Leichtathletik Sieg ohne Rekord: Gebrselassie gewinnt in Trier

Trier. Erst posierte Haile Gebrselassie als römischer Gladiator vor der Porta Nigra, dann krönte sich der 27-fache Weltrekordler beim Silvesterlauf zum König von Trier.
01.01.2010, 13:11
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Trier. Erst posierte Haile Gebrselassie als römischer Gladiator vor der Porta Nigra, dann krönte sich der 27-fache Weltrekordler beim Silvesterlauf zum König von Trier.

Nur sein Ziel, den zwölf Jahre alten Streckenrekord in Deutschlands ältester Stadt zu brechen, konnte der Ausnahmesportler aus Äthiopien nicht umsetzen. 22:23 Minuten benötigte Gebrselassie am Silvestertag für die acht Kilometer und verpasste die neue Bestzeit damit um zwei Sekunden. Im Ziel wurde er dennoch von den rund 20 000 Zuschauern gefeiert und bekam von Lauf-Ulknudel Michel Descombes zur Krönung immerhin eine Pappkrone aufs Haupt gesetzt.

«Die Atmosphäre war wirklich großartig. Ich habe mich gefühlt, als würde ich im Stadion laufen», sagte der zweimalige Olympiasieger. Die brasilianische Stimmung, der das Trierer Jahresabschlussrennen den Beinamen «deutsches São Paulo» verdankt, war mit ein Grund, weshalb der 36-Jährige die Marke des Kenianers Isaac Kariuki nicht erreichte. «Ich habe Konfetti ins Auge bekommen und musste es rauswischen», erklärte Gebrselassie.

Noch problematischer waren jedoch die Bodenverhältnisse. Beim Start des Hauptlaufs begann es für wenige Minuten leicht zu regnen, das Trierer Altstadtpflaster wurde dadurch gefährlich rutschig. Zudem folgte Gebrselassie, wie er es von Marathonläufen gewohnt ist, dem Führungsfahrzeug. Dieses schert in Trier wegen der engen Strecke und der zu erwartenden Überrundungen jedoch bereits nach der ersten der acht Ein-Kilometer-Runden in eine Parkbucht aus.

Der Tübinger Arne Gabius, am Ende zeitgleich mit dem Dritten Paul Kipkorir (Kenia) in 23:19 Minuten Vierter und damit bester Deutscher, brachte den Superstar mit Zurufen auf den richtigen Weg. «Da habe ich wahrscheinlich den Rekord verloren», sagte Gebrselassie zum Umweg von zehn Metern. Nach der Hälfte der Strecke lag der 36-Jährige mit einer Zwischenzeit von 11:08 Minuten zwar auf Kurs, in der letzten Runde nahm er aber zu viel Tempo raus. «Ich war selbst überrascht, als ich merkte, dass ich den Rekord verpasst habe», gestand er.

Den Elitelauf der Frauen gewann die ehemalige russische Olympia- Vierte Yelena Zadorozhnayam die sich im Spurt in 15:49 Minuten gegen die Äthiopierin Emebeth Anteneh (15:51) durchsetzte. Sabrina Mockenhaupt (Köln) war als Sechste in 15:59 Minuten beste Deutsche, die zweimalige Gewinnerin der World Marathon Majors Irina Mikitenko aus Wattenscheid belegte Rang sieben. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+