Fußball Bezirksliga Schmucklose Pflichterfüllung

Der TV Oyten verwaltet nach einer 3:0-Pausenführung das Ergebnis gegen ein ideenloses Schlusslicht vom ATSV Scharmbeckstotel.
31.10.2018, 18:18
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Schmucklose Pflichterfüllung
Von Patrick Hilmes

Oyten. „Da kann man erzählen, machen und tun, was man will. Das bringt alles nichts.“ Dieses Zitat stammt von Axel Sammrey, Coach des Fußball-Bezirksligisten TV Oyten. Bezogen ist es auf das Spiel seines TVO gegen den ATSV Scharmbeckstotel, insbesondere auf die zweite Halbzeit. Sammreys Mannen stellten das Endergebnis von 3:0 bereits bis zur Pause her. Im Anschluss glänzten seine Spieler eher durch Passivität. Doch gegen ein spielerisch schwaches und im Angriff harmloses Schlusslicht aus Scharmbeckstotel genügte das, um auch im neunten Spiel in Folge ungeschlagen zu bleiben.

Am Ende stand ein ungefährdeter Heimsieg, doch der Beginn wurde von den Gästen geprägt. In der zweiten Spielminute scheiterte nach einer Ecke Scharmbeckstotels Defensiv-Akteur und Kapitän, Eike Pupat, per Kopf am Querbalken des Oytener Gehäuses. Eine Schrecksekunde für die Gastgeber, die danach aber befreit aufatmen konnten. Es sollte nämlich die einzige nennenswerte Chance des Trägers der Roten Laterne bleiben.

Fortan übernahm Oyten die Spielkontrolle und durfte bereits eine Minute später erstmals jubeln. Stürmer Pascal Döpke wurde lang geschickt, glänzte mit einer starken Ballannahme, dann aber mit einem schwachen Abschluss. Sein Schuss der Marke Rückpass glitt jedoch ATSV-Keeper Nils-Linus Sievert durch die Hände zum 1:0 (3.). Der TVO roch die Verunsicherung der Gäste förmlich und übte weiter Druck aus. Immer, wenn die Sammrey-Elf schnell über die Außen nach vorne spielte, wurde das Manko des ATSV deutlich sichtbar. Schlicht und ergreifend war die Defensive der Gäste zu langsam, um mit Döpke und Co. Schritt zu halten.

Dass das 2:0 dennoch 20 Minuten auf sich warten ließ, war dem Umstand geschuldet, dass Pascal Döpke entweder zu eigensinnig agierte und seinen frei stehenden Mitspieler Elvedin Bibic übersah, oder dass Döpke bei Querpässen auf ihn eine Schuhgröße mehr benötigt hätte. In Minute 23 durfte aber dann das 2:0 bejubelt werden. Es ging auf das Konto von Elvedin Bibic. Der 18-Jährige setzte sich stark vor dem Sechzehner durch, ließ den herauseilenden Keeper ins Leere rauschen und bewies auch noch die Ruhe, einen weiteren Gegenspieler auszuspielen, ehe er den Ball ins Tor schob. „Er hat das sehr gut gemacht, hat gute Anlagen und ist rotzfrech“, lobte ihn sein Trainer.

Trotz weiterer Oytener Chancen – unter anderem scheiterte Döpke per Fernschuss nach kurz ausgeführter Ecke an der Latte (36.) – dauerte es bis zur Schlussminute der ersten Halbzeit, ehe das 3:0 fiel. Der Angriff des TVO schien bereits gescheitert zu sein, da setzte sich Henrik Müller beim Abpraller gegen seinen Widersacher durch und erzielte im Fallen das dritte und letzte Tor des Tages.

Es folgte die Pause, die ebenso spannend war wie fast die gesamte zweite Hälfte. Rund 15 Minuten versuchten die Gastgeber, das Resultat noch höher ausfallen zu lassen. Nachdem das nicht gelungen war, wurde in den Modus Ergebnisverwaltung umgeschaltet. „3:0 gegen den Tabellenletzten – Ich glaube, der Wille war da. Aber im Unterbewusstsein ist es dann drin“, betonte Axel Sammrey. Mit „es“ meinte der Coach das Gefühl, man müsse nicht mehr viel machen, um die drei Punkte einzufahren. Zwar war das nicht schön, aber es stimmte. Oyten wollte anschließend nicht mehr, Scharmbeckstotel konnte scheinbar nicht mehr. Die Gäste wurden zwar durch die Passivität ihres Gegners zum Spielen eingeladen, wussten damit aber kaum Gefährliches zu bewerkstelligen.

Drei junge Nachwuchs-Kommentatoren begleiteten das Spiel vom Seitenrand aus die ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte noch – zur Unterhaltung der weiteren Zuschauer – ehe sie sich lieber selbst dem Spiel mit dem Ball widmeten. Diese Szene spiegelt den Verlauf der letzten halben Stunde treffend wider. Letztlich tat der TV Oyten nur das Nötigste, und im Arbeitszeugnis des ATSV konnte lediglich das Wort bemüht vermerkt werden. Es war eine schmucklose Pflichterfüllung für den TV Oyten.

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