Abschiedsspiel am Sonnabend

Schulle sagt „Tschö“

Im Herrenbereich hat Christian Schult immer für die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst gespielt. 19 Jahre lang hat er alles für seinen Klub gegeben. Nun tritt er ab und wird gebührend verabschiedet.
18.08.2018, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup

Seckenhausen-Fahrenhorst. Christian Schult hat im Herrenbereich nur für eine einzige Fußballmannschaft gespielt: 19 Jahre lang gab es für ihn nur die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. In fast zwei Jahrzehnten kam kein Trainer an ihm vorbei. Seit Sommer aber muss Dirk Hofmann, Coach der TSG-Bezirksligamannschaft auf seinen Kapitän verzichten. Denn Schult spielt nur noch für die Altherrenmannschaft. Seine Verdienste aber sind unvergessen, deshalb findet an diesem Sonnabend ab 16 Uhr ein Abschiedsspiel für „Schulle“, wie der 37-Jährige genannt wird, statt.

Christian Schult muss man einfach gern haben. Das findet zumindest Diego Wagner, Fußball-Spartenleiter bei der TSG. „Schulle ist so ein unaufgeregter, sympathischer Mensch. Von denen sollte es noch mehr auf der Welt geben.“ Charakterlich ist Schult über jeden Zweifel erhaben. Selbiges gilt für seine sportlichen Leistungen. Nicht umsonst hat Ex-Trainer Jürgen Arnebold einst über ihn gesagt: „Der hätte viel höher spielen können.“ Das weiß auch Schult, dem immer wieder Anfragen vorlagen. Doch Jahr für Jahr lehnte er ab. Er sah keinen Grund, seinen Verein zu verlassen. „Ich habe mich hier immer sehr, sehr wohl gefühlt. Sportlich ist es in den ganzen Jahren eigentlich immer besser geworden und das Umfeld ist sowieso toll. Das ist für den Hobbybereich besonders wichtig.“ Die TSG war immer Schults Wohlfühloase. Er selbst hat seinen Teil dazu beigetragen, dass es sowohl sportlich als auch menschlich über die Jahre meist sehr gut lief. Auf dem Platz hat er verlässlich seine Leistung gebracht, ist über die Jahre zu einer echten Führungsfigur und letztlich zum Kapitän geworden. Weder Jürgen Arnebold noch Torben Budelmann oder Thomas Winsemann, Wilco Freund und zuletzt Dirk Hofmann wollten auf ihn verzichten. Sie bauten auf Schulle – und wurden nie enttäuscht. Schult selbst, der mit sieben Jahren in Brinkum mit dem Fußballspielen begann und sich „fußballerisch ganz gut“ findet, kam unter jedem Trainer zurecht, auch das passt zu ihm.

In seiner Laufbahn hat der 37-Jährige viel erlebt. „Es ist natürlich immer schön, wenn man aufsteigt“, denkt er besonders gern an die rauschenden Feste nach besonders erfolgreichen Spielzeiten zurück. Dreimal durfte er nach eigener Aussage feiern, weil die TSG den Sprung in eine höhere Liga geschafft hat, zuletzt im Sommer 2016, als die Rückkehr in die Bezirksliga feststand. „Es gibt sehr viele schöne Erinnerungen. Auch an die Spieler, mit denen man zusammen auf dem Platz stehen durfte wie Nico Kiesewetter (heute TSV Etelsen, d. Red.) oder Marcel Dörgeloh (Brinkumer SV, die Red.)“, fügt er an. Ihm persönlich sei es immer wichtig gewesen, der Mannschaft zu helfen. Dabei nahm er eine zentrale Rolle ein, ohne sich selbst ins Zentrum zu drängen. „Auch deshalb hat es mit Schulle immer so viel Spaß gemacht“, weiß Wagner die soziale Kompetenz Schults zu schätzen.

In den vergangenen Jahren reifte im Vollblut-Sportler der Entschluss, kürzerzutreten. In diesem Sommer stand er zum ersten Mal nicht während der Vorbereitung der TSG auf dem Platz und erlebte eine neue Flexibilität, über die sich auch seine Familie gefreut hat. Der 37-Jährige nutzte die Zeit und nahm am Silbersee-Triathlon in Stuhr teil. „Das war seit Jahren mein Ziel. Aber es passte wegen der ersten Pokalrunde terminlich nie“, erzählt er. Dem Fußball verbunden ist Schult weiterhin. Er steht für die Altherrenmannschaft der TSG auf dem Platz und ist als Zuschauer dabei, wenn die Erste in der Bezirksliga um Punkte kämpft. Noch läuft es nicht rund, nur ein Punkt steht nach zwei Spielen auf der Habenseite. Kommt Schult also zurück? „Eigentlich plane ich das nicht. Aber wenn Not am Mann ist . . .“, weiß er, dass Aufhören besonders im Amateurfußball schwierig ist.

An diesem Sonnabend wird Schult definitiv auf dem Platz stehen. Um 16 Uhr treffen zwei Allstar-Teams, die er selbst zusammengestellt hat, aufeinander. Zuvor treffen sich die Spieler der Aufstiegself von 1993 und die der Meistermannschaft von 2008 ab 15 Uhr ebenfalls zum lockeren Spaß-Kick. Wenn Ehrenspielführer Schulle danach sportlich Abschied nimmt, will er noch einmal zeigen, was er kann. „Ich hoffe, dass die Jungs mir ein paar Freiheiten lassen“, schmunzelt er. „Ein Doppelpack wäre zum Abschluss nicht schlecht.“

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