Fußball-Lottopokal SAV und DJK eine Runde weiter

Nach dem Blumenthaler SV und dem TSV Lesum-Burgdamm haben sich mit der SG Aumund-Vegesack und DJK Germania Blumenthal zwei weitere Nordbremer Teams in der zweiten Runde des Lotto-Pokals durchgesetzt.
17.08.2017, 17:14
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Klaus Grunewald und Karsten Hollmann

Bremen-Nord. Nach dem Blumenthaler SV und dem TSV Lesum-Burgdamm haben sich mit der SG Aumund-Vegesack und DJK Germania Blumenthal zwei weitere Nordbremer Teams in der zweiten Runde des Lotto-Pokals durchgesetzt. Während der Vegesacker Fußball-Bremen-Ligist die Hürde beim Landesligisten OT Bremen glatt mit 4:0 nahm, kegelte der Blumenthaler Landesligist den eine Klasse höher angesiedelten TSV Grolland mit 2:1 aus dem Wettbewerb.

DJK Germania Blumenthal – TSV Grolland 2:1 (1:1): Der nächste Favoritensturz im Norden der Hansestadt: Nach dem Brinkumer SV, der dem TSV Lesum-Burgdamm 6:7 nach Elfmeterschießen unterlag, ist auch der TSV Grolland bei der klassentieferen DJK Germania Blumenthal mit 1:2 in der zweiten Runde des Lotto-Pokals gescheitert. DJK-Coach Abdelfattah Rhazani sprach nach dem Schlusspfiff im Burgwallstadion von einem hoch verdienten Erfolg seiner jungen Mannschaft.

Rhazani, seit Saisonbeginn Chefcoach beim Blumenthaler Landesligisten, hatte hoch gepokert. Mit fünf 19 bis 21 Jahre alten Spielern im Team wollte er die Gäste aus Grolland aus dem Pokalwettbewerb werfen. Es gelang überzeugend, was auch Grollands Trainer Frank Thinius uneingeschränkt einräumte. Schon nach 20 Minuten hätten die Gastgeber aufgrund ihrer glasklaren Torchancen 3:0 führen und in der Schlussphase ihre Konter mit zwei weiteren Toren beenden müssen. Weil das aber nicht gelang, sahen die rund 80 Zuschauer im Burgwallstadion eine spannende Auseinandersetzung und einen schwachen Bremen-Ligisten. Eine Erkenntnis, die insbesondere Grollands Trainer zu denken gab. Frank Thinius: „Wir sind hier in den 90 Minuten nie richtig ins Spiel gekommen und stehen vor einer ganz schwierigen Saison.“ Hochzufrieden durfte hingegen Rhazani Abdelfattah mit dem Auftritt seiner Mannschaft sein. Insbesondere die junge Garde in Reihen der Blumenthaler zeigte keinen Respekt vor dem höherklassigen Gegner, blieb fußballerisch und kämpferisch stets auf Augenhöhe und verfügte während der gesamten Spielzeit über die bessere Ordnung.

Schon in der zweiten Minute hätten die Gastgeber durch Milan Meyer in Führung gehen müssen. Doch der Goalgetter ver­fehlte das leere Tor. Besser machte es der 19-jährige Cebrail Finke, der zum 1:0 eindrückte, nachdem Grollands Nico Witte über den Ball geschlagen hatte. Thinius ­schwante Böses, als Milan Meyer erneut vor TSV-Torwart Jan Niklas Dähne aufkreuzte, ihn aber nicht überwinden konnte (35.). Wie aus heiterem Himmel fiel dann der Ausgleich: Pascal Adjeapon überlistete DJK-Keeper Patrick Wilhelm mit einem Heber und es stand 1:1 (40). Nach dem Wechsel versuchte der Bremen-Ligist, die Wende mit erhöhtem Tempo und einer härteren Gangart zu erzwingen. Allerdings ließ sich der Landesligist nicht ins Bockshorn jagen und inszenierte gefährliche Konter.

Vor allem über den zur Halbzeit für ­Meyer eingewechselten Ex-Lesumer Chris Hybsz. Dem per Kopf nach einer präzisen Flanke von Dennis Tanski auch der umjubelte 2:1-Siegtreffer glückte (79.). Danach ließ der Flügelflitzer noch zwei hochkarätige Chancen aus.

Und als TSV-Goalgetter Bashkim Toski die große Möglichkeit zum 2:2-Gleichstand vergab, war die Überraschung perfekt. Abdelfattah Rhazani stellte mit Genugtuung fest: „Das Risiko, die jungen Spieler einzusetzen, hat sich gelohnt.“

OT Bremen – SG Aumund-Vegesack 0:4 (0:1): Muhamed Hodzic passte die Kugel mustergültig von rechts zu Kinika Herman Mulweme. Der hätte sich in der Mitte freistehend aus kurzer Distanz die Ecke aussuchen können, traf aber den Torwart des Fußball-Landesligisten OT Bremen, Sören Hartmann (68.). Diese Szene stand exemplarisch für die vielen Gelegenheiten, die die SG Aumund-Vegesack bei ihrem 4:0-Pokalsieg auf dem Schevemoorer Sportplatz ausließ.

Bereits zur Pause hätten die Gäste deutlicher als mit 1:0 führen müssen. Einer der auffälligsten Nordbremer an diesem Abend, Andreas Radke, erzielte diesen Treffer nach 34 Minuten mit einem Flachschuss aus 16 Metern. „Andreas war heute sehr präsent“, lobte auch SAV-Trainer Björn Krämer seinen Sechser.

Zuvor war Kinika Hermann Mulweme bereits einmal freistehend gescheitert. Nach dem 1:0 vermochte Jannis Kurkiewicz die Kugel aus kurzer Entfernung nicht per Kopf über die Linie zu befördern. „Der muss drin sein“, ärgerte sich Vegesacks Betreuer Mark Fichtner. Die erste große Möglichkeit besaß jedoch der Außenseiter. Marco Prigge störte Patryk Wrobel bei der einzigen nennenswerten Chance für die Gastgeber nach einer Viertelstunde aber in letzter Sekunde noch entscheidend.

In der zweiten Halbzeit machte der Bremen-Ligist damit weiter, womit er in der ersten Hälfte aufgehört hatte. Mit dem Vergeben von guten Gelegenheiten. Nachdem Kasim Uslu knapp rechts vorbeigezielt hatte, kamen Kinika Herman Mulweme und Jannis Kurkierwicz nacheinander bei einer schönen Freistoßflanke von Firas Tayari jeweils einen Schritt zu spät. „Macht das Spiel breit und tief“, forderte Björn Krämer seine Schützlinge an der Seitenlinie auf. Mit einem platzierten Schuss von der Strafraum­grenze in die linke Ecke sorgte Mulweme für die Vorentscheidung zum 2:0 (57.). Das war aber immer noch nicht der Brustlöser für den Neuzugang vom TuS Schwachhausen. In der 65. Minute fand Kinika Herman Mulweme nach einem starken Tayari-Pass erneut seinen Meister in Sören Hartmann. Dabei ist der noch nicht mal ein Torwart. Der Innenverteidiger half zwischen den Pfosten aus, weil gleich beide OT-Torleute ausfielen.

Als Björn Krämer sich gerade darüber beschwerte, dass Mulweme sich wieder einmal weigerte, seinen linken Fuß einzusetzen, tat ihm Sujanthan Premaraja den Gefallen, ihn im Strafraum zu foulen. Der gerade erst eingewechselte Matthias Märtens ließ sich beim fälligen Strafstoß die Chance zum 3:0 nicht entgehen (73.). Beim 4:0 konnte Kinika Hermann Mul­weme den Ball praktisch gar nicht mehr vorbeischießen. Auf Zuspiel von Firas Tayari umkurvte Matthias Märtens Sören Hartmann, ehe Mulweme das Leder am langen Pfosten nur noch über die Linie drückte. Joker Nick Enghardt jagte das Spielgerät nach einer Vorlage von Muhamed Hodzic noch einmal knapp über den Querbalken (84.). Die letzte Möglichkeit vergab dann wieder einmal Kinika Herman Mulweme, als Hartmann seinen Schuss auf Märtens-Vorarbeit zur Ecke ablenkte.

„Herman macht unheimlich viel für die Defensive und stellt sich in den Dienst der Mannschaft“, betonte Krämer, dass er seinen Angreifer nicht nur an Toren misst. Trotz der mangelhaften Chancenverwertung sei Krämer am Ende im Großen und Ganzen mit der Vorstellung seiner Formation einverstanden ­gewesen: „Wir haben den Ball gut laufen lassen und unser Spiel mit diesem verbessert.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+