Neuer Landesstützpunkt Schwimmsport stellt Weichen

Mehr Talente, eine frühere Sichtung und ein professionelleres Training: Mit dem neuen Landesstützpunkt, gebildet von sieben Vereinen, verfolgt der regionale Schwimmsport ambitionierte Ziele.
10.02.2021, 17:00
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Von Dennis Glock

„Ich bin von dieser Idee und der Umsetzung mehr als begeistert. Mit diesem Konzept wird es uns hoffentlich gelingen, in naher Zukunft noch näher an den Talenten zu sein“, schwärmt Sönke Kühling, Leiter des Landesstützpunktes der Schwimmregion Oldenburg/Delmenhorst. Erst vor Kurzem hat der Landessportbund Niedersachsen in einem Schreiben den neuen Landesstützpunkt im Leistungssportbereich Schwimmen für die Jahre 2021 und 2022 anerkannt. Von dem neuen Konzept versprechen sich die Vereine eine bessere Förderung der Talente.

Das Ausbildungskonzept beruht auf drei aufeinander aufbauenden Trainingsgruppen. Rund 60 bis 70 Athleten sollen Teil dieses Konzepts sein. Hierfür will Kühling die Kinder schon so früh wie möglich an den Schwimmsport heranführen. Talente der Schulklassen drei und vier erhalten nach einer entsprechenden Sichtung die Möglichkeit, neben der Ausbildung in den Vereinsgruppen zudem an Training und Lehrgängen des Stützpunktes teilzunehmen. In der folgenden Ausbildungsetappe der Fünft- und Sechstklässler wird das Trainingsangebot dann erweitert. So ist angedacht, spätestens in der Trainingsgruppe der Siebtklässler den Sprung in den Bundes-, Landes- oder Bezirkskader zu schaffen. „Aus meinen Erfahrungen kann ich bestätigen, dass es definitiv Sinn macht, die Kinder schon mit sieben oder acht Jahren an das leistungsbezogene Schwimmen heranzuziehen. Hier erkennt man deren Talent und kann gegebenenfalls Abläufe und Techniken genau einstudieren. Dies ist in einem höheren Alter umso schwieriger“, betont der Stützpunktleiter.

Erfahrenes Trainerteam

Das Konzept wurde von insgesamt sieben kooperierenden Schwimmvereinen beziehungsweise -abteilungen erarbeitet, namentlich sind das der Oldenburger Schwimmverein, Bürgerfelder TB, Wardenburger Schwimm-Club, VfL Rastede, TSG Westerstede, Delmenhorster SV 05 und SV Wildeshausen. Gemeinsam haben diese Vereine rund 3000 schwimmende Mitglieder. Anders als in den vergangenen Jahren soll durch die hohe Anzahl der verschiedenen Standorte ein noch ambitionierteres und gleichzeitig qualitativ hochwertiges Schwimm- und Landtraining geschaffen werden. „In der Vergangenheit bestand der Stützpunkt mit dem PSV Oldenburg und dem Wardenburger Schwimm-Club lediglich aus zwei Vereinen. Vielen vereinsfremden Athleten fehlte hier schlichtweg die Identifikation. Dass wir nun sieben Vereine im Boot haben, ist eine tolle Sache. Zudem ist die Kooperation offen für weitere interessierte Schwimmvereine der Region“, betont Sönke Kühling.

Kühling selbst ist in der Schwimmszene wahrlich kein Unbekannter. Der 32-jährige Gymnasiallehrer kann auf mehr als 15 Jahre als Schwimmtrainer zurückblicken und war in seiner aktiven Zeit erfolgreicher Leistungsschwimmer. Aktuell ist er zudem im Bezirk Weser-Ems verantwortlich für die Trainerausbildung. Im neuen Landesstützpunkt wird ihm eine besondere Aufgabe zuteil. Er leitet die Stützpunktgruppe der Dritt- und Viertklässler im Bereich des Grundlagentrainings. Die anderen beiden Stützpunktgruppen werden von den DOSB-B-Lizenz-Trainern Jana Meints und Christian Gärtner betreut. Unterstützt werden sie dabei von mehr als zehn weiteren A-, B- und C-Lizenz-Übungsleitern der kooperierenden Vereine. „Eine theoretische Planung ist das eine. In der Praxis kommt es dann speziell darauf an, dass die Chemie zwischen Vertrauen und Kommunikation stimmt“, weiß Kühling.

Umsetzung aktuell schwierig

Wann der neue Stützpunkt mit seinen Gruppen in einen regulären Trainingsbetrieb starten kann, steht aufgrund der anhaltenden Pandemie-Einschränkungen allerdings noch nicht fest, denn die Bäder sind nach wie vor weitestgehend geschlossen. Kühling hat sich im Januar dahingehend gemeinsam mit seinem Team intensive Gedanken gemacht, wie eine Umsetzung des Plans inmitten der Pandemie überhaupt möglich erscheint. „Es ist eine große Herausforderung für uns alle. Sehr dankbar sind wir aktuell aber der Gemeinde Wardenburg. Sie hat es auf Basis der aktuellen Verordnungen und der umfangreichen Hygienekonzepte ermöglicht, dass den derzeitigen Landeskadersportlern Trainingszeiten im Hallenbad Wardenburg – wie an anderen Landesstützpunkten in Niedersachsen auch – unter Leitung der Landestrainer angeboten werden können. Bei unseren jüngeren Schwimmern müssen wir leider noch abwarten“, bedauert Kühling.

Hoffnung auf Besserung sieht er allerdings erst so richtig mit dem Beginn der Freibadsaison. Darauf muss der Stützpunkt aber noch einige Monate warten. Nichtsdestotrotz sind die Planungen für das zukunftsorientierte Projekt erst mal abgeschlossen. Sie müssen nur noch umgesetzt werden. „Es ist alles vorbereitet und die entsprechenden Trainingszeiten und -orte sind mit den Vereinen abgestimmt, in der Hoffnung, möglichst alle Schwimmerinnen und Schwimmer nach der langen Pause wieder begrüßen zu können.“

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