Werder Bremen Schindler schult um

Bremen·Delmenhorst. Der gebürtige Delmenhorster Kevin Schindler sucht seine Chance bei Werder jetzt in der Defensive. "Vorne ist die Konkurrenz einfach zu groß", sagt der 23-Jährige: "Wenn man so will, ist das bei Werder meine letzte Chance."
30.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Bremen·Delmenhorst. Wer sich heute auf dem Arbeitsmarkt behaupten will, muss flexibel sein. Soweit die Phrase, die inzwischen wohl jeder Personalchef auswendig kann - und die auch für Fußballprofis gilt. Dass eine gewisse Anpassungsfähigkeit in der Tat neue Chancen eröffnen und den Stellenwert im eigenen Verein verbessern kann, könnte das Beispiel Kevin Schindler zeigen.

Der gebürtige Delmenhorster schult bei Werder Bremen nämlich gerade um: Vom Stürmer zum Außenverteidiger. "Vorne ist die Konkurrenz einfach zu groß. Da habe ich dem Trainer vorgeschlagen, dass ich auch hinten spielen kann", sagt der 23-Jährige - und weiß: "Wenn man so will, ist das bei Werder meine letzte Chance."

Schindler, der 1999 von seinem Heimatverein - dem Delmenhorster TB - in Werders Jugendabteilung wechselte, ist es bis heute nicht gelungen, sich einen festen Platz in den Planungen von Trainer Thomas Schaaf zu erspielen. Nach inzwischen drei Ausleihen an Hansa Rostock, den FC Augsburg und den MSV Duisburg will der Stürmer in der kommenden Saison an der Weser nochmal angreifen - und zwar als Verteidiger. "Ich habe das im Training schon mehrfach gespielt und hinterher immer gute Kritiken aus der Mannschaft bekommen", erklärt Schindler, der auf der rechten Außenbahn der Viererkette derzeit "eine kleine Nische" bei Werder sieht, die sich vorne so nicht auftut. In der Tat dürfte der "Umschüler" im Sturm hinter Claudio Pizarro, Marko Arnautovic, Sandro Wagner, Markus Rosenberg und Denni Avdic bestenfalls Angreifer Nummer sechs sein.

"Schließlich weiß ich ja ganz gut, wie Stürmer ticken"

Da stehen die Einsatzchancen in der Abwehr schon wesentlich besser. "Die Position liegt mir - auch wenn die Zweikämpfe etwas anders ablaufen als vorne. Aber schließlich weiß ich ja ganz gut, wie Stürmer ticken", schmunzelt Schindler. Eine Aussage, die der Neu-Verteidiger im Testspiel gegen Olympiakos Piräus(1:1) mit einer soliden Leistung durchaus bestätigt hat. Während der Partie in Meppen musste der zur Pause eingewechselte Schindler zwar wegen Atembeschwerden vom Platz getragen werden - "aber eigentlich war fünf Minuten später schon wieder alles gut", beteuert er. Trotzdem wurde der Delmenhorster zur Sicherheit zwei Tage stationär ins Krankenhaus gebracht "und dort von oben bis unten durchgecheckt". Fit ist der 1,91 Meter große Schindler also wieder - ob es mit dem Durchbruch als Verteidiger an der Weser klappt, bleibt aber abzuwarten. Auch einen Vereinswechsel könnte sich Schindler inzwischen vorstellen: "Wenn ein Verein kommt, der mich interessiert, ist das möglich."

Auch wenn in seiner eigenen Karriere gerade jede Menge passiert - den Blick in die Heimat hat sich Kevin Schindler bewahrt. So pflegt er regelmäßigen Kontakt mit alten Bekannten wie Patrick Klenke vom Landesliga-Aufsteiger TuS Heidkrug, mit dem er gemeinsam beim DTB das Fußballspielen anfing. "Er ist mein bester Kumpel. Der Aufstieg freut mich für Heidkrug. Ich werde mir einige Spiele ansehen", verspricht der Profi, der sich mit einem Tipp für den Heidkruger Saisonverlauf allerdings zurückhält: "Das ist schwer zu sagen. Sie haben ja fast eine komplett neue Mannschaft. Es wird also nicht leicht - aber wichtig ist es, dass sie im ersten Jahr die Klasse halten."

Auf der anderen Seite schauen natürlich auch die Delmenhorster, wohin der Weg ihres prominentesten Fußballers führt. "Kevin hat immer schon angedeutet, dass er als Verteidiger spielen kann. Er ist nicht der Filigrantechniker, kann aber laufen ohne Ende, und seine Flanken von der rechten Seite kommen richtig gut", weiß Klenke über die Qualitäten seines Jugendfreundes. Darüber, dass beim Bundesligisten auf allen Positionen großer Konkurrenzdruck herrscht, ist sich auch der Heidkruger bewusst: "Ob er es auf der neuen Position schafft, sich durchzusetzen, muss man abwarten. Ich würde es ihm sehr wünschen."

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