19. Württemberg-Cup

Seckenhausen-Fahrenhorst überrascht weiter

Am torlosen Mittwoch ärgert die TSG den Finalisten Bremer SV und zieht ins Spiel um Platz drei ein. Der TV Stuhr enttäuscht dagegen gegen den TSV Melchiorshausen, der sich ordentlich verabschiedet.
18.07.2018, 22:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup

Ristedt. Das Finale des 19. Württemberg-Cups in Ristedt steht fest: Der Bremer SV ist dem TuS Sulingen ins Endspiel gefolgt. Der Bremen-Ligist und Turnier-Rekordsieger überzeugte beim 0:0 gegen die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst allerdings nicht. Die TSG dagegen jubelte nach dem Schlusspfiff nicht nur über den Punktgewinn, sondern auch über den Einzug ins Spiel um Platz drei. Damit hatten vor Turnierbeginn wohl nur die Wenigsten gerechnet. Mit dem TV Stuhr enttäuschte allerdigns ein Favorit: Der Landesliga-Aufsteiger kam nicht über ein 0:0 gegen den TSV Melchiorshausen hinaus. Damit stand bereits vor dem Duell zwischen Bremern und Seckenhausern fest, dass beide Teams am Freitagabend dabei sein werden. Dann treffen ab 18.30 Uhr der TuS Sudweyhe und die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst aufeinander, ehe es im Duell zwischen dem TuS Sulingen und dem Bremer SV um den Turniersieg geht.

TV Stuhr - TSV Melchiorshausen 0:0. Ungeschlagen, aber eben auch ohne Sieg beendeten die Stuhrer den Württemberg-Cup. Gegen Melchiorshausen holten sie das dritte Remis im dritten Spiel. Der TSV-Abschluss fiel nach zuvor zwei Niederlagen dagegen versöhnlich aus. Melchiorshausens Trainer Lars Behrens war nach dem Punktgewinn stolz auf seine Mannschaft: "Wir haben uns vernünftig vom Turnier verabschiedet. Schade, dass sich die Jungs nicht noch mit einem Sieg belohnt haben, aber insgesamt haben sie eine wirklich gute Leistung gezeigt. Sie haben noch einmal alles rausgehauen und sich das Unentschieden wirklich verdient." Behrens' Pendant auf Stuhrer Seite, Christian Meyer, war dagegen etwas unzufrieden: "Das war schon ziemlich ernüchternd. Uns ist nicht viel eingefallen, um gefährlich zu werden. Wir wären natürlich gerne weitergekommen." Das Bittere aus Stuhrer Sicht: Ein Tor hätte dafür schon gereicht.

Allerdings vermittelten die Stuhrer nur selten den Eindruck, als könnten sie treffen. An der Melchiorshauser Abwehr bissen sie sich die Zähne aus. Das lag zum einen daran, dass sich der Bremer Landesligist nach allen Kräften wehrte, zum anderen aber auch daran, dass den Angriffsbemühungen des niedersächsischen Landesligisten das Tempo fehlte. Meyer hatte im ersten Durchgang ein paar gute Aktionen über die rechte Seite von Torben Drawert ausgemacht, der Ertrag aber fehlte. "Wir tun uns schwer, einem Spiel unseren Stempel aufzudrücken", fasste Meyer zusammen. Nur einmal wurde es vor der Pause wirklich gefährlich, als sich Drawert durchsetzte und mit seinem Anspiel Riccardo Azzarello fand, der den Ball über das Tor beförderte. Auf der anderen Seite brachte Kevin Nienstermann nicht genügend Druck hinter den Ball.

Das Stuhrer Spiel gewann erst durch die Einwechslung Dimitri Steens etwas mehr an Fahrt. Der junge Offensivmann belebte das Angriffsspiel. Die beste Chance hatte jedoch Timo Wetjen, der wie schon gegen den Bremer SV in der Abwehr aushalf: Sein Kopfball klatschte an die Latte. Melchiorshausens Torhüter Sascha Kleemann war noch dran. Insgesamt war Stuhr zu harmlos. Melchiorshausen hielt mit relativ wenig Aufwand das torlose Remis und hatte in der Nachspielzeit selbst die Chance zum Sieg: Abdessamad Sabbar hatte auf der rechten Seite viel Platz und flankte auf Kevin Sökel – allerdings in einer Höhe, in der der Ball kaum direkt zu verarbeiten war. So verpuffte die Möglichkeiten. Dennoch fühlten sich die Melchiorshauser als moralischer Sieger.

Bremer SV - TSG Seckenhausen-Fahrenhorst 0:0. Das erste Mal hatten die Seckenhauser schon vor der Partie gejubelt, denn durch das Stuhrer Remis stand bereits fest, dass sie am Finaltag dabei sind. "Das hat uns noch einmal einen Extra-Schub Motivation gegeben und die Beine leichter gemacht", analysierte TSG-Dirk Hofmann nach der zweiten Nullnummer des Abends. Diese Einschätzung kam nicht von ungefähr: Seine Mannschaft kämpfte, rackerte und lief, so weit sie die Beine trugen. Die TSG investierte alles, um den großen Favoriten zu ärgern – und das gelang ihr auch, selbst wenn die Bremer durch das 0:0 den Gruppensieg festhielten und die Chance auf den neunten Titelgewinn in Ristedt wahrten.

Allerdings dürfte es mit einer Leistung wie der vom Mittwochabend schwierig werden, dem TuS Sulingen gefährlich zu werden. Den Bremern ging es ähnlich wie den Stuhrern: Sie nahmen kaum einmal Tempo auf und hatten so große Probleme, Seckenhausen in Schwierigkeiten zu bringen. Die TSG verteidigte mit Leidenschaft und gab keinen Ball verloren. "Sie hat sich aufopferungsvoll gewehrt", fasste Dirk Hofmann die alles entscheidende Einstellung seiner Mannschaft zusammen. Bremen biss sich an der TSG die Zähne aus und hatte Pech, dass Björn Hakansson in der ersten Hälfte die Latte traf. Ansonsten war die Spielanlage des Bremen-Ligisten zwar die bessere, aber durchschlagskräftig war sie nicht. Seckenhausen verlegte sich aufs Kontern und hatte durchaus die eine oder andere Gelegenheit wie bei Fabian Öhlerkings Lupfer oder bei Jeremy Garbermanns Versuch, der noch abgeblockt wurde, nachdem der junge Angreifer etwas zu lange gezögert hatte. "Ein bisschen hat uns am Ende auch die Kraft gefehlt", wusste Hofmann. Stolz war er dennoch. Denn schon jetzt steht für ihn fest: "Wir sind eine der Überraschungsmannschaften des Turniers."

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