl – eine „unbedeutende“ Kleinigkeit gab es noch, denn das Duell gegen den Stiefvater Holger Langer im HSG-Dress war so ganz nebenbei ebenfalls ans torhungrige Duo des SVGO gegangen. „Da wird es noch die ein oder andere Gelegenheit geben, es dem alten Mann aufs Brot zu schmieren“, prustete Pascal Hinrichs zufrieden los. Natürlich hat er zu seinem Stiefvater ein gutes Verhältnis, klar dass der als Ex-Coach der Gelb-Blauen nach dem Abpfiff mit seinen ehemaligen Spielern noch ein nettes Pläuschchen abhielt.

Beide Mannschaften schenkten sich im Derby nicht einen Zentimeter Boden und packten bis an die Grenze des Erlaubten zu, wobei den Zuschauern ein kampfbetontes Duell mit hohem Unterhaltungswert aufgetischt wurde. Ja, es war sogar das beste Heimspiel das SV Grambke-Oslebshausen in dieser bislang so leidgeplagten Saison. Der hatte sich diesmal in der Chrunchtime überraschenderweise nur wenige Fehler erlaubt, was die Waagschale am Ende auch zu seinen Gunsten ausschlagen ließ.

Doch der Reihe nach: Beide Teams hatten ihren Kader für das Derby etwas aufgepimpt: Die HSG Schwanewede/Neuenkirchen sicherte sich den jungen Thorin Helfers aus der ersten Vertretung für den Kreis, dafür griff der Vorletzte aus Grambke-Oslebshausen auf die Routiniers Nils Zittlosen und Bengt Kohrt aus der Reserve zurück. „Was diese beiden allein schon an Motivation auf die Platte gebracht haben, davon können sich einige eine Scheibe abschneiden“, lobte Marcel Hägermann seine Aushilfskräfte. Außerdem sprang der A-Jugendliche Felix Hinrichs eine Viertelstunde vor dem Treffen als kurzfristiger Ersatz für Michael Mulinski ein, den es am Rücken zwickte. Mulinski wurde im Tor von Fynn Bödeker und „Basti“ Entelmann bestens vertreten, als nachgerückter Feldspieler hinterließ Felix Hinrichs in der Abwehr einen sehr guten Eindruck.

Es war jedoch das gelb-blaue Ensemble in seiner Gänze, das die frühe Manndeckung überwiegend gegen „Pasco„ Hinrichs gut kompensierte. Dadurch schien es beim 18:15-Vorsprung auf die Siegerstraße abzubiegen (37.). Mitnichten, denn danach drehten die „Schwäne“ den Spieß zum 19:18 um. Zu mehr reichte es bei den Gästen nicht, da sie anschließend von den Außenpositionen zu oft am starken SVGO-Keeper Bastian Entelmann scheiterten.

Marcel Hägermann verzichtete wiederum auf einen etatmäßigen Linksaußen und schickte dafür einen zusätzlichen Rückraumspieler ins Rennen, „damit wir noch mehr Druck aus der zweiten Reihe entwickeln konnten“, verriet er. Seine Taktik ging auf. Pascal und Steven Hinrichs trafen zum 20:19, danach nutzten die Gelb-Blauen zwei Gäste-Zeitstrafen und zogen weiter auf 22:19 davon (50.). Und wer dachte, dass sich der Vorletzte nach der 26:22-Führung in den finalen viereinhalb Minuten wieder einmal selbst ein Bein stellen würde, der war schief gewickelt. Die „Schwäne“ nahmen nun zwar die „Hinrichs-Brothers" noch enger aufs Korn, dafür wanderte der Ball nach dem 26:24 zwei Mal via Felix Hinrichs geschickt zum SVGO-Rechtsaußen Jonas Pfeiffer, der ebenso oft eiskalt zum 28:25 traf. Danach war die Erleichterung bei den Hausherren riesengroß.

SV Grambke-Oslebshausen: Entelmann, Bödeker; Feldermann, P. Hinrichs (10/1), Bülow, Pfeiffer (3), F. Hinrichs (1), Rüttjerott (3/1), S. Hinrichs (7/1), Schmidt (1), Zittlosen (1), Hergert (1), Behrmann, Kohrt (1).

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