Kreisläufer Matthias Köhnecke über sein bitteres Karriereende, die Chancen im Abstiegskampf und seine Zukunftspläne Spiele in der Halle 7 die Highlights in sieben Achimer Jahren

Mit dem letzten Spieltag in der Handball-Regionalliga endet auch die Laufbahn des Kreisläufers Matthias Köhnecke (31). Nach sieben Jahren bei der SG Achim/Baden bedeutete die Kreuzbandverletzung, die er sich vor zwei Wochen in Neerstedt zuzog, das vorzeitige Saisonende für den sowohl in der Abwehr wie im Angriff eine große Lücke hinterlassenden Leistungsträger. Mit unserem Redakteur Michael Schön sprach er über seine Karriere, das Spiel gegen Glinde und seine Zukunftspläne.
29.04.2010, 22:50
Lesedauer: 3 Min
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Von 31

Mit dem letzten Spieltag in der Handball-Regionalliga endet auch die Laufbahn des Kreisläufers Matthias Köhnecke (31). Nach sieben Jahren bei der SG Achim/Baden bedeutete die Kreuzbandverletzung, die er sich vor zwei Wochen in Neerstedt zuzog, das vorzeitige Saisonende für den sowohl in der Abwehr wie im Angriff eine große Lücke hinterlassenden Leistungsträger. Mit unserem Redakteur Michael Schön sprach er über seine Karriere, das Spiel gegen Glinde und seine Zukunftspläne.

Sie müssen nach einer langen und von zahlreichen Erfolgen geprägten Handballer-Laufbahn aus beruflichen Gründen einen Schlussstrich ziehen. Fällt Ihnen dieser Schritt jetzt leichter, wo sie zum Ende der Karriere hin noch einmal mit der Schattenseite des Sports konfrontiert worden sind?

Auf gar keinen Fall! Ich hatte nicht vor, mich so vom Handball, der SG und den Fans zu verabschieden. Dass es jetzt so gekommen ist, ist schon ziemlich bitter. Zumal ich zuvor von schweren Verletzungen verschont geblieben bin. Deswegen hoffe ich umso mehr, dass uns der Abstieg erspart bleibt.

Wie stark beeinträchtigt sind Sie im Alltag mit der Knieverletzung?

Obwohl der Kreuzbandriss zu den schwersten Verletzungen zählt, beeinträchtigt mich die Verletzung im Alltag kaum. Ich trage jetzt eine Orthese, die dem Knie die nötige Stabilität verleiht. Die OP-Besprechung über Art und Zeitpunkt der OP steht noch aus.

Wird man Sie noch einmal auf der Platte sehen, sei es bei einem Abschiedsspiel in der nächsten Saison oder in einer Klasse, wo es auch streckenweise ohne Mannschaftstraining geht? Oder als Trainer?

Als aktiver Spieler wird man mich nicht mehr sehen. Ich habe zehn bis 15 Jahre so viel Zeit in den Handball investiert, dass ich jetzt neue Sachen ausprobieren und mehr Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen möchte. Ein Engagement als Trainer möchte ich nicht ausschließen. Abschiedsspiel ist bislang nicht geplant.

Sie haben das Spiel in Beckdorf gesehen. Der Trainer des Gegners, Uwe Inderthal, der auch einmal Ihr Trainer war, hat erklärt, Ihre Verletzung sei der Super-GAU für Achim/Baden gewesen. War Ihre Mannschaft wirklich so chancenlos?

Chancenlos ist man grundsätzlich nie. Das haben die ersten 20 Minuten gezeigt. Allerdings hätten bei einem so wichtigen Spiel, gegen einen starken Gegner wie Beckdorf, die Bedingungen einfach stimmen müssen - kompletter Kader, gute Tagesform und wenig Fehler. Wir hatten nichts davon.

Wie groß sind die Chancen noch im Kampf um die Drittliga-Qualifikation?

Die Bedingungen haben sich hinsichtlich des Kaders nicht verbessert. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass wir mit einer kämpferisch geschlossenen Mannschaftsleistung Glinde schlagen werden. Was dann passiert, liegt nicht in unserer Hand.

Sie haben bei der SG sieben erfolgreiche Jahre erlebt. Das erste Jahr in der 2. Liga war sicherlich aufregend, aber von welchem werden Sie irgendwann einmal ihren Enkeln berichten? Und in welchem Team haben Sie am liebsten gespielt?

Jede Saison hatte Highlights. Am liebsten berichten werde ich aber wohl von der Spielzeit 2007/2008. Zu Saisonbeginn hat keiner einen Pfifferling auf uns gesetzt. Im Lauf der Saison ist dann jeder über sich hinausgewachsen, und das Team wurde eine Einheit. Am Ende der achte Platz und die beste Platzierung für die SG in der Vereinsgeschichte. Besonders gerne erinnere ich mich an die Spiele in der Halle 7 vor 2000 Zuschauern. Ich habe in jeder Mannschaft gerne gespielt. Doch die Chemie zwischen Tomek Malmon, Cord Katz, Flo Block-Osmers, Paddy Denker und mir war schon etwas Besonderes.

Sie haben bei der SG in sieben Jahren auch fünf Trainerwechsel erlebt. Tomasz Malmon, Uwe Inderthal, Matthias Brandt, Roman Becvar und Thomas Gloth sind sicherlich ganz unterschiedliche Charaktere. Welchem Typ würden Sie versuchen nachzueifern, gesetzt den Fall, Sie hätten ein Traineramt übernommen?

Da halte ich es mit Talant Dujshebaev: 'Jeder Trainer hat seine Stärken und Schwächen. Ich habe alles aufgeschrieben, was mir besonders gut gefallen hat und mit meinen persönlichen Stärken kombiniert.'

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