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Schumacher-Arzt: Sind soweit - 2 statt 4 Räder

Valencia. Michael Schumacher tauschte erstmal die vier dicken gegen zwei schmale Reifen, für das Comeback im Silberpfeil ist der 41-Jährige aber auch aus ärztlicher Sicht endgültig bereit.
02.02.2010, 16:30
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Schumacher-Arzt: Sind soweit - 2 statt 4 Räder

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dpa

Valencia. Michael Schumacher tauschte erstmal die vier dicken gegen zwei schmale Reifen, für das Comeback im Silberpfeil ist der 41-Jährige aber auch aus ärztlicher Sicht endgültig bereit.

«Wir sind soweit», sagte sein Arzt Johannes Peil in Valencia der Deutschen Presse-Agentur dpa. Und ergänzte: «Michael kann sich wieder aufs Fahren konzentrieren.»

Schumachers Comeback-Versuch im vergangenen Sommer für Ferrari war an der Schädelbasisverletzung als Folge eines Motorradunfalls vor einem Jahr gescheitert. «Wir sind von der Verletzung weg», betonte Peil. Schumacher selbst hatte tags zuvor schon lächelnd nach seinem ersten Formel-1-Test 2010 in Sachen Nacken erklärt: «Den habe ich gut eingeölt, alles Rostige ist entfernt. Jetzt kann es vorangehen.»

Getreu dem Motto: Zurück zur Normalität. Schumacher sei jetzt wieder im normalen Zyklus. «Er kann den normalen Umfang trainieren», erklärte Peil am Rande der Testfahrten auf dem Circuit Ricardo Tormo. Und das heißt: Vier bis sechs Stunden Training und Behandlung pro Tag. Kein Problem für Fitness-Freak Schumacher. «Er wirkt auf uns alle nicht wie ein 41-Jähriger», betonte Peil. «Es hätte natürlich auch sein können, dass ich mit 41 Jahren einfach nicht mehr mit von der Partie sein kann», hatte Schumacher nach seinen ersten 40 Runden im neuen Silberpfeil von Mercedes Grand Prix gesagt. Aber die Zeiten hätten gezeigt, «dass das nicht der Fall ist».

Durchtrainiert, topfit, bis in die (allerdings nach eigenem Bekunden gefärbten) Haarspitzen motiviert - das ist «Schumi 2010». Schumacher sei sich voll bewusst, welche Rolle Training und Therapie im höheren Alter spiele, um die gleiche Leistung zu bringen - schließlich fuhr er seinen siebten und bis dato letzten WM-Titel 2004 und folglich mit 35 Jahren ein. Sein letztes Rennen datiert vom 22. Oktober 2006. Worauf es für Schumacher nun vor allem ankommt, ist die Arbeit in den Bereichen Koordination, Geschicklichkeit und Schnelligkeit. «Sie erfordern mehr Trainingsarbeit als Kondition», erklärte Peil.

Der Spaß am PS-Spektakel ist Rückkehrer Schumacher anzumerken. «Es war schön, seine Freude zu sehen», sagte Teamchef Ross Brawn in einem Interview auf der Homepage des Fachmagazins «autosport». 40 Runden in insgesamt 90 Minuten Stunden absolvierte er am 1. Februar, die drittbeste Zeit sprang dabei gar heraus. Und das, nachdem er zuletzt im April 2008 einen richtigen Test in einem aktuellen Formel-1-Wagen absolviert hatte. «Es wäre eher eine Überraschung für mich gewesen, wenn er dort nicht gestanden hätte, wo er war», befand Brawn zu Schumachers drittem Rang. Und «Es war nur eine Bestätigung dessen, was wir beide denken: Michael sollte konkurrenzfähig sein.»

Erst am 3. Februar wird er wieder am Steuer des MGP W01 sitzen. Zunächst drehte Nico Rosberg, der auch von der Sportklinik in Bad Nauheim betreut wird und dem Chefarzt Peil ebenso attestierte, «topfit» zu sein, die weiteren Proberunden. Schumacher schwang sich dagegen aufs Rennrad. Mit silbergrauem Helm, roter Jacke und langer Hose angesichts Temperaturen von knapp über 10 Grad Celsius trotz herrlichen Sonnenscheins ging es auf Tour. Begleitet von seinem Physio. Dann will er sich noch mit seinem Helmhersteller zusammensetzen, es geht wie immer bei Schumacher um Feinjustierungen auf dem Weg zur Perfektion. Denn dem Zufall will der siebenmalige Weltmeister nichts überlassen, wenn er am 14. März in Bahrain beim Saisonauftakt sein mit Spannung erwartetes Comeback geben wird. (dpa)

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