Rückblende 2009/2010: Fußball-Bezirksligist TSG Seckenhausen

Seckenhausen macht's wie Jogi Löw

Seckenhausen. Jeder andere Trainer wäre in einer vergleichbaren Situation vermutlich verzweifelt. Nicht so Torben Budelmann, Coach der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. Der Motor stotterte in der Anfangsphase der vergangenen Saison in der Fußball-Bezirksliga Hannover gewaltig, nahezu auf den Tag genau zwei Monate dauerte es, ehe seine Elf den sprichwörtlichen Knoten mit einem 5:0-Erfolg über den SC Marklohe platzen ließ.
18.06.2010, 05:45
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Seckenhausen macht's wie Jogi Löw
Von Malte Bürger

Seckenhausen. Jeder andere Trainer wäre in einer vergleichbaren Situation vermutlich verzweifelt. Nicht so Torben Budelmann, Coach der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. Der Motor stotterte in der Anfangsphase der vergangenen Saison in der Fußball-Bezirksliga Hannover gewaltig, nahezu auf den Tag genau zwei Monate dauerte es, ehe seine Elf den sprichwörtlichen Knoten mit einem 5:0-Erfolg über den SC Marklohe platzen ließ. Zuvor war die Punkteausbeute zumeist eher mickrig gewesen, die TSG fand nur selten zu ihrem eigentlich gewünschten Spielsystem. Doch Budelmann betont: 'Ich war die völlige Ruhe'. Mit Erfolg, letztlich sprang ein starker sechster Rang heraus.

Trotz der inneren Ausgeglichenheit - irgendwann begann auch Budelmann zu grübeln. 'Besonders nach dem 0:7 beim BSV Rehden II habe ich gedacht: ,Was ist hier denn los??.' Zumal die Saisonvorbereitung recht gut gelaufen war. Vielleicht zu gut. In der Fehleranalyse kristallisierte sich schnell heraus, dass vermutlich die nicht vorhandene Breite des Kaders und die mangelnde Erfahrung einiger junger Akteure zum schwachen Start beitrugen.

'Aber wir werden auch weiterhin auf eigene, junge Leute setzen', erklärt Torben Budelmann. 'Einerseits weil es viel Spaß macht, mit ihnen zu arbeiten, andererseits weil man gar keine anderen Möglichkeiten hat, wenn kein Geld bezahlt wird.' Ein Umstand, den der 25-Jährige aber auch gar nicht ändern will. 'Ich spiele lieber ungezwungen. Es bringt nichts, wenn ich jedem Spieler 100 Euro in die Hand drücke, mit denen er sich dann am Wochenende betrinken kann. Stattdessen machen wir einmal im Jahr eine Mannschaftsfahrt, bei der die Jungs nichts dazu bezahlen müssen. Das fördert außerdem den Zusammenhalt.'

Und genau auf dieses funktionierende Mannschaftsgefüge fußt letztlich der Erfolg der Seckenhauser, da ist sich Torben Budelmann sicher. Stück für Stück erarbeitete sich seine Elf ein angenehmes Punktekonto.

'Einige Mannschaften hatten uns wahrscheinlich gar nicht mehr auf dem Zettel', meint Budelmann schmunzelnd. Doch dann hatte sich die TSG auf einmal 16 Zähler erspielt und stand zur Winterpause auf einem ansehnlichen Mittelfeldplatz

Rückkehr eines Leistungsträgers

Einen weiteren Grund für den Aufschwung sieht der Übungsleiter in der Rückkehr von Fabian Timmermann. 'Natürlich brauchte er nach seinem Kreuzbandriss noch ein paar Spiele Anlauf, aber gemeinsam mit Marcel Dörgeloh hat er unsere Aufholjagd maßgeblich mitgestaltet', erläutert Budelmann. 'Wir konnten danach wieder viel variabler spielen.'

Und dann war da ja noch Seckenhausens Abwehrrecke Andreas Peters. 'Andi ist für mich wirklich der Aufsteiger der Saison', meint der Coach und begründet das wie folgt: 'Eigentlich war er nur als Notlösung aus der zweiten Mannschaft gedacht, hat sich dann aber bei uns festgespielt und wurde unverzichtbar.'

Nicht verwunderlich also, dass in der Rückserie noch einmal 25 Zähler auf das Konto der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst wanderten. 'Es wäre letztlich sogar noch mehr möglich gewesen, aber wir sind auch so mit der Saison zufrieden', erzählt Budelmann. Zumal er ja ohnehin von Beginn an überzeugt war, dass seine junge Mannschaft funktionieren würde - beinahe so wie es erst kürzlich Bundestrainer Jogi Löw getan hat. 'Er ist eigentlich das beste Beispiel. Er hat immer die Ruhe bewahrt, auch als alle gemeckert haben, weil er die vermeintlich falschen Leute mitgenommen hat. Doch der Erfolg gibt ihm am Ende recht.'

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