Tischtennis-Gala des TV Bruchhausen-Vilsen Roßkopf und Fetzner begeistern

Bruchhausen-Vilsen. Show trifft auf Sport. Hochklassigen Sport. Mit dieser Mischung haben jetzt die beiden Tischtennis-Legenden und Weltmeister, Jörg "Rossi" Roßkopf und Steffen "Speedy" Fetzner, rund 200 Besucher begeistert.
27.04.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Roßkopf und Fetzner begeistern
Von Jens Hoffmann

Show trifft auf Sport. Hochklassigen Sport. Mit dieser Mischung haben jetzt die beiden Tischtennis-Legenden und Weltmeister, Jörg "Rossi" Roßkopf und Steffen "Speedy" Fetzner, rund 200 Besucher begeistert. Das prominente Duo war anlässlich des 150-jährigen Bestehens des TV Bruchhausen-Vilsen angereist und gab sich in der Dreifeldsporthalle auf und neben der Platte locker und gelöst. Stars zum Anfassen eben.

Bruchhausen-Vilsen. Wann kommt man als ambitionierter Hobbyspieler schon mal in den Genuss, sich mit leibhaftigen Weltmeistern zu messen? Richtig: in der Regel nie.

Bei Hermann Schröder ist das seit vorgestern anders. Er durfte bei der Tischtennis-Gala des TV Bruchhausen-Vilsen ein Match gegen Steffen Fetzner bestreiten und dabei sogar den einen oder anderen Punkt gewinnen. Schröder, 53 Jahre alt und seit vielen Jahren die Nummer eins von Vilsens Kreisliga-Herren, war begeistert: "Das ist schon ein ganz anderes Flair als bei unseren Meisterschaftsspielen", schwärmte er. "Wieso, da spielt ihr doch auch vor 200 Zuschauern", warf ein Zuschauer lachend ein. "Stimmt", konterte Schröder, "200 Zuschauer in der gesamten Saison." Dass ein Bekannter seine Partie gegen Fetzner filmte, war für Schröder das i-Tüpfelchen. Schließlich soll diese schöne Erinnerung lebendig bleiben.

Nicht die erste Begegnung

Etwas andere Dimensionen ist Tobias Hippler bereits gewohnt. Der 13-Jährige ist das Top-Talent des Verbandsligisten TSV Heiligenrode und forderte in Vilsen die ehemalige Nummer vier der Weltrangliste, Jörg Roßkopf, heraus. Die beiden lieferten sich einige sehenswerte Ballwechsel, in denen Hippler wenig Nervosität erkennen ließ. Jörg Roßkopf sei er zuvor schon einige Male begegnet, bemerkte der Teenager. "Bei unseren Lehrgängen mit dem Schüler-Bundestrainer trainierte zeitgleich auch das Nationalteam der Herren", berichtete Hippler. Und Herren-Bundestrainer ist: Jörg Roßkopf.

Nachdem der Nationalcoach gemeinsam mit "Speedy" Fetzner ein Doppel gegen die Heiligenroder Oberliga-Damen Denise Kleinert/Nele Puls absolviert hatte, folgte der ultimative Höhepunkt: Roßkopf gegen Fetzner, besser gesagt: Roßkopf mit Fetzner. Jetzt wurde Tischtennis endgültig zur spaßigen Show mit spektakulären Ballwechseln, viel Wortwitz und nicht ganz regelkonformen Auszeiten.

Die Rolle des Teilzeitarbeiters übernahm zunächst Steffen Fetzner. Plötzlich drückte er seinen Schläger einer jungen Zuschauerin in die Hand und ließ sie ein bisschen weiterspielen. Und weil das so gut funktionierte, war kurze Zeit später der sechsjährige Bennet – übrigens der Jüngste in der 85 Mitglieder umfassenden Tischtennissparte im TV – an der Reihe. Roßkopf vertraute ihm sein wertvolles Spielgerät an, nur das FC-Bayern-Trikot des Jungen war so gar nicht nach seinem Geschmack. Also streifte er dem Nachwuchs flugs eines seiner eigenen Trikots über, das gefühlte zehn Nummern zu groß war – aber egal. Die Besucher hatten ihren Spaß. Auch weil Fetzner wiederholt den Tischtennis-Clown gab, mal im Stile eines Tennisspielers aufschlug oder mit einem zweiten Spielball Verwirrung stiftete.

Leicht verwirrt war kurze Zeit später auch Vilsens routinierte Tischtennis-Dame Edda Wassermeyer-Delekat, die eigentlich nur Schiedsrichterin sein wollte. Doch weit gefehlt. Steffen Fetzner flirtete ein bisschen mit der Vilserin, lockte sie charmant an die Platte – um sie dort mit einem niedlichen Mini-Schläger auszustatten, der alles andere als Tischtennis-tauglich schien.

Aber Edda Wassermeyer-Delekat feuerte den Zelluloidball trotzdem freudig zurück und hatte im Anschluss – dann wieder mit einem richtigen Schläger – ihr ganz persönliches Erfolgserlebnis. "Natürlich hat das Spaß gemacht", sagte sie nachher über ihren Überraschungseinsatz, "aber besonders schön war, dass ich gegen Jörg Roßkopf sogar noch einen Punkt gemacht habe."

Der Jubel des Publikums war ihr jedenfalls sicher – und die Show ging langsam, aber sicher zu Ende. Den letzten Ballwechsel lieferte sich das Weltmeister-Duo betont unkonventionell, entspannt auf der Platte sitzend. Passend zu einem solchen Festabend, der nicht zuletzt auch eine Werbung für den Tischtennissport sein sollte.

Nötig ist’s – meint jedenfalls Steffen Fetzner. "In den Medien findet Tischtennis immer seltener statt, es ist wirklich fünf vor zwölf", fand er am Rande des Gute-Laune-Abends noch ein paar kritische Worte. In dieser Beziehung machen er und Jörg Roßkopf mit ihren Schau-Wettkämpfen einen guten Job. Gestern noch in Vilsen, "und morgen geht’s dann weiter ins Westfälische", kündigte Roßkopf an.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+