Leichtathletik

Hiesige Leichtathleten wollen nichts überstürzen

Die Leichtathleten der Region werden in dieser Woche das Training noch nicht wieder aufnehmen. Sie gehen den Neustart mit Vorsicht an.
07.05.2020, 15:03
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Hiesige Leichtathleten wollen nichts überstürzen

Genaue Konzepte brauchen Klaus Lange und Co. für den Neustart.

Michael Braunschädel

Seit Kurzem gibt es im Sport eigentlich nur noch eine Frage: Wann geht es wieder los? Viele Sportler werden sicherlich etwas neidisch auf die Golfer, Tennis- und Padelspieler geblickt haben, die am Mittwoch wieder die Schläger geschwungen haben. Dort gestaltete sich der Neustart unter Auflagen problemlos. Nun fällt unter die kontaktlosen Sportarten aber beispielsweise auch die Leichtathletik, in der das Kreisgebiet mit dem LC Hansa Stuhr, dem FTSV Jahn Brinkum und dem TSV Asendorf bekanntlich drei Aushängeschilder hat. Dort wird vorerst noch nicht trainiert. Die Verantwortlichen üben sich in Vorsicht.

Die Leichtathletik-Abteilungsleiter wollen nichts überstürzen, schließlich müssen auch sie Regeln beachten: Trainiert wird in Kleingruppen, Geräte müssen desinfiziert und Abstände eingehalten werden. Das klingt einfacher als es ist, wie Ute Schröder vom TSV Asendorf weiß: „Wir haben hier Gruppen um die 20 Kinder. Da müssen wir auch schauen, wie wir das alles aufteilen werden. So normal, wie es vorher war, wird es ganz sicher nicht weiterlaufen“, blickt sie voraus. Man wolle nichts falsch machen.

Schröder rechnet damit, dass sich auch der Fokus der Übungsleiter verschieben wird: „Das Fachliche bleibt etwas auf der Strecke. Wir müssen deutlich mehr aufpassen, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Das wird viel Zeit einnehmen.“ Bei den älteren Athleten der Leistungsgruppe werde das sicherlich etwas leichter sein. Es dürfte dagegen schwieriger werden, die Jüngsten wie gewohnt spielerisch an die Disziplinen heranzuführen. „Da braucht man schon einen genauen Plan“, weiß Schröder, die noch kein Startdatum hat.

Auch Klaus Lange vom FTSV Jahn Brinkum lässt den Trainingsbetrieb noch ruhen in dieser Woche. Es brauche ein gutes Konzept, das unter anderem auch mit den Fußballern abgestimmt werden müsse. Denn die Leichtathleten sind nicht allein auf der Anlage. „Wie es im Detail ablaufen wird, kann ich noch gar nicht sagen. Es geht momentan ja auch alles sehr schnell“, waren für ihn die umfassenden Lockerungen zu diesem Zeitpunkt bis vor wenigen Tagen nicht absehbar.

Loslegen will Lange in Brinkum, aber auch mit seiner Varreler Gruppe, natürlich dennoch. Vielleicht bereits in der kommenden Woche. „Es ist aber alles recht kompliziert. Wir müssen viele kleine Punkte berücksichtigen, zum Beispiel, wie wir die Gruppen richtig zusammenstellen, und uns auf jeden Fall absichern, auch bei den Eltern.“ Über den Trainingsbetrieb hinaus plant Lange derweil nicht. „Wir können froh sein, wenn im September Wettkämpfe stattfinden können“, glaubt er.

Wenn es nach Berthold Buchwald geht, dem Leichtathletik-Abteilungsleiter des LC Hansa Stuhr, dann wird der Trainingsbetrieb an der Pillauer Straße ab kommendem Montag wieder aufgenommen. Die älteren Mitglieder der Altersklassen U18 und U20 seien in den vergangenen Wochen ohnehin nicht untätig gewesen. „Sie sind gelaufen wie die Bekloppten“, sagt Buchwald und lacht. Nur für die Athleten wie Zehnkämpfer Lasse Pixberg, die auch in technischen Disziplinen beheimatet sind, war die Zeit schwierig. „Da bleibt das Training auf der Strecke“, weiß Buchwald.

Doch wie plant der LCH den Wiedereinstieg ins Training? „Wir werden die Gruppen auseinanderziehen“, wird der Verein laut Buchwald auf kleine Teamstärken setzen. Auch die Stuhrer lassen also Vorsicht walten. Für ihn stellt sich allerdings die Frage, wie es um die Motivation bestellt ist, wenn es nach wochenlangem Training immer noch keine Wettkämpfe gibt. „Das ist eine äußerst unbefriedigende Situation“, weiß er. Erst einmal hat der Niedersächsische Leichtathletikverband bis zum 30. Juni alle Wettkämpfe abgesetzt. Auch alle Norddeutschen Meisterschaften fallen aus. Also werden die Stuhrer bei ihren Athleten für einen internen Anreiz sorgen: „Wir werden Trainingskontrollen machen“, kündigt Buchwald an. Denkbar sei zum Beispiel nach Pfingsten und vor den Sommerferien im Juli die Messanlagen aufzubauen, um den Leistungsstand zu dokumentieren.

Dass es wieder losgehen kann, stimmt Buchwald froh. „Die Kinder müssen wieder raus. Ihnen fällt doch die Decke auf den Kopf. Aber auch wir Trainer werden glücklich sein, unsere Athleten wiederzusehen.“

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