HSG Schwanewede/Neuenkirchen gastiert bei der HSG Barnstorf/Diepholz / Schlagerspiel am fünften Spieltag Schöne Momentaufnahme

Schwanewede. „Das Casting hat begonnen.“ Malte Waldow, der Trainer der HSG Schwanewede/Neuenkirchen, hat es seiner Mannschaft am vergangenen Pokalwochenende in Hastedt mitten aufs Brot geschmiert: Nur wer zu kratzen und zu beißen anfängt, der qualifiziert sich auch für das Spitzenspiel an diesem Freitag in der Handball-Oberliga Nordsee der Männer.
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Von Olaf Kowalzik

„Das Casting hat begonnen.“ Malte Waldow, der Trainer der HSG Schwanewede/Neuenkirchen, hat es seiner Mannschaft am vergangenen Pokalwochenende in Hastedt mitten aufs Brot geschmiert: Nur wer zu kratzen und zu beißen anfängt, der qualifiziert sich auch für das Spitzenspiel an diesem Freitag in der Handball-Oberliga Nordsee der Männer. Dafür nimmt der „Schwäne“-Coach sogar ein 16er-Aufgebot um 20 Uhr in die Diepholzer Mühlenkamphalle mit.

Zum Kampf zweier brandheißer Anwärter auf die Oberliga-Krone, wie es der Gastgeber HSG Barnstorf/Diepholz auf seiner Facebook-Seite formuliert. Beide Teams stehen mit 10:0 Punkten an der Tabellenspitze, getrennt durch 14 Tore. Zusammen mit dem ebenfalls noch verlustpunktfreien SV Beckdorf erwarten die Diepholzer von diesen Klubs einen Dreikampf um den Titel.

Malte Waldow fühlt sich davon zwar einerseits geschmeichelt, dennoch liest er das vom Favoritenkreis gar nicht gerne. Nicht nur, weil der Gastgeber offenbar den TV Bissendorf-Holte in seiner Rechnung unterschlagen hat. Vor allem deshalb, weil er seine Mannschaft zurzeit absolut nicht als den großen Meisterschaftsfavoriten ansieht. „Das sind wir nicht“, weist er das extreme Hochjubeln seines Teams weit zurück. „Befänden wir uns jetzt am 15. Spieltag, dann wäre alles klar, dann würde ich auch von einem Topspiel sprechen. Aber es sind gerade erst fünf Spieltage absolviert…“

Daher sieht er die Platzierung als schöne Momentaufnahme an, mehr nicht. „Wir hatten mit dem Spielplan und den Aufstellungen unserer Gegner schon etwas Glück gehabt. Dafür schäme ich mich aber nicht“, sagt er. Aber mal ehrlich. Durchgehend vom ersten Spieltag an den Liga-Gipfel zu verteidigen, das kommt ja auch nicht so von ungefähr. Und auch ein Spiel bei den Haudegen von Bremervörde will erst einmal gewonnen werden.

Mit Ole Harms, Mathias Fischer, Markus Kuhnt, Sönke Dierks oder auch jüngst mit Daniel Sommerfeld haben die „Sahneschnitten“ in dieser Saison deutlich an Qualität hinzugewonnen. Dadurch waren sie in der vierten Liga solch ein beständiger Gipfelstürmer und Verteidiger wie schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr. Insofern ist der Respekt der Konkurrenz durchaus zu verstehen. „Wir sind jetzt näher an Barnstorf dran“, gibt Malte Waldow zu. Mehr aber auch nicht.

Für das Schlagerspiel hat die HSG Schwanewede/Neuenkirchen jetzt extra von einem kleinen Bus auf ein 50-Personen-Gefährt umgesattelt, um sich einer kleinen Fan-Kolonie sicher zu sein. Mit auf die Reise begibt sich ein 16-köpfiger Kader, darunter die A-Jugendlichen Vibulan Sivanathan und Tim Paltinat. Welche 14 Namen letztendlich wirklich auf dem Spielberichtsbogen landen werden, das legt Malte Waldow erst direkt vor dem Anpfiff fest.

Denn nur wer absolut brennt und sich in Topform befindet, der soll auch im aktuellen Titanen-Duell spielen. Zweifellos ein Vorteil des üppigen Schwaneweder Aufgebots, für das den Coach einige im Vorfeld der Saison durchaus schief angesehen hatten. Malte Waldow wird in Diepholz wieder auf sein Steckenpferd, eine starke Verteidigung, setzen, zurzeit die beste der Liga. „Wenn wir den bärenstarken Gastgeber auf 20 bis 24 Tore drücken können, dann wäre für uns etwas drin“, gibt er sich nicht duckmäuserisch. Auch wenn ihm mit Markus Kuhnt ein enorm wichtiger Linkshänder verletzungsbedingt fehlt.

Casting-Entdeckung

Dafür hat sich Christian Schwarze als Casting-Entdeckung empfohlen. Nach seinem Kreuzbandriss wurde er zuletzt in der Reserve geparkt, im Pokal hatte er dann gegen die SG Bremen-Ost dreimal und gegen Hastedt vier weitere Male zugelangt. „Es geht allmählich voran“, war der rechte Rückraumschütze nach seinem holprigen Start am Ende zufrieden. „Blackys Würfe sind eine Waffe, wir wollen diese einfachen Tore zumindest mit dabei haben“, betont Malte Waldow.

Seine Mannschaft war schon in der vergangenen Saison zweimal bis zur 50. Minute an der HSG Barnstorf/Diepholz dran, jetzt sollen es möglichst 55 Minuten (oder mehr) werden. „Wenn wir den Gastgeber so lange vor eine richtige Aufgabe stellen, dann entscheiden nicht die Kaderqualität oder die Kondition, sondern die Cleverness und die besseren Nerven.“ Und genau in diesem Fall traut Malte Waldow seinem Team einiges zu.

Freitag, 20 Uhr, Diepholzer Mühlenkamphalle

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