Fußball

Saimir Dikollari wechselt vom Brinkumer SV zum SC Twistringen

Der 36-Jährige ist die personifizierte Torgefahr. Im Sommer wird er den Brinkumer SV verlassen und sich erneut dem SC Twistringen anschließen. Dort will er auch Erfahrungen im Trainerbereich sammeln.
03.03.2020, 16:12
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Saimir Dikollari wechselt vom Brinkumer SV zum SC Twistringen

So werden ihn die Brinkumer in Erinnerung behalten: Saimir Dikollari bejubelt einen Treffer gegen die SV Hemelingen. Tore waren jedoch nie das einzige Merkmal des 36-Jährigen, der auch als Persönlichkeit und Führungsspieler große Wertschätzung genießt.

Thorin Mentrup

Twistringen/Brinkum. Saimir Dikollari hat die Abwehrreihen in der Bremen-Liga allzu oft das Fürchten gelehrt, schoss den Brinkumer SV in der Saison 2017/18 mit 26 Treffern zur Meisterschaft und ans Tor zur Regionalliga Nord, war im folgenden Jahr 21 Mal erfolgreich und steht in der aktuellen Spielzeit bereits wieder bei zwölf Toren in 14 Einsätzen.

Der 36-Jährige ist die personifizierte Torgefahr, wird aber auch abseits des Platzes aufgrund seiner Professionalität, seines Ehrgeizes und seiner Menschlichkeit hoch geschätzt. Wenn er seine Laufbahn im Sommer beenden würde, verlöre niemand ein böses Wort über ihn – allenfalls einige Innenverteidiger und Torhüter dürften erleichtert aufatmen. „Aber ich bin noch kein bisschen fußballmüde“, liegt der Tag noch fern, an dem Dikollari die Schuhe an den Nagel hängen will. Er sucht sich aber neue Jagdgründe: Ab dem Sommer wird der Stürmer für den SC Twistringen auflaufen. Dort wird er nicht nur spielen, sondern auch den Übergang zum Trainerdasein einleiten.

„Ein bisschen schließt sich für mich damit ein Kreis“, sagt Dikollari. Für Twistringen spielte er in der Rückrunde der Saison 2009/10 bereits und trug dazu bei, dass die Delmestädter den fast schon abgeschriebenen Klassenerhalt in der Bezirksoberliga doch noch schafften. In Kürze will er den Weg, der damals nach einem halben Jahr endete, fortsetzen. Sein Trainer damals wie in naher Zukunft: Uwe Küpker. Der Kontakt zwischen beiden brach nie ab. Er war auch ein entscheidender Faktor bei der Wiedervereinigung, von der sich beide viel versprechen: „Ich kann von Uwe viel lernen und erste Erfahrungen im Trainerbereich sammeln und schauen, ob das etwas für mich ist“, sagt Dikollari. Küpker derweil freut sich auf einen Vollblutstürmer und Führungsspieler, der seine Erfahrung an Talente wie Lennart Bors, Christoph Harms, Christoph Hainke, Janik Dieckmann und Tom Thiede weitergeben kann. „Saimir wird uns helfen, mit unserer jungen Truppe etwas aufzubauen“, weiß der Coach die Qualitäten des 36-Jährigen, der neben Brinkum auch mehrfach für den TB Uphusen auflief und außerdem beim TSV Melchiorshausen Spuren hinterlassen hat, zu schätzen. „Man braucht gestandene Spieler auf dem Platz“, fügt der Trainer hinzu. Daran mangelt es dem SCT derzeit.

Dikollaris Zusage ist unabhängig davon, ob Twistringen die Bezirksliga hält oder in die Kreisliga absteigt. „Natürlich hoffe ich, dass es in der Bezirksliga weitergeht. Wenn nicht, werden wir diesen Betriebsunfall wieder geradebiegen“, sagt er. Der SCT sei ein interessanter Verein: „Die Voraussetzungen sind gut mit dem Stadion und der Jugendspielgemeinschaft mit Mörsen“, findet er. „Die Perspektive reizt mich. Ich gehe nirgendwo hin, um 08/15-Fußball zu spielen. Ich versuche, dort etwas Neues aufzubauen und die Spieler weiterzuentwickeln.“ Also eigentlich genau das, was er bereits in Brinkum gemacht hat, wo er seit der Saison 2016/17 bereits zum dritten Mal aktiv ist. Er war in den vergangenen Jahren nie nur Vollstrecker, sondern stets auch Lehrmeister für die junge Garde.

Nun aber habe er gespürt, dass die Zeit reif ist, in Brinkum den Weg freizumachen. „Sie können mit einem 36-Jährigen nicht mehr fünf Jahre planen“, betrachtet er seine Entscheidung auch aus dem Blickwinkel des Klubs. Den BSV sieht er gerüstet für eine Zeit nach ihm. Trotzdem werden sie ihn am Brunnenweg vermissen, wie sein Noch-Trainer Mike Gabel deutlich macht: „Saimir kann man nicht zu 100 Prozent ersetzen. Wir hätten ihn gerne behalten. Jetzt geht es darum, ihm einen perfekten Abschied zu bescheren.“ Und auch Dikollari, der vor Kurzem nach Bassum gezogen ist, will sich so erfolgreich verabschieden wie möglich. „Wir wollen 30 Punkte“, strebt er in den letzten zehn Saisonspielen nach dem Maximum. Alles andere würde nicht zu ihm passen. Ab dem Sommer wird er dann alles für den SCT geben. „Ich habe immer noch großen Hunger auf Erfolg“, sagt er. Die Innenverteidiger auf Kreis- und Bezirksebene werden das nicht gerne hören.

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