Regeln und Fairness fördern Sozialkompetenz

Spaß hat Priorität

Ritterhude. Gemäß dem Motto des Judolehrers Bernard Lange (Träger des 6. DAN, und Deutscher Judo-Polizeimeister) „Rangeln und Raufen macht Spaß“ hat beim TuSG Ritterhude das Training mit etwa 25 Teilnehmern begonnen.
21.12.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Gemäß dem Motto des Judolehrers Bernard Lange (Träger des 6. DAN, und Deutscher Judo-Polizeimeister) „Rangeln und Raufen macht Spaß“ hat beim TuSG Ritterhude das Training mit etwa 25 Teilnehmern begonnen. Mit Begeisterung und Freude, hier und da noch unter den Augen der aufmerksamen Eltern, nehmen die Kinder immer montags in der Riesturnhalle an Spiel und Spaß mit Judo teil. Anfangs noch im normalen Trainingszeug und im Laufe der Trainingstage mit eigenen Judoanzügen (Judogi). Zur Seite steht Bernard Lange, der schon seit einiger Zeit beim TuSG Ritterhude engagierte Judotrainer Ronald Drews. Dieser ist ebenfalls als Landeskampfrichter im Bremer Judoverband tätig und früherer Kreis- und Bezirksmeister in der ehemaligen DDR. Lange sagt: „Meine Erfahrung zeigt, dass Rangeln und Raufen Bestandteile der kindlichen Entwicklung sind. Die dabei entstehende Nähe ist für viele Kinder ein lustvolles Erlebnis und Abenteuer zugleich.“ Ganz wichtig sei, dass die teilnehmenden Kinder zu Anfang des Trainings noch ihre Eltern in der Halle hätten, aber schon nach einigen Tagen sollten die Eltern dem Training fernbleiben, weil die Ablenkung einfach zu groß sei.

„Die Kinder“, sagt Lange, „müssen Vertrauen zu ihren Trainern gewinnen und wenn sie sich mal wehgetan haben, zu ihren Trainern kommen und nicht zu den Eltern laufen. Nur so ist ein optimales Training auch gewährleistet.“ Die Sorge, dass beim Rangeln und fairen Raufen Aggressionen geschürt und Kinder gewalttätig würden, sei völlig unbegründet. Leider fehle in vielen Familien heute die positive Erfahrung solch einer körperlichen, lustbetonten Auseinandersetzung. Lange erklärt: Heute müssten die Erfahrungen im Sportverein gemacht werden.

Für den langjährigen Judolehrer sind folgende Punkte wichtig, um Judo spielend zu lernen: Erstens müsste die kindliche Bewegungsfreude altersangemessen gefördert und damit ein Beitrag zur Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung von Kindern geleistet werden. Zweitens: die motorische und koordinative Leistungsfähigkeit von Kinder müsse gezielt aufgebaut werden, um damit einen Beitrag zur Verhütung von Unfällen im täglichen Leben leisten. Drittens: Die Kinder müssten dazu angeregt werden, sich mit ihrem eigenen Bewegen und ihrem Körper auseinander zu setzen, dessen Leistungsfähigkeit zu erfahren und dadurch mehr Selbstwertgefühl und eine positive Körpereinstellung zu erlangen. Und Viertens: Beim Judo würden soziale Kompetenzen durch das Eingehen auf einen Partner und die Übungsgruppe (Kooperation) und die Auseinandersetzung mit einem Partner und der Übungsgruppe (Konfrontation) fördern.

Die Adresse der Internetseite lautet: www.tusg-judo.de. Der Abteilungsleiter und Träger des 2. DAN, Dirk Hagedorn, gibt hier reichlich Auskunft über die vorgenannten Punkte und Veranstaltungen für die Kinder im Rahmen der Judo-Ausbildung. Hagedorn sagt: „Ich bin froh, dass ich Bernard Lange, meinen Trainer von Kindesbeinen an, hierfür gewinnen konnte. Ich war im gleichen Alter, wie die Kinder, als ich bei ihm mit dem Training begann. Dirk Hagedorn ist mit seiner Partnerin Insa Tschentscher Ende November 2014 frisch gekürter Internationaler Deutscher Kata-Vizemeister in Hamburg geworden.

Judo bietet Kindern viele Vorteile. Die Kinder können sich austoben, ihre Kräfte messen und ihre Koordinationsfähigkeit verbessern. Gleichzeitig lernen sie aber auch diszipliniert mitzutrainieren. Beide Arme und Beine führen zeitgleich verschiedene – auch gegenläufige – Bewegungen aus. So lernen Kinder mit ihrem Körper umzugehen. Aus diesem Grund empfehlen Sportärzte das Judotraining auch schon in frühen Jahren. Darüber hinaus eignet sich Judo zur Übung von Disziplin und Geduld, weil der Sport klaren Regeln unterliegt.

Fallübungen, die im Training gelehrt werden, sind nicht nur unverzichtbar für Wurftechniken, sondern können auch bei Stürzen im Alltag sehr nützlich sein. Vor allen Dingen jedoch macht das Training sehr viel Spaß.

Judo hat viel Selbstverteidigungsmerkmale. Kindern tut Judo nicht nur gut, sondern sie lernen durch Judo und verschiedene asiatische Weisheiten auch, Regeln zu akzeptieren. Berührungsängste werden überwunden. Sie lernen ihren eigenen Körper kennen, ihn zu kontrollieren. Der Partner wird auch als Gegner im Wettkampf akzeptiert. Sie lernen wie man gewinnt, aber auch zu verlieren und dabei fair zu sein. Selbst verhaltensauffällige Kinder arbeiteten, wenn sie sich vorher beim Sport ausgepowert hätten, wesentlich konzentrierter mit. Alle Griffe und Techniken sind aus der Selbstverteidigung (Jiu Jitsu) entstanden. Judo ist eine eigenständige wunderbare Sportart.

Trotz der Ausrichtung des großen Internationalen Ritterhuder Judo-Hamme-Pokals, nimmt der Breitensportgedanke im Trainingsalltag einen großen Platz ein. Die Kinder werden über die Zeit ohne jeglichen Zwang an den allgemeinen Wettkampf herangeführt. Dieser soll den Teilnehmern Spaß und Freude bringen, aber auch den Willen durch ‚Nachgeben siegen‘ fördern. Informationen zum Judo-Kindertraining unter Telefon 0 42 92 /34 33.

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