Fußball-Kreisliga A Diepholz Schattendasein beim TSV Ristedt war gestern

Ristedt. Im TSV Ristedt sorgt eine Mannschaft für Furore, die sonst zumeist in den unteren Tabellenregionen ein Schattendasein gefristet hat fristete: der TSV Ristedt. "Wir haben im abgelaufenen Jahr lediglich vier Spiele verloren", ist Trainer Bernd Schebitz stolz.
17.02.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Henning Reinke

Ristedt. Derzeit sorgt eine Mannschaft in der Fußball-Kreisliga A Diepholz für Furore, die sonst zumeist in den unteren Tabellenregionen zu finden war und ein Schattendasein fristete: der TSV Ristedt. "Wir haben im abgelaufenen Jahr lediglich vier Spiele verloren. Zwei in der Rückserie der vergangenen und zwei in der laufenden Saison. Das ist doch vorzeigbar", bemerkt Trainer Bernd Schebitz nicht ohne Stolz. Nach einem unerwartet gutem sechsten Platz in der Vorsaison sind die Ristedter nun als Vierter mit sehr guten Perspektiven ins Winterquartier gezogen.

Trotz der tollen Zwischenbilanz rückte der Fußball bei den Ristedtern zuletzt in den Hintergrund, weil der 27-jährige André Zimmermann am Heiligen Abend auf dem Weg zur Arbeit bei einem Autounfall lebensgefährlich verletzt wurde. "Andre lag fünf Tage im Koma. Das schwere Unglück war ein Schock für uns alle. Inzwischen befindet er sich aber auf dem Weg der Besserung", ließ Schebitz wissen.

"Diese Niederlage hat uns nicht umgeworfen"

Ihren Höhenflug der vergangenen Spielzeit setzten die Ristedter mit Beginn der neuen Saison fort, zierten am fünften Spieltag sogar die Tabellenspitze. "Dann haben wir durch ein Tor in der 85. Minute recht unglücklich mit 0:1 gegen den FC Sulingen II verloren, aber diese Niederlage hat uns nicht umgeworfen, obwohl sie das Ende einer langen Erfolgsgeschichte bedeutete", so Schebitz. Umgeworfen hat den Trainer dann aber die am neunten Spieltag erlittene Niederlage gegen den TuS Lemförde. "Das 0:3 gegen einen Gegner, der bis dahin erst eine Partie gewonnen hatte, tat so richtig weh. Das war ein unverhoffter Rückfall in schlimmste Ristedter Zeiten." Schebitz kann diese Schmach bis heute nicht richtig verstehen. Nur gut, dass die Wiedergutmachung mit dem 2:1 beim TuS Syke II unverzüglich gelang.

Beachtlicher 4:0-Sieg

Hinter dem Südkreis-Trio FC Sulingen II, TSV Drentwede und SV Dickel liegen die Ristedter in Lauerstellung, haben allerdings erst zwölf Spiele absolviert, fünf weniger als beispielsweise der Tabellenzweite Drentwede, bei dem die Ristedter schon einen beachtlichen 4:0-Sieg feierten. Spitzenreiter FC Sulingen II hat schon 16 Partien hinter sich gebracht. Bei der Zahl der Spielausfälle kann nur noch der SV Heiligenfelde II mithalten.

So sieht dann auch Bernd Schebitz dem umfangreichen Nachholprogramm mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. "Weil wir dabei auch unter der Woche spielen müssen, kann uns das durchaus zum Nachteil gereichen. Denn dann ist es immer ein Problem, alle Mann an Bord zu haben. Vor allem, wenn wir auf Reisen in den Süden gehen müssen", sagt der Coach.

Stark verbesserte Defensive

Stark verbessert hat Schebitz die Defensive der Ristedter. "Es ist noch gar nicht so lange her, da waren wir die Schießbude der Liga. Aktuell haben wir in unseren zwölf Spielen nur zwölf Treffer zugelassen. Das zeugt doch von Stabilität", lobt der Coach. Mit Finn Huntemann und dem wieder genesenen Steffen Behrens verfügt Ristedt zudem über zwei vorzügliche Keeper. "Da habe ich ein echtes Luxusproblem. Ich muss beide mit regelmäßigen Einsätzen bei Laune halten", so Schebitz.

Mit Libero Tim Blaase und den Manndeckern Tim Purnhagen und Dennis Kowalewski sorgt ein stabiles Trio für zusätzliche Sicherheit in den hinteren Reihen. "Mit vier Treffern zählt Tim Purnhagen sogar zu unseren besten Schützen, steht dabei in einer Reihe mit André Zimmermann und Markus Bruns", berichtet Schebitz. Somit ist die Offensive beim TSV eine Art Allgemeingut, zumal der eigentliche Torjäger Timo Huntemann wegen einiger Zwangspausen noch nicht richtig zum Zuge kam.

Die Ristedter wollen weiterhin engagiert an ihrem neuen Image feilen. "Lange wurden wir stets als Abstiegskandidat abgestempelt, jetzt könnten wir uns als Aufstiegskandidat ein ganz neues Profil zulegen", meint Schebitz.

"Noch haben wir ein Hammerprogramm"

"Wir sind sehr ehrgeizig, bleiben aber realistisch. Für mich sind Aufstiegsideen derzeit nur Gedankenspiele. Das soll aber nicht heißen, dass wir unsere Chance nicht sehen. Aber noch haben wir ein Hammerprogramm von 18 Spielen vor uns." Allerdings weiß keiner so genau, wie es um die derzeitige Form bestellt ist, denn die letzte Partie (ein 2:1-Erfolg über Dreye) fand noch zu einer Zeit statt, in der auf dem Bremer Freimarkt die Karussells kreiselten: dem 29. Oktober.

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