Fußball Landesliga Schläfrige Schlossparkkicker

Der TSV Etelsen kassiert nach der Pause einen Doppelschlag und verliert am Ende 3:5 gegen den TuS Harsefeld. Lange Zeit zum Grübeln bleibt nicht, bereits am 1. Mai geht es gegen den TV Meckelfeld.
29.04.2018, 21:17
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Schläfrige Schlossparkkicker
Von Patrick Hilmes

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, ein schnelllebiger Sport. Manchmal geht es unfassbar schnell, dass sich etwas Positives in etwas Negatives verwandelt und umgekehrt. Das musste auch wieder einmal der TSV Etelsen in seiner Landesliga-Heimpartie gegen den TuS Harsefeld feststellen. Zur Pause lagen die Schlossparkkicker noch aussichtsreich mit 2:1 in Front. Doch bereits acht Minuten nach Wiederanpfiff sahen sie sich plötzlich einem Rückstand ausgesetzt und verloren die Partie letztendlich mit 3:5.

Im Etelser Schlosspark war alles wie gemalt für den Startschuss einer neuen Serie. Nach der ersten Niederlage 2018 (1:3 gegen SV Eintracht Lüneburg) liefen die Gastgeber bei bestem Fußball-Wetter auf saftigem Grün gegen den TuS Harsefeld auf, der seine vorherigen drei Partien nicht gewinnen konnte und demnach auch noch mit im Abstiegskampf steckte. Und auf dem Etelser Grün waren es nicht die in Grün gekleideten Gäste, sondern die Platzherren, die die Anfangsphase bestimmten. Bastian Reiners hatte gleich doppelt die Chance, sein Team in Front zu bringen, scheiterte aber beide Male an Fabiano Curia im Harsefelder Tor (1./7.) – zum Unmut seines Coaches. „Da müssen wir schon mit 2:0 führen“, trauerte Nils Goerdel den verpassten Gelegenheiten hinterher.

Die Gäste aus dem Kreis Stade mussten sich erst mal finden, führten aber plötzlich ab der 13. Minute: Nach Ecke und Kopfball-Ablage war es Nils Bockelmann, der den TuS per Seitfallzieher in Führung brachte. Doch die Freude währte lediglich drei Minuten, da schlug der Ball im Harsefelder Kasten ein. Als Einschlag kann der Treffer durchaus beschrieben werden, denn bei einem Freistoß aus rund 25 Metern nahm sich Etelsens Robert Littmann ein Herz und beförderte den Ball mit voller Wucht und leichtem Außenrist in den rechten Winkel. Da half auch die Warnung von Harsefelds Defensivstratege Phillip Seib bezüglich der Freistoßvarianten der Gastgeber nichts mehr, denn die Variante war einfach, volles Pfund draufzuhalten. Jedoch muss sich Harsefelds Keeper die Frage gefallen lassen, warum er die Mauer so platziert hatte. Nun war das Momentum aufseiten der Schlossparkkicker. Und das nutzten sie: Nico Kiesewetter war in Minute 29 einfach schneller im Laufduell mit seinem Gegenspieler und spitzelte den lang geschlagenen Ball vorbei am herauseilenden Keeper ins Tor. Harsfeld wirkte nun geschockt und zugleich ideenlos. Deren einzige Mittel waren lange Bälle und Standards. Nur durch ein Zufallsprodukt musste Etelsens Keeper Cedric Dreyer nochmals eingreifen und parierte stark gegen Pascal Schawaller (38.). Mit einem dementsprechend positivem Gefühl und auch Ergebnis gingen die Schlossparkkicker in die Kabine.

Kurz nach dem Seitenwechsel lag Etelsen zurück, wieder plötzlich. Warum? Weil Harsefeld einfach wacher und bissiger aus der Kabine kam. Ein kapitaler Fehlpass von Christian Heusmann, den Leondro Dittmer dankend verwertete (49.), und einmal zu viel Platz für Harsefelds Dennis Osuch am Sechzehner – schon führten die Gäste mit 3:2 (53.). „Wir leisten uns bei drei von fünf Gegentoren Unkonzentriertheiten“, haderte Goerdel. Nun wirkte Etelsen geschockt, fing sich aber schnell wieder und glich in Minute 62 aus. Diesmal führte ein Zufallsprodukt auf der anderen Seite zu einem Treffer. Nutznießer war Micha Langreder, der völlig frei im Strafraum stand und den Ball überlegt ins Eck schob.

Wenig später hatte der TSV Glück, oder, um es genauer zu sagen: Cedric Dreyer. Der Ersatztorhüter parierte einen von Simon Gloger verursachten Foulelfmeter. In Minute 75 war Dreyer nochmals zur Stelle, vier Zeigerumdrehungen später aber machtlos. Harsefelds Maxim Depperschmidt hatte sehenswert Nico Osuch bedient, der markierte ebenso sehenswert per Direktabnahme aus 18 Metern das 4:3 für den TuS.

Im Anschluss rannte Etelsen zwar an, agierte aber zu ideenlos, um Harsfeld noch ernsthaft zu gefährden. In Minute 90 fing sich die Goerdel-Elf dann noch einen Konter zum 3:5 ein – Abpfiff.

„Das 2:2 und 2:3 sind einfach zu schnell gefallen. Wir waren nicht bis zum Ende konsequent wach und allgemein ein bisschen zu unstrukturiert. Aber Harsefeld hatte auch seine beste Truppe auf dem Platz, das ist keine Laufkundschaft. Nun heißt es: Kräfte sammeln, regenerieren und Dienstag geht’s weiter“, lautete Goerdels Fazit. Bereits am Dienstag steht das nächste Kellerduell im Schlosspark an, dann wird der TV Meckelfeld erwartet (Anpfiff um 15 Uhr).

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