Ingolstadts doppelte Premiere beim 2:0 gegen Frankfurt – erstes Heimtor, erster Sieg vor eigenen Fans Schluss mit dem Minutenzählen

Ingolstadt. Als Pascal Groß noch eine Stunde nach dem Abpfiff im Bauch des Ingolstädter Sportparks stand und ausführlich über den 2:0 (0:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt sprach, bog Ralph Hasenhüttl um die Ecke. Der Trainer des FC Ingolstadt erblickte seinen Mittelfeldspieler, holte aus und gab ihm mit der flachen Hand einen kräftigen Schlag auf den Rücken.
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Von Maik Rosner

Als Pascal Groß noch eine Stunde nach dem Abpfiff im Bauch des Ingolstädter Sportparks stand und ausführlich über den 2:0 (0:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt sprach, bog Ralph Hasenhüttl um die Ecke. Der Trainer des FC Ingolstadt erblickte seinen Mittelfeldspieler, holte aus und gab ihm mit der flachen Hand einen kräftigen Schlag auf den Rücken. Groß schaute sich irritiert um und sah Hasenhüttl, wie dieser schelmisch die Zunge herausstreckte. Groß grinste, Hasenhüttl grinste.

Den Klaps hatte sich Groß redlich verdient. Denn der 24-Jährige hatte mit seinem Tor in der 78. Minute die doppelte Premiere des Aufsteigers entscheidend auf den Weg gebracht. Nicht nur, dass sein schöner Distanzschuss vom Innenpfosten zum ersten Bundesliga-Heimtor des FCI ins Frankfurter Tor geprallt war. Eingeleitet war so auch der erste Heimsieg der Oberbayern im Oberhaus, gekrönt vom Treffer zum 2:0-Endstand, den Stephan Lex kurz darauf erzielt hatte (84.).

„Wahnsinn – ein Kantersieg für unsere Verhältnisse“, scherzte Groß vergnügt nach zuvor drei 1:0-Erfolgen in der Ferne. Und ein bisschen ließ er sich nun auch von der aufgekratzten Stimmung um ihn herum anstecken, als er seinen Treffer nicht unbescheiden als „Supertor“ bezeichnete. „Ich freue mich, dass ich was Historisches geschafft habe – aber in erster Linie über den ersten Heimsieg“, sagte er. Hasenhüttl hatte zuvor bereits von einem „Riesenmoment für uns alle“ geschwärmt.

Die Frankfurter verließen Ingolstadt nach ihrem schwachen Auftritt dagegen restlos bedient. „Wenn man die zweite Halbzeit gegen Berlin und heute sieht, da muss man sich schon Sorgen machen und sehr wachsam sein“, sagte Trainer Armin Veh. Innenverteidiger Marco Russ befand gar: „Das war das mit Abstand schlechteste Spiel seit langem, das ich mitgemacht habe. Eine Frechheit, die Fans haben zurecht gepfiffen. Wahnsinn, was wir angeboten haben.“

In der ersten Halbzeit hatte das durchaus für die Darbietung beider Teams gegolten, die sich ständig ineinander verhakten und derart viele Fehlpässe fabrizierten, dass jeden F-Jugendlichen das Grauen hätte erfassen können. Nach dem Seitenwechsel steigerten zunächst die Ingolstädter den Unterhaltungswert mit zwei ordentlichen Torchancen, dann kam die Eintracht kurz auf – ehe Groß zu seinem Distanzschuss mit seinem schwächeren linken Fuß ansetze und Ingolstadt vom Minutenzählen erlöste. In gut dreieinhalb Heimspielen hatte es 348 Minuten gedauert, ehe weite Teile der 15 000 Zuschauer erstmals einen Treffer des FCI beklatschen durften. Kurz darauf konnte Lex locker einschieben, da Frankfurts Torwart Lukas Hradecky bei seinem Ausflug am Ball vorbeilief – was sinnbildlich für den Eintracht-Auftritt stand.

Hasenhüttl hatte für die Leistungssteigerung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit dann noch eine ganz eigenwillige Erklärung. „Das ist immer so, wenn wir in der zweiten Halbzeit auf unsere Tribüne spielen. Rechts von der Trainerbank sitzen die ganzen Spielerfrauen – da wollen sie dann richtig zeigen, wie gut sie sind. . .“, sagte er. Eintracht-Kollege Veh lauschte aufmerksam und sorgte dann für den einzigen heiteren Moment der Frankfurter an diesem Tag, als er witzelte: „Das wäre mal eine Idee für uns vielleicht.“

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