Nadja Albes hat bei der HSG Hude/Falkenburg den Durchbruch geschafft Spezialgebiet Schnelligkeit

Ihre dritte Saison bei der HSG Hude/Falkenburg scheint der Durchbruch zu werden: Nadja Albes hat sich beim Handball-Oberligisten zu einer wichtigen Torschützin entwickelt. Die 21-Jährige profitiert von ihrer Schnelligkeit, denn viele Treffer markiert sie nach Tempogegenstößen.
10.01.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Spezialgebiet Schnelligkeit
Von Christoph Bähr

Ihre dritte Saison bei der HSG Hude/Falkenburg scheint der Durchbruch zu werden: Nadja Albes hat sich beim Handball-Oberligisten zu einer wichtigen Torschützin entwickelt. Die 21-Jährige profitiert von ihrer Schnelligkeit, denn viele Treffer markiert sie nach Tempogegenstößen.

Wenn Karen Tapkenhinrichs oder Katharina Woltjen im Tor der HSG Hude/Falkenburg einen Ball gefangen haben, geht es in der laufenden Saison oft schnell. Ein Blick, ein Pass – schon ist Nadja Albes auf und davon. Die Huder Oberliga-Handballerinnen haben ein neues Stilmittel entdeckt: Erzielten sie in der Vergangenheit die meisten Tore durch knallharte Rückraumwürfe von Mareike Zetzmann, kommen sie jetzt immer öfter über Tempogegenstöße zum Erfolg. Zumeist ist es die kleine, flinke Rechtsaußen Albes, die die schnellen Angriffe veredelt. „Mit unseren Torhüterinnen hat es sich gut eingespielt. Sie wissen jetzt, dass sie auch mal einen schnellen ersten Pass riskieren können“, sagt die 21-Jährige.

Fünf Treffer im Pokal gegen den TV Dinklage, sieben Treffer im Pokal gegen den ATSV Habenhausen, sechs Treffer in der Liga gegen Grün-Weiß Mühlen, fünf Treffer in der Liga gegen Dinklage – die vergangenen Partien der HSG Hude/Falkenburg zeigen, dass Nadja Albes zu einer der wichtigsten Torschützinnen des Oberliga-Spitzenreiters avanciert ist. „Nadja hilft uns im Moment gut weiter, ist für das Tempospiel wichtig“, betont Hudes Trainer Thorsten Stürenburg.

2012 wechselte Albes aus der A-Jugend des TV Neerstedt zu ihrem jetzigen Klub. In den vergangenen beiden Spielzeiten kam sie zumeist von der Bank, 2013 warf sie zudem ein Kreuzbandriss zurück, doch jetzt hat die Rechtsaußen den Durchbruch geschafft. „Es war eine große Umstellung vom Nachwuchs- auf den Frauenbereich, das ist körperlich schon ein ganz anderes Spiel“, schildert Nadja Albes.

Sie hatte in der Jugend schon auf durchaus hohem Niveau gespielt, schaffte es mit der Neerstedter B-Jugend 2010 sogar ins Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. Trotzdem wusste Nadja Albes, dass sie 2012 nach ihrem Wechsel zur HSG Hude/Falkenburg in die Frauen-Oberliga erst einmal viel lernen musste. „Damals standen ja noch Leute wie Desiree Görzel oder Simone Winkler in unserem Kader, die durch ihre große Erfahrung enorm clever gespielt haben. Von ihnen konnte ich mir viel abschauen“, erzählt die Bürokauffrau.

Außerdem musste Nadja Albes erst einmal umschulen. In der Neerstedter Jugend hatte sie auf der halbrechten Position gespielt, in Hude wurde sie zur Außenspielerin. „Auf Halbrechts hätte ich kein Chance gehabt“, gibt Albes zu. Sie kann nun auf beiden Seiten eingesetzt werden, gebraucht wird die 21-Jährige zurzeit jedoch als Rechtsaußen, denn dort fehlt Frauke von Freeden verletzt, während Janna Müller auf links eine feste Größe ist. Nadja Albes erkannte ihre Chance und nutzte sie. „Sie ist gereift“, lobt Coach Stürenburg. In ihrer dritten Saison bei den Huderinnen bekommt Albes so viel Spielzeit wie nie.

Aus dem erfolgreichen Neerstedter B-Jugend-Team von einst suchten übrigens insgesamt vier Spielerinnen ihr Glück in Hude. Cordula Schröder-Brockshus und Delia Mathieu sind inzwischen aber wieder in Neerstedt, Albes und Katharina Stuffel dagegen sind geblieben. Eine Rückkehr zum Landesligisten Neerstedt ist für Nadja Albes aktuell auch kein Thema, obwohl ihr früherer Jugendcoach Maik Haverkamp dort mittlerweile die Frauen betreut. „Ich will unbedingt mit Hude in der dritten Liga spielen“, unterstreicht Albes.

Nach zwei Vizemeisterschaften sieht sie ihr Team nun bereit für den Oberliga-Titel. „Wir sind eine coole Mannschaft. Und dass wir gleich zu Saisonbeginn gegen den Drittliga-Absteiger Stade gewonnen haben, hat uns gezeigt, dass wir jeden schlagen können“, sagt Nadja Albes. Die Rechtsaußen glaubt, dass Hude/Falkenburg in dieser Saison noch einmal stärker geworden ist. Der neue Trainer Thorsten Stürenburg „hat uns einen Kick gegeben“, findet sie. „Unsere neue 3:2:1-Deckung klappt gut, und durch eine starke Abwehr gewinnt man Spiele.“ Am wichtigsten aber ist für Albes, „dass sich unser komplettes Spiel jetzt auf mehrere Schultern verteilt. Es ist nicht mehr nur Zetzi, die die Tore macht.“

Heute endet die kurze Winterpause für Hude/Falkenburg mit der Partie in Habenhausen (19.30 Uhr). Im Vorfeld ließ Coach Stürenburg bei einem Kurz-Trainingslager noch einmal das Tempospiel üben. Worauf es bei schnellen Angriffen besonders ankommt, wissen in Hude aber ohnehin alle: auf Nadja Albes’ Sturmläufe auf der rechten Seite.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+