WM «Schützen-Schumi» vor letztem WM-Start

München. Der Weg nach München führt für «Schützen-Schumi» über Suhl. Auf dem Friedberg im Thüringer Wald, seiner Heim- und Wirkungsstätte als Trainer, will er sich in dieser Woche perfekt auf die Weltmeisterschaft (29.7.-11.8) vorbereiten.
27.07.2010, 11:20
Lesedauer: 2 Min
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München. Der Weg nach München führt für «Schützen-Schumi» über Suhl. Auf dem Friedberg im Thüringer Wald, seiner Heim- und Wirkungsstätte als Trainer, will er sich in dieser Woche perfekt auf die Weltmeisterschaft (29.7.-11.8) vorbereiten.

«Dabei will ich sehen, wie ich es hinkriege, am Schießstand mit mir zu arbeiten. Da geht's weniger um Ringzahlen als vielmehr darum, technisch sauber zu schießen», beschreibt Ralf Schumann seine Intentionen.

Je besser das dem dreimaligen Olympiasieger gelingt, umso größer werden seine Aussichten für ein erfolgreiches WM-Abschneiden. «Ich mache den Erfolg in München aber nicht an Ringzahlen fest, auch nicht an Medaillen, die andere von mir erwarten», stellt Schumann klar.

Die Titelkämpfe seien schon an sich eine tolle Sache. «Doch der Wert der Heim-WM besteht auch darin, dass wir als Deutscher Schützenbund den Stellenwert des Schießsports in unserem Land darstellen können. Sportlich ist es für mich eine WM wie jede andere», meint der älteste und zugleich dienstälteste Starter im deutschen WM- Aufgebot.

«Wenn er sich da mal nicht täuscht. Eine Heim-WM muss kein Heimvorteil sein. Der Rummel um die deutschen Schützen wird in München viel größer sein als bei Titelkämpfen im Ausland», schränkt Bundestrainer Peter Kraneis ein. Um etwas dem Trubel zu entgehen, wird Schumann erst zwei Tage vor seinem Wettkampf am 5. und 6. August in München anreisen.

Schumann ist neben Skeet-Schütze Axel Wegner der einzige aus der aktuellen deutschen Mannschaft, der Erfahrungen von einer Heim-WM hat. 1986 feierten beide in Suhl ihren WM-Einstand: Schumann holte damals zwei Bronzemedaillen im Einzel und mit der DDR-Mannschaft; der 88er Olympiasieger Wegner belegte einen siebten Platz.

«Diesmal muss ich mich und die Titelkämpfe aber nicht über eine Medaille definieren. Ich habe einen ganz anderen Wert gefunden in Gott. Ich weiß, dass dieser Wert nicht von Leistung abhängt. Das ist für mich maßgebend», erläutert der - seit einigen Jahren - gläubige Christ Schumann.

Er verbindet seine WM-Ziele auch nicht mit Edelmetall. «Klar will ich gewinnen. Ich weiß aber auch, wie schwer der Weg aufs Siegertreppchen ist. Und wenn man das Rechnen anfängt, ist die Gelegenheit schon rum. Meine Aufgabe ist es, sauber zu schießen. Die der Kampfrichter, danach die Ergebnisse zusammenzurechnen», formuliert der 48-Jährige pragmatisch.

Bei internationalen Wettkämpfen rargemacht hat sich der Schnellfeuerpistolen-Schütze mit nur zwei Weltcupstarts in diesem Jahr nicht aus eigenen Antrieb, sondern den Zwängen seines Studiums an der Kölner Trainer-Akademie geschuldet. Das Diplomtrainer-Studium wird der zweimalige Weltmeister und siebenmalige Europameister sowie vielfache Mannschafts-Titelträger im Sommer kommenden Jahres abschließen.

Das im Studium erworbene Wissen will er bei der Vorbereitung auf London 2012 einbringen: «Direkt beim Schießen hilft mir das nicht, wohl aber dabei, wie ich mich in den nächsten Jahren intelligenter vorbereiten kann.» London würde Schumanns siebter und letzter olympischer Auftritt als Schütze sein. Dass es nicht seine achten Spiele werden, verhinderte der Olympia-Boykott der DDR 1984. (dpa)

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