Tennis-Damen fürchten Abstieg

Schwere Gegner im Lostopf

Leipzig. Mit Interviews, ständigen Anrufen oder Kurznachrichten will Angelique Kerber in den kommenden Tagen nichts mehr zu tun haben. „Ich werde das Handy ausmachen und mich erst einmal nicht bewegen“, sagte Deutschlands neuer Tennis-Liebling am Montag.
09.02.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Kristina Puck

Mit Interviews, ständigen Anrufen oder Kurznachrichten will Angelique Kerber in den kommenden Tagen nichts mehr zu tun haben. „Ich werde das Handy ausmachen und mich erst einmal nicht bewegen“, sagte Deutschlands neuer Tennis-Liebling am Montag. Ausgelaugt machte sich die 28-Jährige am Tag nach dem 2:3 des deutschen Teams gegen die Schweiz von Leipzig aus auf den Weg zurück nach Kiel. Zu verarbeiten hat sie genug. Der emotionale Australian-Open-Triumph und das ernüchternde Aus im Fedcup, das die deutschlandweite Euphorie schnell eindämmte, liegen hinter ihr.

Zurückgezogen in der Heimat wird Kerber mitbekommen, gegen wen sie sich gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen in der Abstiegsrelegation auseinandersetzen muss. Am Dienstag (13 Uhr) werden im Hauptquartier des Weltverbandes ITF in London die Lose für die Play-offs gezogen. „Ich habe keinen Wunschgegner. Aber egal gegen wen, einfach wird es nicht“, sagte Kerber.

Der deutschen Auswahl drohen am 16. und 17. April Kontrahenten mit Weltklasse-Format: die USA mit Serena Williams oder Spanien mit zwei Top-Ten-Spielerinnen, der Wimbledon-Halbfinalistin Garbine Muguruza und Carla Suarez Navarro. In der Verlosung ist zudem Rumänien mit der Weltranglisten-Dritten Simona Halep – und Weißrussland mit Victoria Asarenka.

Da kam auch bei Teamchefin Barbara Rittner keine wirkliche Freude auf. Erst am Tag nach der knappen Viertelfinal-Pleite gegen die Schweizer um die erfahrene Martina Hingis und die erst 18-jährige, aber erstaunlich abgeklärte Belinda Bencic schaute sie sich die Ergebnisse der Weltgruppe II an. „USA auswärts wäre nicht schön. Spanien ist auch schwer“, sagte Rittner der Deutschen Presse-Agentur und klang noch etwas mitgenommen. Einen Wunsch hatte sie ebenfalls nicht: „Das ist mir eigentlich egal. Man muss einfach sehen, was kommt.“

Nach dem verpassten Halbfinal-Knaller gegen Titelverteidiger Tschechien wollen Kerber, Andrea Petkovic, Annika Beck und die Ersatzspielerinnen selbstverständlich vermeiden, auch 2017 nicht um den Titel mitzuspielen. Vor den vergangenen beiden erfolgreichen Fedcup-Jahren hatten die Deutschen das Image einer Fahrstuhl-Mannschaft. Abgestiegen sind sie zuletzt 2012. Eine Blamage wäre ein Rausrutschen aus den besten acht Teams der Welt diesmal etwa bei einem Aufeinandertreffen mit den Williams-Schwestern in den USA oder einer spanischen Auswahl in Bestbesetzung allerdings nicht.

Die Mannschaft saß am Sonntagabend zwar enttäuscht beim gemeinsamen Abendessen im Hotel beisammen, versuchte aber bereits wieder positiv nach vorn zu blicken. Viel Zeit zum Grübeln und Ausruhen hält das gewöhnliche Leben eines Tennis-Profis ohnehin nicht bereit. Angelique Kerber wird voraussichtlich schon Ende der Woche oder am Wochenende zum nächsten Turnier in Dubai aufbrechen.

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