Skispringen Skisprung-Idol Jens Weißflog: Haben Kader-Problem

Klingenthal. Zur Weltelite haben die deutschen Skispringer auch neun Tage vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver noch Rückstand. Für Olympiasieger Jens Weißflog hat der Mangel an wettbewerbsfähigen DSV-«Adlern» seine Ursache in Versäumnissen bereits zur Wendezeit.
03.02.2010, 11:20
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Klingenthal. Zur Weltelite haben die deutschen Skispringer auch neun Tage vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver noch Rückstand. Für Olympiasieger Jens Weißflog hat der Mangel an wettbewerbsfähigen DSV-«Adlern» seine Ursache in Versäumnissen bereits zur Wendezeit.

«Wir haben ein Kader-Problem, aber passende Skispringer kann man sich nicht backen», sagte der 45-Jährige beim Skisprung-Weltcup in Klingenthal und bemängelte vor allem das Fehlen konkurrenzfähiger Athleten aus Sachsen und Thüringen. «Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen fehlen Nachwuchs-Jahrgänge, da hat man in der Nach-Wendezeit viel verpasst», meinte der 33-malige Weltcup-Sieger.

Aus dem Olympia-Kader von Bundestrainer Werner Schuster überzeugen Weißflog der unbeschwerte Pascal Bodmer und der routinierte Michael Uhrmann - auf eine Leistungsexplosion von Andreas Wank, Michael Neumayer oder Martin Schmitt setzt der «Floh vom Fichtelberg» nicht. «Ich erwarte nicht, dass Martin Bäume ausreißen wird», meinte der dreimalige Olympiasieger Weißflog über Schmitt, der nach einer vierwöchigen Regenerationspause als Qualifikations-Dritter beim Weltcup der Team-Tour in Klingenthal sein Comeback gab.

Weißflog, der heute als Hotelier und TV-Experte arbeitet, erinnert sich an frühere Duelle. «Man hofft, dass alles leicht von der Hand geht, aber der Reiz besteht darin, seine Gegner zu bezwingen», erzählte er. Da Weißflog bereits mit 15 Jahren ins Nationalteam berufen wurde, hat er sich mit einer ganzen Reihe von großen Skispringern messen dürfen. Von Klaus Ostwald über Matti Nykänen, Andreas Goldberger bis zu Noriaki Kasai oder Janne Ahonen. «Ich habe ganze Generation von Athleten erlebt», sagte er.

Und nur wenige Weltklasse-Sportler hatten einen so perfekten Abschied wie Weißflog: 1996 trat er mit seinem vierten Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee zurück. «Der Abschied fiel mir nicht so schwer, weil der Entschluss schon lange gefasst war. Ich wusste, dass es danach kein Zurück mehr gibt», betonte er.

Heute bieten sich Weißflog malerische Perspektiven, wenn er auf die Landschaft vor seinem Hotel blickt oder sich ein ganz besonderes Foto vor Augen hält: In seinem Besitz befindet sich die Aufnahme eines Planetoids, der nach ihm benannt wurde. (dpa)

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