Fußball

Eine Torwartschule etabliert sich

Die Soccer-Goalies sind mittlerweile über die Region hinaus bekannt und nun sogar ein eingetragener Verein.
08.09.2020, 16:43
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Thorin Mentrup
Eine Torwartschule etabliert sich

Auch wenn es beim jüngsten Training um das Thema Spieleröffnung ging, konnten die jungen Teilnehmer trotzdem auch ihre Flugkünste unter Beweis stellen.

Thorin Mentrup

Ristedt/Stuhr. Das Projekt Soccer-Goalies startete vor einigen Jahren klein, eingebunden in Vereinsstrukturen beim TV Stuhr und beim TuS Varrel. Mittlerweile ist es gewachsen, steht auf eigenen Beinen und ist seit Neuestem sogar ein eingetragener Verein. Die Torwartschule aus Stuhr, die qualifiziertes Training für Torhüter, oder besser: Torspieler, anbietet, hat sich etabliert. Und auch das Team um Katja Hellmers, Timo Gundlach und Martin Nittscher hat Zuwachs erhalten.

Auf der Anlage des TSV Ristedt, dem Partnerverein der Torwartschule, finden die regelmäßigen Übungseinheiten für Gruppen mittlerweile statt. „Aber wir agieren weiter vereinsunabhängig. Das Training ist offen für alle“, betont Nittscher. Beim TSV sei man mit offenen Armen empfangen worden, sagt Hellmers. „Hier sind die Bedingungen optimal, weil wir bei schlechtem Wetter auch schnell in die Halle können“, stimmt die Infrastruktur. TSV-Jugendwartin Nicole Renner zählt zu den Gründungsmitgliedern des neuen Vereins der Soccer-Goalies. Sie kennt Hellmers schon länger, beide haben zusammen den Trainerschein gemacht.

Am Grundsatz hat sich nichts geändert: Die Torwartschule will dabei helfen, die Nachwuchskeeper bestmöglich auszubilden. Dabei sprechen die Coaches meist von Torspielern und nicht von Torhütern. Ein reiner Hüter ist ein Keeper nämlich nicht mehr. Er muss auch fußballerisch, koordinativ und kognitiv sehr gut ausgebildet sein. Ein moderner Schlussmann verhindert nicht nur Tore. Er eröffnet Angriffe. Genau darauf lag der Fokus beim jüngsten Trainingstag in Ristedt: Spieleröffnung. „Wir überlegen uns jedes Mal ein neues Thema“, verrät Nittscher. Dann geht es zum Beispiel um Abwürfe oder -schläge, um die Ballannahme oder darum, das Spielgerät möglichst schnell und genau beim Mitspieler anzubringen.

„Wir machen das mit Herzblut“, sagt Nittscher. Während der Corona-Pause versorgte sein Team die Talente mit Videos für das Heimtraining. „80 bis 90 Prozent unserer Torhüter haben das genutzt“, freut sich Nittscher. Das Angebot kommt an. Dementsprechend gut besucht sind die regelmäßigen Einheiten. Diese richten sich sowohl an Einsteiger, die noch an den Grundlagen arbeiten müssen, als auch an erfahrene Jungkeeper, die sich gezielt weiterentwickeln wollen. „So können wir allen gerecht werden“, sieht Nittscher die komplette Bandbreite abgedeckt. „Die Resonanz nach der Corona-Pause war gigantisch“, strahlt Hellmers. Sie und ihre Mitstreiter bieten darüber hinaus ein Individual-Training an, sogar direkt vor Ort. „Ein Lieferservice sozusagen“, erklärt Nittscher. Auch Vereine können die Torwarttrainer zu sich holen. Jede Trainingseinheit ist einzeln buchbar.

Hellmers, seit vielen Jahren in der Torhüterausbildung engagiert, und Gundlach, der bei den A-Junioren des TuS Sudweyhe zwischen den Pfosten steht und im Jugendleistungszentrum des VfB Oldenburg und im JFV Nordwest als Trainer aktiv ist, sind die Cheftrainer, während Nittscher sich vor allem um das Organisatorische sowie alles rund um die Kommunikation kümmert. Das Team hat zudem Zuwachs erhalten. Fionn Zierden spielt in Sudweyhes B-Jugend und hat bereits die Juniorcoach-Lizenz gemacht, Niklas Mahlstedt strebt diese noch an. „Wir brauchen bei unseren Camps mindestens drei Trainer, um in Kleingruppen arbeiten zu können“, betont Nittscher. Teilweise reisten Trainingsgäste aus Wilhelmshaven an. Die Torwartschule ist über die Region hinaus bekannt. „Darauf sind wird stolz. Letztlich profitieren die Vereine“, weiß Nittscher. Auch weil hinter den Soccer-Goalies ein ideeller Gedanke steht: „Es geht nicht darum, Geld zu verdienen.“ Die Einnahmen flössen direkt in die Ausstattung.

Als wäre dieses Jahr noch nicht spannend genug, wartet auf die Soccer-Goalies noch ein echter Höhepunkt: Am 25. Oktober verantstalten sie von 9 bis 16 Uhr einen Torwart-Aktionstag für die Keeper der Jahrgänge 2006 bis 2012. Mit dabei sein wird der ehemalige Profi Nico Pellatz, der unter anderem das Trikot des SV Werder Bremen trug. Anmeldungen unter www.soccer-goalies.de/aktionstag.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+