Profiboxer Jürgen Brähmer

Staatsanwalt fordert eineinhalb Jahre Haft

Schwerin . Der Profiboxer Jürgen Brähmer soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft Schwerin wegen Körperverletzung und Beleidigung ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis. Die Strafe dürfe nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, forderte der Staatsanwalt.
08.01.2010, 17:19
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Staatsanwalt fordert eineinhalb Jahre Haft

Profiboxer Jürgen Brähmer drohen eineinhalb Jahre Knast wegen Körperverletzung und Beleidigung.

dpa

Schwerin . Der Profiboxer Jürgen Brähmer soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft Schwerin wegen Körperverletzung und Beleidigung ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis. Die Strafe dürfe nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, forderte der Staatsanwalt am Freitag vor dem Amtsgericht.

Der 31-jährige Brähmer, der im Dezember seinen Weltmeistertitel im Halbschwergewicht verteidigte, habe die Straftaten während einer laufenden Bewährungszeit begangen. Er sei mehrfach einschlägig vorbestraft. Die Verteidigung forderte Freispruch. Es sei nicht nachgewiesen, dass Brähmer einer Frau ins Gesicht geschlagen hat. Das Urteil gegen Brähmer, das am Freitag eigentlich gesprochen werden sollte, lässt noch auf sich warten. Am Freitag war der elfte Verhandlungstag.

Laut Anklage soll der Boxer im September 2008 in einer Schweriner Diskothek eine Frau im Streit beleidigt und geschlagen haben. Bereits im Mai 2008 soll er in einer Bar in Schwerin einen Glas-Aschenbecher auf den Betreiber geworfen und den Mann durch Fausthiebe verletzt haben. Der Aschenbecher-Wurf ließ sich laut Staatsanwaltschaft nicht mit Sicherheit nachweisen, sie plädierte in diesem Fall auf Freispruch. Sowohl die Frau als auch der Barbetreiber hätten jedoch Verletzungen erlitten, die Frau habe sich nach einem Bruch an der Nase einer Operation unterziehen müssen.

Ein Bruch des Nasenbeins wurde in der Verhandlung jedoch nicht zweifelsfrei festgestellt. Ein sachverständiger Röntgenologe sprach angesichts der Röntgenbilder von einem Haarriss, nicht von einer Fraktur. Klinische Befunde der Frau, die am Tag des Schlages sowie zwei Tage später von verschiedenen Ärzten untersucht wurde, unterschieden sich voneinander, die Röntgenbilder dem Sachverständigen zufolge nicht.

Die Verteidiger Brähmers äußerten die Vermutung, dass die Frau vor dem zweiten Arztbesuch eine Verletzung erlitten hat, die nicht von Brähmer stammt, oder dass sie die Gelegenheit nutzte und sich einer Schönheitsoperation unterzog. Des weiteren hat der Verteidigung zufolge kein Zeuge einen Schlag ins Gesicht der Frau gesehen. Wenn überhaupt, könne der Boxer eine Abwehrbewegung gemacht haben, da die Frau ihm ihr Getränk ins Gesicht geschüttet habe. Die Anwälte stellten weitere Beweisanträge. Der Prozess wird am 12. Januar fortgesetzt.

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