FC St. Pauli, Borussia Dortmund und jetzt SV BW Bornreihe: Ruländer wird neuer Coach der Moorteufel Seine Liste der Kultklubs ist komplett

Bornreihe. Matthias Ruländer hatte schon immer eine Bande zu den außergewöhnlichen Klubs der Republik. "Ich habe beim FC St. Pauli und bei Borussia Dortmund gespielt, das waren für mich Kultklubs. Da fehlt eigentlich nur noch Bornreihe", sagte Ruländer. Im kommenden Sommer ist diese Liste komplett. Matthias Ruländer tritt die Nachfolge des scheidenden Trainers Frank Thinius an und wird neuer Coach des Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß Bornreihe.
12.03.2011, 05:00
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Seine Liste der Kultklubs ist komplett
Von Werner Maaß

Bornreihe. Matthias Ruländer hatte schon immer eine Bande zu den außergewöhnlichen Klubs der Republik. "Ich habe beim FC St. Pauli und bei Borussia Dortmund gespielt, das waren für mich Kultklubs. Da fehlt eigentlich nur noch Bornreihe", sagte Ruländer. Im kommenden Sommer ist diese Liste komplett. Matthias Ruländer tritt die Nachfolge des scheidenden Trainers Frank Thinius an und wird neuer Coach des Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß Bornreihe.

Am Sonntagvormittag hatten sich Ruländer und der SV Blau-Weiß geeinigt, nachmittags nach dem 3:0-Sieg der Moorteufel gegen den TSV Etelsen wurde die Mannschaft im Vereinsheim über die Personalie unterrichtet. Die ganz große Überraschung war diese Entscheidung nicht mehr. Der Name Ruländer hatte sich hartnäckig gehalten, wenn über die Thinius-Nachfolge spekuliert wurde. Und über dieses Thema wurde am Sonntag auf dem Platz bei Postels mindestens genauso viel diskutiert wie über das Spiel der Moorteufel selbst.

Ruländer hatte nach eigenem Bekunden mehrere interessante Anfragen vorliegen, wirklich in Frage kam allerdings nur der Kultklub aus dem Teufelsmoor: "Bornreihe ist für mich eine Herzensangelegenheit. Dieses kleine Dorf, dieser Verein mit seiner guten Außendarstellung, hier wird gefightet, hier wird gekämpft." Ruländer geriet geradezu ins Schwärmen. Schnell fiel der Vergleich mit dem kleinen gallischen Dorf, das sich mit seinen Helden Asterix und Obelix niemals unterkriegen ließ. Eben wie Bornreihe. Und das gefällt dem Ex-Profi, der in seinen fünf Jahren in der ersten Liga für Werder Bremen und Borussia Dortmund insgesamt 35 Bundesligaspiele machte und dabei ein Tor erzielte. Zwischendurch spielte Ruländer eine Saison für den FC St. Pauli in der zweiten Liga, Ruländer gehörte zu den Stammspielern bei dem Kiez-Klub.

Der Wechsel von Matthias Ruländer in der Sommerpause nach Bornreihe birgt allerdings auch eine Menge Brisanz. Derzeit steht der Künstler aus Worpswede noch beim Klassengefährten VSK Osterholz-Scharmbeck II unter Vertrag. Ausgerechnet am letzten Landesliga-Spieltag kommt es zum Duell zwischen dem VSK II und Bornreihe. Gut möglich, dass es dann zu einer ganz pikanten Konstellation kommt: Der jetzige Tabellenzweite aus Bornreihe benötigt dringend einen Sieg gegen den VSK II, um den Meistertitel einzusacken. Für Osterholz-Scharmbeck könnte es noch um den Klassenerhalt gehen. Für gewöhnlich haben die Akteure beider Teams riesigen Spaß daran, dem Rivalen in die Suppe zu spucken. Bei Matthias Ruländer könnte das im Falle eines Falles etwas anders aussehen. Interessenkonflikt hin oder her, einen Gelben Schein vom Arzt holen und zu Hause bleiben - das käme für Ruländer jedenfalls nicht in Frage.

Vielmehr würde der 46-Jährige vermutlich genau so agieren wie sonst auch: "Wenn die Saison gelaufen wäre und der Klassenerhalt für den VSK feststehen würde, dann würden bei mir die Spieler spielen, die das ganze Jahr über trainiert und nur wenig gespielt haben. Das habe ich schon immer so gehandhabt. Das würde ich auch jetzt nicht anders machen. Die Spieler haben es einfach verdient. Da ist es egal, ob es gegen Blau-Weiß Bornreihe geht oder irgendeinen anderen Verein", sagte Ruländer.

Bornreihes Teammanager Jan Meyerdierks sieht die Konstellation mit dem so brisanten letzten Spieltag völlig entspannt: "Ich beurteile das nicht so extrem. Beide Seiten sind ehrgeizig bis zum letzten Spieltag. Beide Vereine wollen die Saison erfolgreich abschließen, daher wird bis zum Schluss gekämpft und fertig."

Derweil ist Jan Meyerdierks heilfroh, dass die wichtigste Personalie bei den Moorteufeln innerhalb so kurzer Zeit geklärt werden konnte. Nächstes Ziel ist es, die Gespräche mit den Spielern voranzutreiben. Dabei hat der Verein zweigleisig zu planen. Sollte Bornreihe den Aufstieg in die Oberliga schaffen, würde der Verein aller Voraussicht nach den Sprung in die fünfte Liga wagen. Matthias Ruländer nimmt es, wie es kommt: "Oberliga wäre natürlich klasse. Aber die Landesliga wäre im nächsten Jahr auch ein Traum. Mit den ganzen Derbys. So zum Beispiel auch gegen den FC Hagen/Uthlede, da kämen bestimmt 1000 Zuschauer."

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