Futsal-Hallenkreismeisterschaft Schwerer Ball und ungewohnte Auszeiten

17 Teams spielten in der Qualifikation sechs offene Plätze aus. Aus Delmenhorst schafften das der DBV, Borussia und Hicretspor. Dazu kommen Bookholzberger TB, SF Littel-Charlottendorf und SV Rethorn.
18.12.2017, 17:33
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Ralf Kilian

Ganderkesee. 17 Vereine sind in Ganderkesee angetreten, um die letzten sechs Teilnehmer für die erste Futsal-Hallenmeisterschaft auszuspielen, die für alle Klubs im Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst verpflichtend ist. Nach 40 Partien qualifizierten sich der Delmenhorster BV, der Bookholzberger TB, die SF Littel-Charlottendorf, der SV Rethorn, Borussia Delmenhorst und der KSV Hicretspor für die Finalrunde. Im Januar treten in Hatten-Sandkrug 30 Teams zur Endrunde an.

Man darf gespannt sein, in welcher Formation gerade die Favoriten zur ersten Futsal-Hallenkreismeisterschaft antreten werden. Und vor allem, wie sie sich darauf vorbereiten werden. In der Qualifikationsrunde fiel auf, dass viele Akteure noch nicht regelsicher im Futsal sind. Oliver von Seggern von der SG Bookhorn, die als Veranstalter fungierte, bemerkte: „Die Mannschaften müssen sich erst mal mit dem Futsal vertraut machen.“ Oft mussten die Schiedsrichter Hilfestellung leisten.

Das Regelwerk bietet zudem einige taktische Kniffe – besonders die Herausnahme des Torwarts zugunsten eines fünften Feldspielers –, die die Mannschaften lernen müssen anzuwenden. Für die Endrunde gilt es vonseiten der Veranstalter, den Zeitplan etwas großzügiger zu gestalten. In Bookhorn gab es Verzug, weil beim Futsal in der Schlussminute eines Spiels die Uhr bei jeder Unterbrechung angehalten wird und weil alle Mannschaften von ihrem Recht Gebrauch machten, in jedem Spiel eine Auszeit zu nehmen.

In der Gruppe A landete der Delmenhorster BV aus der 2. Kreisklasse einen Start-Ziel-Sieg. Nach dem 5:0 über den SC Dünsen war das 4:1 über die Beckeln Fountains schon eine Vorentscheidung, zumal der DBV anschließend den Bookholzberger TB (3. Kreisklasse) durch ein torloses Remis auf Distanz hielt. Zwei knappe Erfolge über den Adelheider TV (3:1) und den TuS Vielstedt (1:0) brachten schließlich den Gruppensieg für die Schwarz-Gelben. Auf Platz zwei landete Bookholzberg, das mit Tobias Isermann (sieben Treffer) den besten Torschützen stellte. Auch der BTB blieb unbesiegt, leistete sich aber ein 1:1 gegen Beckeln. Die Fountains verpassten die Endrunden-Qualifikation trotz dreier Siege knapp.

Die einzige Rote Karte sah ein Dünsener Akteur wegen Beleidigung eines Gegenspielers, ansonsten gingen die Spieler fair miteinander um. Die ersten Gehversuche im Futsal waren holprig. „In den ersten beiden Spielen sah das bei allen Mannschaften noch mehr nach Hallenfußball aus. Da mussten die Schiedsrichter korrigierend eingreifen. Doch ab dem dritten Spiel hatten sich alle an die Futsalregeln gewöhnt, es wurden Auszeiten genommen und richtig Futsal gespielt“, meinte Bookhorns Abteilungsleiter Michael Thoms.

In der Gruppe B war das sportliche Niveau eher mäßig, dafür blieb es spannend bis zur letzten Minute. Im abschließenden Duell zwischen Colnrade und Littel hätten beide mit einem Sieg die Qualifikation schaffen können, bei einem Remis wäre der FC Hockensberg neben dem SV Rethorn dabei gewesen. Die Sportfreunde aus Littel siegten schließlich mit 2:0 gegen den klassenhöheren SCC und holten mit zehn Punkten den Gruppensieg. Rethorn erreichte ungeschlagen bei drei Remis das zweite Ticket für die Endrunde. Voraussetzung war in der vorletzten Partie ein 3:1-Erfolg über den Veranstalter, der sich nach dem überraschenden 1:0-Auftakt gegen Colnrade mit vier Niederlagen verabschiedete.

Als einziger Klub blieben die Kickers aus Ganderkesee sieglos und leisteten sich mit dem 0:7 gegen Hicretspor die höchste Niederlage. Allerdings hatten die Kickers auch drei Verletzte zu beklagen. Überhaupt wurden in der Gruppe C viel mehr Treffer bejubelt. Hicretspor setzte sich durch das 1:2 zum Auftakt gegen Döhlen selbst unter Druck, behauptete sich dann aber mit drei klaren Siegen und holte sich dank eines 3:0 über Borussia den Gruppensieg. Da waren die Borussen allerdings schon durch, außerdem stellten sie mit André Tüsselmann (sechs Treffer) den besten Schützen der Gruppe C.

Maik Scherschanski vom Ausrichter SG Bookhorn zog ein zufriedenes Fazit: „Die Ränge waren mit 200 Zuschauern immer gut gefüllt, die Spiele waren sehr fair und alles ist gut abgelaufen.“ Auf die Endrunde darf man gespannt sein, denn gerade das für viele ungewohnte Regelwerk und der schwerere Ball bieten Raum für Überraschungen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+