Bremen-Nord

Spielvorbereitung: Nudeln mit Hähnchenfleisch und aufgedrehte Musik

Mittwoch, 26. Oktober: Nach einem intensiven und sehr spielbetonten Training am Dienstag steht ein Tag voller Arbeit an. Ich fange immer zwischen 7.
02.11.2016, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Mittwoch, 26. Oktober: Nach einem intensiven und sehr spielbetonten Training am Dienstag steht ein Tag voller Arbeit an. Ich fange immer zwischen 7.30 und 8 Uhr in Woltmershausen an zu arbeiten. Bei der Firma Willenbrock habe ich auch im vergangenen Jahr mein duales Studium im Bereich International Business beendet. Nun wurde ich übernommen, um meine ersten Berufserfahrungen sammeln zu können. Nachdem ich die wichtigsten Dinge im Büro erledigt habe, geht es zu unserem Standort nach Hannover. Dort habe ich bei einer Kundenveranstaltung die Aufgabe, eine Präsentation zum Thema Batterietechnik zu halten. Am Eingang bekomme ich dann noch eine Krawatte in die Hand gedrückt und schaffe es mit Mühe und Not dank der Hilfe eines Kollegen gerade so, sie auch zu binden. Die Veranstaltung selbst ist eine super Erfahrung mit viel positiver Resonanz. Dies macht mich natürlich sehr stolz.

Donnerstag, 27. Oktober: Auf dem Weg zum Training höre ich meistens Hörbücher, um neben dem ganzen Sport auch etwas für meinen Geist zu tun, oder ich telefoniere mit Freunden, um den Kontakt zu pflegen. Wie immer spielen wir erst einmal im Eckchen sechs gegen zwei, um warm zu werden. Das macht jeden Tag aufs Neue extrem viel Spaß. Danach geht es dann in diverse Kraftübungen in Verbindung mit Hürdensprüngen und der Koordinationsleiter. Die Konzentration ist hoch. Die Vorbereitungen auf das Spiel am Wochenende gegen den FC Oberneuland laufen auf Hochtouren. Im langen Abschlussspiel ist ordentlich Feuer drin, denn für jedes gewonnene Abschlussspiel gibt es einen Punkt. Wer am Ende des Monats die wenigsten Punkte hat, muss einen Monat lang mit einem Shirt mit dem Aufdruck „Loser des Monats“ zum Training erscheinen. Da sind die Motivation und die Intensität entsprechend hoch. Mit vier von sieben gewonnenen Trainingsspielen bin ich glücklicherweise auf der sicheren Seite für den Oktober. Ich bin nicht böse, dass wir mal wieder maßlos überziehen.

Freitag, 28. Oktober: Der Arbeitstag vergeht wie im Fluge, da immer gut etwas zu tun und die Abwechslung sehr hoch ist. Nach der Arbeit besuche ich erst den Frisör und dann das Fitnessstudio, wo ich zweimal in der Woche ein bisschen Ergänzungstraining mache, um die nötige Stabilität für meine Innenverteidiger-Position zu haben. Abends nehme ich mir dann Zeit für die mir wichtigen Personen und gehe lecker essen im Bremer Viertel. Diese Dinge dürfen trotz des vielen Sports und der Arbeit einfach nicht zu kurz kommen. Später telefoniere ich dann noch kurz mit Malte Seemann, der nach wie vor ein sehr guter Freund ist, auch wenn er inzwischen in einem anderen Trikot auf dem Platz steht.

Sonnabend, 29. Oktober: Beim morgendlichen Abschlusstraining auf dem Rasenplatz in Lüssum besprechen wir das Spiel am Folgetag. Eckchen spielen, Flugbälle und Torschuss stehen auf dem Plan. Um auch hier den Konkurrenzkampf anzuregen, heißt es: Der mit den wenigsten Toren zahlt drei Euro in die Mannschaftskasse ein, der mit den meisten Toren bekommt eine Gutschrift von einem Euro. Durch diese kleinen Wettkämpfe kommt natürlich immer ordentlich Geld in die Kasse. Für mich reicht es leider nicht für die meisten Tore. Am Nachmittag schaue ich mir zusammen mit meinem Opa die Fußball-Bundesliga an. Mein Opa verfolgt meine Punktspiele bereits seit der G-Jugend. Für Werder ist es ein sehr ernüchterndes Ergebnis gegen Freiburg. Dies lässt die Sorge um die Zukunft des Vereins wieder etwas größer werden. Natürlich wird besonders Ousman Manneh von uns beobachtet, auf den wir als Blumenthaler extrem stolz sind. Anschließend gehe ich dann noch mit meinem Teamkollegen Malte Tietze und einem weiteren guten Freund, Volkan Tava, etwas essen. Wir quatschen über das Spiel am Sonntag und drehen auch noch eine Runde über den Freimarkt.

Sonntag, 30. Oktober: Um 10 Uhr starte ich in den Tag und beginne meine Rituale vor dem Spiel. Dazu gehört eine ordentliche Portion Nudeln mit etwas Hähnchenfleisch, ordentlich Flüssigkeit und voll aufgedrehte Musik. Um 12.30 holt mich mein Trainer „Mitch“ Kniat zusammen mit Bo Weishaupt ab. Alle sind heiß auf dieses Spiel gegen den Dritten, weil dies die perfekte Chance ist, sich noch weiter abzusetzen. Dazu kommt noch, dass sich der Platz in einem Topzustand befindet. „Mitch“ stimmt uns in der Kabine taktisch ein. Nach dem 3:0-Sieg ist es dann einfach ein geiles Gefühl, von den Blumenthaler Fans für die gute Leistung bejubelt zu werden. Nun heißt es für mich, die Leistenzerrung so gut wie möglich behandeln zu lassen. Das Spiel gegen Vegesack am kommenden Sonnabend will ich als Blumenthaler auf keinen Fall verpassen.

Montag, 31. Oktober: Auch wenn Montag nicht gerade mein Lieblingstag ist, schaffe ich einiges bei der Arbeit. Um 16 Uhr fahre ich zum Physiotherapeuten, um mit Steven Maaß die Behandlung meiner Zerrung durchzusprechen. Dieser spielt bei uns in der dritten Mannschaft und bietet mir direkt an, möglichst jeden Tag die Zerrung zu behandeln, um fit gegen Vegesack zu sein. Aus meiner Sicht ist es ein guter Beweis dafür, dass der Verein Blumenthal einfach eine Familie ist, wo einer für den anderen da ist. Abends feiert mein langjähriger Freund David Mergelmeyer seinen Geburtstag in Form einer Halloween-Party. Trotz der aktuellen Diskussion entscheide ich mich für das Kostüm des Horror-Clowns. Es ist ein guter Abend.

Dienstag, 1. November: Ich fahre zum Training, an dem ich leider aufgrund der Verletzung nicht teilnehmen kann. Ich schaue trotzdem zu, so wie es bei uns Normalität als verletzter Spieler ist. Da Malte Seemann heute auch trainingsfrei hat, schauen wir gemeinsam zu und gehen danach noch eine Pizza essen.

Emely Klenner, die Landesliga-Handballerin der „Goldmädchen“ von der HSG Schwanewede/Neuenkirchen, wird als Nächste über ihre Woche berichten. KH

Zur Person

Daniel Luckyman (22) läuft für die Fußballer des Blumenthaler SV in der Bremen-Liga auf und gehört dem Verein bereits seit acht Jahren an. Der Innenverteidiger betreut Vertriebsprojekte für die Firma Willenbrock Fördertechnik.
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