Eklat in der 5. Kreisklasse Spielabbruch nach Zuschauertumult

Delmenhorst. Das Gipfeltreffen der 5. Fußball-Kreisklasse dauerte am Sonntag lediglich 62 Minuten.
01.11.2016, 00:00
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Spielabbruch nach Zuschauertumult
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Das Gipfeltreffen der 5. Fußball-Kreisklasse dauerte am Sonntag lediglich 62 Minuten. Dann brach Schiedsrichter Horst Scherschanski (SG Bookhorn) das Spiel zwischen dem Tabellenführer SV Baris III und dem Zweiten SV Rethorn ab. Zu dem Zeitpunkt führten die Delmenhorster Gastgeber mit 4:2. „Es gab Zuschauertumulte. Jemand rief die Polizei. Danach wollte Rethorn nicht mehr weiterspielen, also ich habe ich das Spiel abgebrochen“, berichtete Scherschanski. Er betonte, dass keine Spieler für das vorzeitige Ende der Partie verantwortlich gewesen seien, sondern „zwei bis drei Zuschauer“.

Bis zur 62. Minute war die Begegnung laut dem Unparteiischen normal verlaufen. Dann kam es zu einem härteren Zweikampf an der Torauslinie, ein Baris-Spieler stürzte in den Fangzaun und auf Kinderspielzeug, das neben dem Feld lag. „Danach hat sich der Rethorner nicht entschuldigt, sondern ist lächelnd weggegangen. Das hat ein paar Zuschauer aufgeregt“, sagte Baris-Spielertrainer Adil Polat. Der SV Rethorn und Coach Marcel Dönike verfassten bereits eine Stellungnahme zum Geschehen. Darin heißt es: „Als Folge des Sturzes wurde der Verteidiger des SV Rethorn grob geschubst und verbal angegangen. Mehrere Zuschauer der Delmenhorster stürmten den Platz. Einer von ihnen bewaffnete sich mit einem Regenschirm. Ein Baris-Spieler drohte dem Rethorner mit Äußerungen wie ,Ich breche dir nach dem Spiel die Beine'“.

Baris-Verantwortliche und -Spieler hielten die Anhänger zurück. „Es war nichts Ernstes“, betonte Polat. Der SV Rethorn schreibt dagegen, dass sich weder die Zuschauer noch einige Spieler der Gastgeber beruhigten. „Eine Gruppe der Delmenhorster Unruhestifter“ habe sich in Richtung zweier Rethorner Anhänger bewegt, die sich bedroht fühlten und die Polizei riefen. „Nur die Anwesenheit der sieben Beamten konnte die Lage entschärfen“, steht in der Rethorner Erklärung. Baris-Coach Polat berichtete unterdessen, dass beim Eintreffen der Polizei längst alles geklärt gewesen sei. „Das Spiel hätte fortgeführt werden können, aber einige Rethorner wollten nicht weiterspielen.“ Aus Sicht der Gäste hätte die Partie „schon vom Schiedsrichter abgebrochen werden müssen, als die Zuschauer den Platz stürmten“. Über mögliche Strafen und die Wertung des Spiels muss nun das Sportgericht des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst entscheiden.

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