Blick auf Bremen Sixdays brauchen mehr paralympische Sportler

Willi Lemke schreibt jetzt jeden Sonnabend im WESER-KURIER über seine Heimatstadt und was ihn in dieser Woche in Bremen bewegt hat. Dieses Mal sind die Sixdays das Thema.
21.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Willi Lemke

Willi Lemke schreibt jetzt jeden Sonnabend im WESER-KURIER über seine Heimatstadt und was ihn in dieser Woche in Bremen bewegt hat. Dieses Mal sind die Sixdays das Thema.

Wie es sich für einen sportlich interessierten Bremer gehört, habe ich mir in der letzten Woche auch eine Nacht um die Ohren geschlagen – als Besucher bei den Sixdays. Seit 1971 habe ich kaum ein Sechstagerennen verpasst. Man trifft viele Bekannte, führt gute Gespräche, hat Spaß und sieht dabei wirklich sehr guten Sport. Gerade der sportliche Aspekt hat sich in den vergangenen Jahren weiter verfestigt. Und das ist auch gut so.

Besonders beeindruckt haben mich die Radfahrer mit Behinderungen. Bei den Paralympics in Rio haben die deutschen Radfahrer mit achtmal Gold, dreimal Silber und viermal Bronze richtig abgeräumt. Hier in Bremen gab es am Finaltag Zwei-Runden-Rekordfahren und Verfolgungsrennen über zehn Runden mit einem Münchner Sieger Matthias Schindler.

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Als Fan der paralympischen Sportler habe ich sofort gedacht: Das müssen wir ausweiten! Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Sixdays nehmen, um in wenigen Disziplinen deutsche Meisterschaften für paralympische Sportler und Sportlerinnen auszutragen. Ich weiß, dass die Bahn offiziell etwas zu kurz ist, aber da müsste sich doch eine Sonderregelung finden lassen.

Meine Idee: Jeden Abend, vielleicht von 22 bis 22.30 Uhr, könnten diese Athleten um Titel in den verschiedensten Disziplinen fahren. Haben Sie schon mal live gesehen, wie diese Sportler, die oft mit nur einem Arm oder Bein Fahrrad fahren, über die Bahn rasen? Ich bin mir sicher, dass das die Bremer aus den Sitzen reißen würde.

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In Bremen bemühen wir uns ja bereits seit Jahren um gelebte Inklusion. Mit paralympischen Titelkämpfen auf nationaler Ebene würden wir weitere positive Schlagzeilen schreiben. Ich fand den Gedanken so gut, dass ich schon mal mit Friedhelm Beucher gesprochen habe, dem Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes. Und bald auch mit Rudolf Scharping, der Präsident vom Bund Deutscher Radfahrer ist. Ich würde es ganz großartig finden, wenn wir alle zusammen was für den paralympischen Radsport hier bei unseren Sixdays auf die Beine stellen könnten. Vielleicht bekommen wir sogar Preis- und Startgelder über Sponsoren ausgelobt.

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Mit Theo Bührmann jr. und Hans Peter Schneider, den Machern der Sixdays, werde ich das besprechen, wenn es aus der Ecke der Radfahrer positive Signale gibt.

Dass es die Sixdays auch in den kommenden Jahren geben wird, da bin ich mir sicher. Seit Hans Claussen und Willi Röper 1965 das Sechstagerennen wieder nach Bremen brachten und danach Heinz Seesing und Frank Minder das Projekt erfolgreich fortsetzten, sind sicher mehr als fünf Millionen Zuschauer zu den Rennen gekommen. Für Nostalgiker sei gesagt: Das erste Rennen 1910 fand in den Festsälen der damaligen Großgaststätte Schützenhof in der Bremer Neustadt statt. Das zweite erst 1965 in der ein Jahr zuvor eingeweihten Stadthalle Bremen. Und 2018 soll es laut Theo Bührmann jr. zu 99 Prozent auch wieder eine Live-Übertragung im Fernsehen geben. Das sind alles gute Signale für eine Veranstaltung, die so wichtig ist für Bremen.

Zur Person

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Zur Person

Willi Lemke (70) schreibt jetzt jeden Sonnabend im WESER-KURIER über seine Heimatstadt und was ihn in dieser Woche in Bremen bewegt hat. Lemke kennt sich mit Bildung, Wissenschaft und Sport als Ex-Senator und Ex-Werder-Manager bestens aus, hat ein internationales Netzwerk aus seiner Zeit als UN-Sonderbotschafter. Sie haben eine Idee für eine Kolumne? Dann mailen Sie uns.
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