Der FC Bayern verliert nach einem völlig verpatzten Beginn und drei individuellen Abwehrfehlern beim FC Porto 1:3 Schläfrig im Drachenstadion

Porto. Nach elf Minuten blickte Trainer Pep Guardiola das erste Mal angespannt zur Anzeigetafel. Gerade hatte sein FC Bayern das 0:2 beim FC Porto kassiert, nach dem bereits zweiten krassen Abwehrfehler.
16.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maik Rosner

Nach elf Minuten blickte Trainer Pep Guardiola das erste Mal angespannt zur Anzeigetafel. Gerade hatte sein FC Bayern das 0:2 beim FC Porto kassiert, nach dem bereits zweiten krassen Abwehrfehler. 79 Minuten blieben also noch, um ein halbwegs vernünftiges Resultat für das Rückspiel dieses Viertelfinals der Champions League am kommenden Dienstag in München zu erzielen. Doch alle Blicke zur Uhr halfen nichts. Als die Zeit runtergetickt war, hatte der deutsche Meister 1:3 (1:2) verloren. Immerhin war Thiago Alcántara in der 28. Minute der Anschlusstreffer gelungen, der dank der Auswärtstorregel noch kleine Halbfinal-Hoffnungen erlaubt.

Durch die beiden frühen Gegentore von Ricardo Quaresma (3., Foulelfmeter/10.) und dem weiteren Treffer von Jackson Martínez (65.) muss der FC Bayern dennoch fürchten, schon das angestrebte Etappenziel zu verpassen. Ebenso wie das erhoffte Ziel der Mission mit Guardiola, das Triple: Ein 2:0, 3:0, 4:1 oder gar 5:2 ist nun zu Hause nötig, um doch noch wie im Vorjahr in die Runde der letzten Vier vorzustoßen. Viel dafür sprach am Mittwoch nicht.

Es war ein total missglückter, schläfriger Start gewesen, den die Bayern im Estádio do Dragão, im Drachenstadion, hingelegt hatte. Zunächst ließ sich Xabi Alonso als letzter Mann den Ball von Martínez abluchsen, der daraufhin allein auf Manuel Neuer zulief und von diesem im Strafraum gefoult wurde. Schiedsrichter Velasco Carballo entschied auf Elfmeter, beließ es aber bei einer Gelben Karte für Neuer – ein Platzverweis wäre ebenso möglich gewesen. Quaresma verwandelte sicher – und tat es wenig später Martinez gleich, als er Dante unter Druck setzte, den Münchner Innenverteidiger um den Ball erleichterte und anschließend freistehend einschob. Was für ein missratener Münchner Start, mit zwei Ballverlusten des jeweils letzten Mannes. Das war auch mit den vielen Ausfällen von Alaba bis Robben nicht zu erklären.

Dabei waren die Münchner mit Respekt in Porto angetreten. Guardiola hatte vorab davon gesprochen, er sei überrascht vom Niveau der Elf seines Trainer- und ehemaligen Profikollegen Julen Lopetegui. Beim FC Barcelona hatten sie zwischen 1994 und 1997 zusammen gespielt, und Lopetegui hat jenes dort einst unter Johan Cruyff praktizierte 4-3-3-System auf den FC Porto übertragen, mit dem dieser nun flott kombinierte und die Münchner immer wieder im Aufbau aggressiv anlief.

Attraktiv und spielstark, das ist nun auch das Markenzeichen seiner Belegschaft. Und da Porto die einzige noch ungeschlagene Mannschaft dieser Champions-League-Saison ist, inklusive der Qualifikation also seit zehn Spielen, befand Lopetegui, habe man sich „das Recht verdient“, sich mit dem FC Bayern zu messen.

Nach dem 0:2 fanden die Bayern erst allmählich zu etwas mehr Sicherheit im Aufbau – auch, weil Porto nicht mehr ganz so aggressiv anlief. Und als Alcántara nach dem Flügellauf und der flachen Hereingabe von Jérôme Boateng zum Auswärtstor einschob, hellte sich die Lage für die Münchner etwas auf. Doch Porto blieb aber gefährlich. Neuer ließ einen Flankenball von Alex Sandro durch die Hände rutschen und hatte Glück, dass die Latte mithalf, ein weiteres Gegentor zu verhindern.

Die zweite Hälfte begann wie die erste. Diesmal blieb Xabi Alonsos Fehler als letzter Mann aber folgenlos. Dennoch kam Porto bald darauf zu einer Großchance auf das 3:1. Hector Herrera scheiterte mit seiner Direktabnahme aus kurzer Distanz jedoch, weil Neuers mit einem Reflex stark reagierte. Doch als Boateng als letzter Mann einen Ball unterschätzte und Martínez Neuer umkurvte, halfen auch alle Reflexe nichts.

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