„Sportdialog Nord“: Kreissportbund Bremen-Nord sieht dringenden Handlungsbedarf bei zahlreichen Hallen Sanierungsstau führt zu Engpässen

Um die Sportplätze und Sporthallen in der Hansestadt ist es nicht zum Besten bestellt. Auch in Bremen-Nord gibt es hohen Sanierungsbedarf. Zudem drohen Engpässe, weil Fußballfelder und Hallen schon bald nicht mehr zur Verfügung stehen könnten. Der Handlungsbedarf sei groß, lautete das Fazit des „Sportdialogs Nord“, zu dem jetzt der Kreissportbund Bremen-Nord (KSB) eingeladen hatte.
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Von Klaus Grunewald

Um die Sportplätze und Sporthallen in der Hansestadt ist es nicht zum Besten bestellt. Auch in Bremen-Nord gibt es hohen Sanierungsbedarf. Zudem drohen Engpässe, weil Fußballfelder und Hallen schon bald nicht mehr zur Verfügung stehen könnten. Der Handlungsbedarf sei groß, lautete das Fazit des „Sportdialogs Nord“, zu dem jetzt der Kreissportbund Bremen-Nord (KSB) eingeladen hatte.

Der Landessportbund Bremen hat Fragebogen an seine Mitgliedsvereine geschickt, um den Zustand und aktuellen Fehlbedarf an Spielfeldern zu ermitteln. Schon seit geraumer Zeit steht indes fest, dass besonders der Oeversberg „ein heißes Eisen“ ist. Jürgen Linke, Vorsitzender des Kreissportbundes Bremen-Nord: „Ende 2014 läuft der Nutzungsvertrag mit dem SV Grohn aus.“ Noch immer sei nicht geklärt, ob die Jacobs University Anspruch auf das Areal erhebe und der SV Grohn heimatlos werde, bemängelt Linke.

Ihm schwebt vor, ein Sportstättenkonzept zu entwerfen, das der Privathochschule sowie den Fußballern, den BMX-Fahrern und den Tennisspielern gerecht wird. Linke: „Eine amerikanisch geprägte Universität braucht Leichtathletikanlagen. Die könnten neben den vorhandenen Sportstätten entstehen.“ Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt, der wie seine Kollegen Peter Nowack (Blumenthal) und Florian Boehlke (Lesum) am Sportdialog teilnahm, will Vereins- und Verbandsvertreter in Kürze zu einer Gesprächsrunde ins Ortsamt einladen. „Für den Oeversberg muss möglichst bald Planungssicherheit her,“ fordert Linke.

Die Fragebogenaktion des Landessportbundes hat einen Vorläufer. Bereits im vergangenen Jahr sollten sich die Vereine zum Zustand und zur Belegung der Sporthallen äußern. Die Mängelliste war lang, wie LSB-Präsident Dieter Stumpe beim Sportdialog im KSB-Domizil am Bockhorner Weg bestätigte. Sie ist noch lange nicht abgearbeitet. Stumpe sieht einen erheblichen Sanierungsbedarf vor allem für die Schulsporthallen. Sie würden im Vergleich mit den Hallen des Sportamtes Bremen und der Vereine am schlechtesten abschneiden. „Wenn Steckdosen aus den Wänden fallen und Sanitärräume vom Schimmel befallen sind, ist das nicht hinzunehmen“, kritisiert auch Linke. Wie berichtet realisiert die stadteigene Gesellschaft Immobilien Bremen schon seit Jahren ein Senatsbauprogramm in Millionenhöhe, das laufend fortgeschrieben wird.

Zwei besondere Brennpunkte

Dennoch gibt es aus Sicht des Kreissportbundes zwei besondere „Brennpunkte“. So steht den nordbremischen Vereinen zwar auch die Sporthalle der Jacobs University mit ihren vier Plätzen zur Verfügung. Aber das sei ungewöhnlich teuer. Die Nutzungsgebühr pro Stunde beträgt zurzeit 16 Euro, mehr als das Dreifache, was durchschnittlich an Hallenmiete in Bremen anfällt. Darum sind die überdachten Uni-Sportstätten auch nicht ausgebucht.

Das andere Sorgenkind stellt die Wilhelm-Kaisen-Halle in Lesum auf dem Friedehorst-Gelände dar. Sie muss dem geplanten Gesundheitspark weichen. Ein möglicher Neubau auf dem Parkplatz neben der Sporthalle des TSV Lesum-Burgdamm am Klostermühlenweg ist derzeit in der Diskussion. Doch der Verein hat dafür kein Geld, da zunächst einmal die Umkleide- und Sanitärräume im Ihletal saniert werden müssen. Die Kosten für den Hallenanbau werden mit 1,8 bis 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Ein Investor lasse sich bestimmt finden, zeigt Jürgen Linke sich zuversichtlich. „Aber wer übernimmt die Trägerschaft?“, folgt die rhetorisch gemeinte Frage.

Die jüngste Bestandsaufnahme des Landessportbundes über Bremens Sportplätze ist gerade angelaufen. Einige gravierende Mängel, so Stumpe, machten den Vereinen aber schon jetzt zu schaffen. So pflege die Stadt nur noch die Spielfelder, nicht aber mehr die Nebenanlagen. Außerdem entpuppten sich Kunstrasenplätze, wie sich im Sportpark Grambke zeige, wesentlich früher als prognostiziert als Sanierungsfälle.

Dringend erneuert werden muss laut Stumpe das Sportbad der Uni Bremen. Es ist mit der einzigen 50-Meter-Bahn in Bremen ausgestattet. Der Präsident des Landessportbundes, der den Sportplätzen und Turnhallen zwischen Farge und Mahndorf die Note „Drei minus“ erteilt, warnt: „Wird das Unibad nicht bald auf Vordermann gebracht, trifft das auch den Schwimmsport in Bremen-Nord schwer.“

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