Sportpolitik Sporthilfe schlägt Alarm: Asse verdienen zu wenig

Berlin. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe schlägt Alarm: Laut einer Studie der Sporthochschule Köln beträgt das monatliche Bruttogehalt deutscher Top-Athleten trotz 60-Stunden-Woche derzeit nur 1919 Euro. Viele Top-Sportler müssen sogar mit 600 Euro im Monat auskommen.
18.01.2010, 12:33
Lesedauer: 2 Min
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Berlin. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe schlägt Alarm: Laut einer Studie der Sporthochschule Köln beträgt das monatliche Bruttogehalt deutscher Top-Athleten trotz 60-Stunden-Woche derzeit nur 1919 Euro. Viele Top-Sportler müssen sogar mit 600 Euro im Monat auskommen.

Mit der vorgestellten Bürgerbewegung «Dein Name für Deutschland» will die Sporthilfe das magere Budget zahlreicher deutscher Asse aufbessern. Noch in diesem Jahr sollen 20 000 Bürger gewonnen werden, die mit monatlich mindestens drei Euro Spitzensportler als «offizielle Sponsoren» unterstützen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière ging in Berlin als erster Sponsor mit gutem Beispiel voran. Das Sozialwerk des deutschen Sports verspricht sich allein in 2010 800 000 Euro durch diese Aktion.

«Wenn Sie eine Hand auf die heiße Herdplatte legen und die andere ins Tiefkühlfach, ist die Körpertemperatur eigentlich noch ganz in Ordnung», meinte der Minister zu den Diskrepanzen zwischen gut verdienenden Stars und der großen Masse der 4200 geförderten Athleten. «Deshalb möchte ich diese wunderbare Idee gern unterstützen», sagte de Maizière, Als erster Sponsor erhielt er von Schwimm-Weltmeister Paul Biedermann die entsprechende Urkunde.

Bei der Studie, die vom Kölner Professor Christoph Breuer vorgestellt wurde, hatten 1133 Top-Sportler Auskunft über ihre Lebensverhältnisse gegeben. Dabei wurde deutlich, dass Asse nicht nur wegen ihrer finanziellen Situation, sondern auch mit den Freiräumen für Freizeitgestaltung sowie ihrem Familienleben weit unzufriedener sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. «600 Euro für eine 60-Stunden-Woche - das ist die fast unvorstellbare Lebenssituation, der sich viele ausgesetzt sehen. Dennoch erbringen diese Athleten mit unglaublichen Enthusiasmus und Leidenschaft Höchstleistungen», meinte Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick, die ab 1991 «mit 100 oder 200 D-Mark» - wie sie selbst sagte - von der Deutschen Sporthilfe (DSH) gefördert worden war.

«Erstmals in der Geschichte der Sporthilfe kann nun jeder Bürger Sponsor werden und einen kleinen Beitrag zu den großen Erfolgen deutscher Athleten beisteuern», meinte der DSH-Vorstands-Vorsitzende Werner E. Klatten. Die vier Nationalen Förderer der Sporthilfe hätten schon angekündigt, die Kampagne im Umfeld ihrer Mitarbeiter und Kunden aktiv zu unterstützen. «Sportler des Jahres» Paul Biedermann wird mit einem TV-Spot für die Kampagne werben. (dpa)

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