Fußball Schwere Zeiten für den TSV Okel

Der TuS Sudweyhe hat dem TSV Okel die Grenzen aufgezeigt. Die Okeler erreichten bei der deutlichen Niederlage nicht annähernd Bezirksliga-Niveau.
18.08.2019, 20:29
Lesedauer: 3 Min
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Von Sven Hermann

Für Lutz Schröder, Trainer des TSV Okel und gleichzeitig A-Junioren-Coach und Jugend-Koordinator beim TuS Sudweyhe, war es alles andere als ein schöner Sonntag. Sein Team ging im Gastspiel ausgerechnet beim TuS Sudweyhe auch im zweiten Auswärtsspiel der Saison mächtig unter. Nach dem 0:8 zum Auftakt in Twistringen setzte es nun ein 1:8 (1:4) beim Nachbarn. Zählt man die 1:6-Pokalpleite in Drakenburg dazu, war es schon die dritte empfindliche Pleite in der noch jungen Serie. Es war schon beängstigend, mit welcher Leichtigkeit die Sudweyher durch die Okeler Abwehrreihen marschieren konnten. Der Aufsteiger erreichte nicht annähernd Bezirksliga-Niveau. Der Schröder-Elf stehen offensichtlich schwere Zeiten bevor.

„Mit Bezirksliga hatte das nichts zu tun. Unsere Naivität im Zweikampfverhalten war schon gravierend. Im Mittelfeld haben wir überhaupt keinen Zugriff bekommen und in der Defensive die Räume nicht dicht bekommen“, kritisierte Schröder schonungslos. Dabei mussten die Gastgeber schon vor dem Anpfiff auf der Torhüter-Position einen Wechsel vornehmen. Bei Stammkeeper Jannik Theiß traten beim Aufwärmen Probleme im Leistenbereich auf, sodass für ihn Lucas Faltus, eigentlich Reserve-Torhüter bei der Zweitvertretung, den Platz zwischen den Pfosten einnahm. Faltus bekam zunächst einmal nicht viel zu tun, denn die Sudweyher diktierten gleich zu Beginn ganz klar das Geschehen. Nach einem Eckball von Jason-Mark Traemann köpfte der aufgerückte Linksverteidiger Calvin Helms das Leder an den Pfosten (9.). Nur eine Minute später landete ein Abschluss von Marvin Brüggemann ebenfalls am Aluminium.

Mit einem beherzten Schuss über Okels Torhüter Lucas Feldmann hinweg konnte Stephen Bohl, dem insgesamt vier Treffer gelangen, anschließend die Führung erzielen (12.). Dann steuerte Robin Engelhardt, der von Malte Pirngruber in Szene gesetzt wurde, allein auf Feldmann zu, konnte diesen jedoch nicht bezwingen (16.). Wie aus heiterem Himmel kamen die Gäste zum Ausgleich. Rico Volkmann spielte eine kurze Ecke auf Marvin Zwiebler und erhielt das Spielgerät umgehend zurück. Von der Strafraumkante zog Volkmann dann ab und sein Sonntagsschuss landete im linken Winkel (21.). Doch der zahlreich mitgereiste Okeler Anhang konnte sich in diesem einseitigen Derby nicht lange am Ausgleich erfreuen. Einen Freistoß von Traemann verlängerte Tobias Hall per Kopfball in die Maschen (27.). Bis zum erlösenden Halbzeitpfiff aus Sicht des Aufsteigers war Bohl zwei weitere Male erfolgreich. Beide Male profitierte er von Hereingaben seines Sturmpartners Engelhardt, die er nur noch einzuschieben brauchte (29./38.). Dem Tempo der Sudweyher waren die Okeler nicht gewachsen. Immer wieder wurden der Okeler Defensivverbund einfach überlaufen oder schwindelig kombiniert. Die Okeler Spieler schauten tatenlos zu, begleiteten ihre Gegenspieler lediglich, anstatt sie zu stören. Auch beim 5:1 durch Brüggemann präsentierte sich die Abwehr des Tabellenletzten offen wie ein Scheunentor (50.). Zwei Minuten zuvor wurde Engelhardt überhaupt nicht gehindert, jedoch scheiterte er an Feldmann. Helms (55.) und Brüggemann (58.) vergaben weitere Hochkaräter, ehe Engelhardt sich gegen Innenverteidiger Manuel Hopp durchsetzte und dann ganz uneigennützig zum Torschützen Bohl weiter passte (67.). Es brannte lichterloh im Okeler Strafraum. Helms (69.) und Gianluca Causo (70.) hatten noch Pech. Dann ließ der kurz zuvor eingewechselte Yannik Meier Okels Abwehrspieler Thimo Eggers ganz alt aussehen und schlug erbarmungslos zu – 7:1 (74.). Auch beim abschließenden achten Sudweyher Torerfolg leistete die Gäste mächtig Schützenhilfe. Wieder einmal landete ein verunglückter Versuch des Spielaufbaus beim Gegner. Hall überliste Feldmann bei seinem zweiten Treffer dann ganz clever (84.). Einen kleinen Wermutstropfen mussten die Platzherren noch verknusen. Helms, der kurz zuvor Gelb gesehen hatte, erhielt nach einem harten Einsteigen gegen Marlon Reyher noch die Gelb-Rote Karte (88.) und wird den Sudweyhern im nächsten Spiel beim SV Heiligenfelde fehlen.

„Der Erfolg war überaus wichtig. Wir hatten eine intensive Trainingswoche. Deren Inhalte haben die Jungs heute gut umgesetzt. Die Geschwindigkeitsdefizite beim Gegner haben wir eiskalt ausgenutzt. Der Ausfall von Calvin Helms ist natürlich ärgerlich“, bilanzierte Mach, der seinen Youngster Robin Engelhardt hervorhob. „Er hat ein tolles Spiel gemacht. Sein Tempo kam ihm zugute, zudem gelangen ihm drei Assists. Die Ruhe vor dem Tor fehlt ihm noch“, so Mach. „Einige in unseren Reihen sind noch nicht bereit für die Bezirksliga“, lautete dagegen die bittere Erkenntnis von Lutz Schröder.

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