Bayerns Philipp Lahm würdigt seinen Weggefährten Bastian Schweinsteiger als überragenden Fußballer und Freund „Sensationeller Typ“

Charlotte. „Überragender Fußballer“, „sensationeller Typ“ und „ein Freund“, mit diesen Worten würdigte Philipp Lahm seinen Weggefährten Bastian Schweinsteiger. Dessen Rückzug aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und das Rätselraten um die Zukunft des Weltmeisters bei Manchester United ist auch in den USA ein Thema.
31.07.2016, 00:00
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Von Klaus Bergmann

Charlotte. „Überragender Fußballer“, „sensationeller Typ“ und „ein Freund“, mit diesen Worten würdigte Philipp Lahm seinen Weggefährten Bastian Schweinsteiger. Dessen Rückzug aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und das Rätselraten um die Zukunft des Weltmeisters bei Manchester United ist auch in den USA ein Thema. Genauer gesagt beim FC Bayern, der auf seiner Amerika-Tour gerade in Charlotte Station macht.

Zumindest eines hält der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei den Spekulationen und Schweinsteigers Zukunft für undenkbar: „Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass er nicht nach Deutschland zurückkehren wird, weil sein Klub Bayern München war. Er wird nicht bei einem zweiten Bundesligaklub aufschlagen, das würde mich total überraschen.“

Auch Philipp Lahm zollte seinem langjährigen Weggefährten nach dem Training in Charlotte zunächst einmal „großen Respekt“ für dessen DFB-Laufbahn. „120 Länderspiele, das ist einfach eine unglaubliche Leistung“, sagte Lahm, der selbst auf 113 Einsätze kommt. 2014 waren beide gemeinsam in Brasilien Weltmeister geworden. Lahm, seinerzeit Kapitän, trat nach dem Triumph aus der Nationalmannschaft zurück.

Bundestrainer Joachim Löw beförderte daraufhin Schweinsteiger zum Kapitän. „Wir haben viel miteinander erlebt. Für mich ist Bastian ein überragender Fußballer, ein sensationeller Typ“, äußerte Lahm. Er nannte Schweinsteiger einen der wenigen Freunde im Fußballgeschäft. „Uns wird immer etwas verbinden: Wir sind beim FC Bayern von der Jugend raufgekommen, hatten da einen erfolgreichen Weg, genauso in der Nationalmannschaft“, betonte der 32-jährige Lahm. Zehn Jahre spielte das Duo zusammen für Deutschland. Beim FC Bayern war ihr größter gemeinsamer Erfolg der Champions-League-Gewinn 2013.

Rummenigge sprach im „BR Sport“ von „einem klugen Zeitpunkt“, den Schweinsteiger kurz vor seinem 32. Geburtstag nach dem verpassten EM-Titelgewinn in Frankreich gewählt habe. „Weltmeister war er vor zwei Jahren, das zu wiederholen wird sehr schwer 2018 in Russland. Er ist jetzt in einem Alter, in dem er sich nur noch auf den Klub konzentrieren will. Dementsprechend ist es eine kluge, gute und nachvollziehbare Entscheidung“, sagte der Ex-Nationalspieler.

Bundestrainer Löw hat bis zum Testspiel Ende August gegen Finnland und dem darauffolgenden Start in die WM-Qualifikation Zeit, einen neuen Kapitän auszuwählen. Favorit ist Bayern-Torwart Manuel Neuer, der schon bei der EM in den meisten Partien die Binde trug. Ebenfalls Anwärter könnte Jérôme Boateng sein. Der Münchner hat sich im Nationalteam zu einer Führungskraft entwickelt. Beim EM-Test in Augsburg gegen die Slowakei (1:3) hatte Boateng dann schon einmal die Kapitänsbinde getragen. Auch Juventus-Turin-Profi Sami Khedira und Bayerns Torjäger Thomas Müller, die beide schon die DFB-Mannschaft mit Kapitänsbinde aufs Feld geführt haben.

Jetzt seien andere gefragt, die in die Führungsrolle hineinwachsen müssten, befand Holger Badstuber in den USA. „Ersetzbar ist Basti nicht, dass muss man auch ganz klar sagen“, urteilte der lange verletzte Nationalspieler. „Bastian hat sich jahrelang den Allerwertesten aufgerissen.“ Die Kämpfernatur habe als Leader entscheidend zum Aufschwung der Nationalmannschaft beigetragen.

Spannend bleibt, wie es mit Schweinsteigers Profikarriere weitergeht. Der neue Trainer José Mourinho soll angeblich mit dem Routinier, der 2015 vom FC Bayern nach England wechselte und in Manchester einen Vertrag bis 2018 unterschrieb, nicht mehr planen. „Also, wenn es einer weiß, was er jetzt in bestimmten Situationen macht, ist es der Basti“, sagte Lahm. Er vermied gute Ratschläge.

Der DFB-Rücktritt sei vielleicht auch ein Signal an den Verein gewesen, sich ganz auf diesen zu konzentrieren, meinte Rummenigge: „Ich kann mir vorstellen, dass er bei Manchester United bleibt und mit einem neuen Trainer, mit einer neu aufgebauten Mannschaft die Ziele neu angehen wird. Vielleicht überrascht er dann auch Mourinho.“ Egal, was passiere, für den Münchner Vorstandsvorsitzenden steht eines unwiderruflich fest: „Bastians Karriere war – so oder so – großartig. Daran gibt es nichts zu rütteln.“

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