Mutmaßliche Bedrohung in der 2. Kreisklasse sorgt für Unruhe unter den Fußball-Schiedsrichtern im Kreis Verden

Spielabbruch mit schweren Folgen

Erschreckende Szenen sollen sich am vergangenen Freitag auf dem Fußballplatz in Riede abgespielt haben. Wie Hubert Neuhaus, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses im Fußballkreis Verden, sowie Frank Lindenberg, Spartenleiter des MTV Riede, gegenüber unserer Zeitung erklärten, soll ein Spieler des SV Hönisch II während der Partie in der 2. Kreisklasse gegen den MTV Riede III ein Messer aus der Kabine geholt haben, nachdem er eine Rote Karte erhalten hatte.
18.09.2013, 00:00
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Spielabbruch mit schweren Folgen
Von Florian Cordes

Erschreckende Szenen sollen sich am vergangenen Freitag auf dem Fußballplatz in Riede abgespielt haben. Wie Hubert Neuhaus, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses im Fußballkreis Verden, sowie Frank Lindenberg, Spartenleiter des MTV Riede, gegenüber unserer Zeitung erklärten, soll ein Spieler des SV Hönisch II während der Partie in der 2. Kreisklasse gegen den MTV Riede III ein Messer aus der Kabine geholt haben, nachdem er eine Rote Karte erhalten hatte.

Es sind schwere Vorwürfe, die gegen einen Spieler des SV Hönisch II erhoben werden. Der Fußballer des Teams aus der 2. Kreisklasse hat in der Begegnung beim MTV Riede III einen Platzverweis erhalten, anschließend sei er in die Kabine der Hönischer gegangen und mit einem Messer herausgekommen, schilderte Frank Lindenberg, Spartenleiter des MTV Riede, einen Vorfall am vergangenen Freitagabend. Bereits vor seinem Gang in die Kabine soll der Spieler Lindenbergs Stellvertreter Rolf Lübkemann angedroht haben, ihn „abzustechen“, äußerte sich Hubert Neuhaus, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses im Fußballkreis Verden, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Wie Neuhaus weiter mitteilte, soll es der Hönischer auf den Schiedsrichter – einen 17-jährigen Achimer, der in Riede sein allererstes Spiel leitete – abgesehen haben. „Der Schiedsrichter hat es zumindest so empfunden, dass der Spieler auf ihn zukommen wollte. Das Messer war für alle deutlich sichtbar“, sagte Neuhaus. Zu einer unmittelbaren Bedrohung sei es jedoch nicht gekommen, denn die Mitspieler des Hönischers hätten ihm das Messer abgenommen, bevor er den Fußballplatz betrat, und die Rieder Mannschaft habe sich schützend um den jungen Unparteiischen gestellt, erklärte Neuhaus.

Kurz nach dem Platzverweis für den Hönischer habe der Schiedsrichter die Partie beim Spielstand von 4:1 für Riede abgebrochen. „Denn auch vorher sind viele unschöne Dinge passiert“, sagte Neuhaus. Laut Frank Lindenberg haben die Gäste aus dem Verdener Ortsteil stetig versucht, den Unparteiischen zu beeinflussen, ein weiterer Hönischer Spieler soll beim Spielstand von 2:0 versucht haben, den Schiedsrichter anzuspucken. „So hat es mir der Unparteiische gesagt“, meinte Lindenberg.

Das Spiel ist dennoch fortgesetzt worden, bis es fünf Minuten vor Schluss dann zum Abbruch kam.

Dass das Spiel frühzeitig beendet worden ist, davon weiß Wolfgang Zehl, Vorsitzender des SV Hönisch. Er sei am Montagabend von Neuhaus angerufen und informiert worden, dass das Spiel der zweiten Mannschaft abgebrochen wurde. Ihm sei mitgeteilt worden, dass sich das Hönischer Team „schlecht benommen“ habe. Dass aber ein Messer für große Unruhe gesorgt haben soll, davon sei er nicht in Kenntnis gesetzt worden, sagte Zehl. „Wir werden uns heute Abend mit der Mannschaft zusammensetzen und genau besprechen, was vorgefallen ist“, meinte Zehl gestern. Für Aufklärung solle unter anderem der Spielbericht sorgen, in dem der Vorfall beschrieben ist. Der Vorsitzende des SV Hönisch kündigte bereits an, dass es harte Sanktionen geben werde, falls sich die Vorwürfe gegen den Spieler bewahrheiten. „Dann muss er natürlich aus unserem Verein raus und vom Sportgericht lebenslang gesperrt werden“, sagte Zehl.

Der Vorsitzende des Verdener Fußballkreises, Horst Lemmermann, will den mutmaßlichen Täter nicht im Vorfeld verurteilen. „Zunächst gilt, wie es bei solchen Fällen üblich ist, die Unschuldsvermutung. Ich will niemanden vorverurteilen“, sagte Lemmermann. „Wir müssen zunächst alle Beteiligten über den Fall befragen, bevor Strafen ausgesprochen werden.“ Wenn sich der Vorfall aber so abgespielt habe, wie ihn Neuhaus und Lindenberg beschreiben, müsse durchgegriffen werden, meinte der Kreisfußball-Vorsitzende: „Denn solche Sportler wollen wir nicht auf unseren Plätzen.“ Über mögliche Sanktionen müsse das Sportgericht entscheiden.

Doch die Kreis-Verdener Schiedsrichter möchten bereits vorher auf den Vorfall in Riede reagieren. Gestern Abend fand deshalb eine Sondersitzung statt – ein Ergebnis stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. „Es wird eine deutliche und öffentlichkeitswirksame Reaktion geben“, versprach Neuhaus im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie diese aussehen könnte, wollte der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses nicht sagen. Im äußersten Fall würden die Schiedsrichter an einem kompletten Spieltag im Verdener Fußballkreis nicht zu ihren angesetzten Partien anreisen, meinte Neuhaus. Eines steht für ihn jedoch fest: „Was in Riede passiert ist, ist einfach zu heftig, wir können jetzt nicht zur Tagesordnung zurückkehren.“

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