Maren Rösner in der 2. Triathlon-Bundesliga

Sie schwimmt, sie radelt, sie läuft

Schwarme. Eigentlich lernt Maren Rösner noch - und das ist durchaus im doppelten Sinne zu verstehen. Das Triathlon-Talent aus Schwarme bastelt nämlich nicht nur in Hildesheim eifrig an ihrem Lehramts-Studium, sondern gleichzeitig an ihrer sportlichen Karriere.
24.06.2010, 05:52
Lesedauer: 3 Min
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Sie schwimmt, sie radelt, sie läuft
Von Malte Bürger

Schwarme. Eigentlich lernt Maren Rösner noch - und das ist durchaus im doppelten Sinne zu verstehen. Das Triathlon-Talent aus Schwarme bastelt nämlich nicht nur in Hildesheim eifrig an ihrem Lehramts-Studium, sondern gleichzeitig an ihrer sportlichen Karriere. Mittlerweile ist sie mit ihrer neuen Mannschaft, dem Tri-Team Dissen, in der 2. Bundesliga angekommen und lernt auch dort die ein oder andere Lektion. 'Die zweite Liga ist auf jeden Fall härter als die Regionalliga zuletzt, es kommt vor allem darauf an, dass man vorne aus dem Wasser kommt', erklärt Rösner.

Beim jüngsten Wettkampf in Gütersloh hat das noch nicht ganz funktioniert, wenngleich die Formkurve der 22-Jährigen nach oben zeigt. Mit rund einer Minute Rückstand auf die Spitze beendete Rösner die Schwimmstrecke und stieg in den Sattel. Dort machte sie gemeinsam mit fünf weiteren Athletinnen jedoch Sekunde um Sekunde wett. 'Das Radfahren war wirklich sehr hart, die Mädels, mit denen ich im Pulk fuhr, hatten richtig Druck gemacht.' Schließlich ging es auf Rang zehn zum Laufen, am Ende sprang ein starker sechster Platz heraus - in ihrem erst zweiten Bundesliga-Lauf überhaupt.

Dass Maren Rösner irgendwann einmal auf diesem Niveau mithalten könnte, war vor einigen Jahren noch nicht unbedingt zu erwarten. Zwar sei sie immer aktiv gewesen, vor allem im Judo, 'so richtig habe ich mit dem Triathlon-Training aber erst vor zweieinhalb Jahren begonnen'. Was allerdings auch einer zwischenzeitlichen Sprunggelenksverletzung geschuldet war. Umso erstaunlicher der rasante Aufstieg. 'Ich habe früher nie den Biss, den Ehrgeiz und die nötige Disziplin besessen', gesteht sie. 'Doch dann wollte ich einfach mal für mich wissen, was ich kann, wenn ich richtig trainiere.'

Gemeinsam mit ihren Eltern Gesine und Peter Rösner, die ebenfalls seit mehreren Jahren als Triathleten im Einsatz sind, entwickelte sie einen Trainingsplan. 'Natürlich fehlen ihr aus heutiger Sicht rund drei Jahre, in denen sie wenig gemacht hat und die sie nicht mal eben aufholen kann', erklärt Vater Peter, der sich derzeit darum bemüht, nach dem Abschied aus dem TSV Schwarme die Gründung eines reinen Triathlon-Vereines auf die Beine zu stellen.

Ein Olympionike als Trainer

Für Maren Rösner stellten sich trotz der einstigen Schaffenspause bald Erfolge ein, im Duathlon wurde sie Landesmeisterin, in der Triathlon-Regionalliga landete sie in der Vorsaison in jedem Wettkampf unter den Top 3, zudem wurde sie Fünfte bei den nationalen Titelkämpfen. Triumphe, die auch in der Heimat nicht verborgen blieben und am vergangenen Wochenende mit dem Titel der 'Sportlerin des Jahres 2009' der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen belohnt wurden. Ein Verdienst, der auch auf ihren neuen Trainer, den 34-jährigen polnischen Olympia-Teilnehmer Marek Jaskolka, zurückgeht. 'Die Abstimmung funktioniert immer besser, gerade zu Beginn war es doch noch sehr ungewohnt', erinnert sich Rösner.

Und dann kommen eben manchmal auch die kleinen, bösen Durchhänger hinzu, oder wie der Volksmund sagt: der Schweinehund. 'Gerade im Winter oder wenn es regnet, fragt man sich schon, wofür man das eigentlich alles tut', gibt sie zu. Zumal ein normaler Tag im Leben der Maren Rösner gegen 5.15 Uhr mit dem Aufstehen beginnt, danach ist Frühschwimmen angesagt. Wann immer der Stundenplan in der Uni dann noch Trainingseinheiten zulässt, werden diese dazwischengeschoben. 'Das Training ist letztlich auch viel anstrengender als der eigentliche Wettkampf', erzählt Rösner. 'Dort macht es dann einfach nur noch riesigen Spaß, außerdem spornen die Teamkollegen sich gegenseitig zu Höchstleistungen an.

Aber Moment. Triathlon - ein Teamsport? 'In den unteren Ligen ist das tatsächlich noch nicht so, aber wie wichtig das Team ist, habe ich jetzt in der Bundesliga gelernt', klärt die angehende Pädagogin auf. So werde der gesamte Wettkampf zusammen bestritten, die Platzierungen der besten drei Akteurinnen eines jeden Quartetts ergeben das Gesamtresultat. Und nach einem neunten Platz im Sprint zum Auftakt, folgte jetzt in Gütersloh ein starker vierter Rang. Wobei noch immer deutlich Luft nach oben ist. Während Maren Rösner als Sechste die Ziellinie überquerte,

Teamkollegin Grit Freiwald auf Position neun folgte, musste sich Silvia Seitel mit Platz 39 begnügen. Christine Grammer schied aufgrund gesundheitlicher Probleme sogar vorzeitig aus dem Rennen aus. 'Es fehlt uns noch unser Mannschaftskapitän, die frühere Deutsche Marathonmeisterin Ilona Pfeiffer wegen einer Verletzung', berichtet Peter Rösner, der auch als Team-Chef fungiert. Weitere Spitzenpositionen in den kommenden Rennen sind also durchaus zu erwarten.

Eine ansprechende Platzierung wünscht sich Maren Rösner auch für die Deutschen Hochschulmeisterschaften im kommenden Monat. 'Da lass ich mich aber letztlich überraschen, weil mit Sicherheit auch Erstliga-Läufer dabei sein werden.' Der Fokus der Vorbereitung habe deshalb eindeutig auf den Wettkämpfen mit dem Tri-Team gelegen.

Träume für die Zukunft gibt es dennoch. 'Irgendwann möchte ich gern einmal bei einer Europameisterschaft der Altersklassen mitmachen', verrät sie. Aber bis dahin gilt es noch einiges zu lernen - so oder so.

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