Stadthalle wird zum Impfzentrum Eisbären Bremerhaven müssen neue Spielstätte suchen

Die Stadthalle wird zum Impfzentrum: Nach sechs Coronafällen im Mannschaftskreis und daraus resultierend mehreren Spielabsagen stehen die Basketballer Eisbären Bremerhaven nun auch noch ohne Heimspielstätte da.
26.11.2020, 13:32
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Eisbären Bremerhaven müssen neue Spielstätte suchen
Von Frank Büter

Die Eisbären Bremerhaven hat die nächste Hiobsbotschaft erreicht: Nach sechs Coronafällen im Mannschaftskreis und daraus resultierend mehreren Spielabsagen stehen die Basketballer aus der Pro A nun auch noch ohne Heimspielstätte da. Weil die Stadthalle am Wilhelm-Kaisen-­Platz in Bremerhaven im Dezember zu einem Impfzentrum gegen das Coronavirus hergerichtet werden soll (der WESER-­KURIER berichtete), sind dort voraussichtlich bis Ende April 2021 keine Sportveranstaltungen mehr möglich. Wegen der zentralen Lage und der guten Verkehrsanbindung sei bei der Standortsuche für dieses Impfzentrum kein Weg an der Stadthalle vorbeigegangen, betonte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD).

Für die Eisbären Bremerhaven bedeutet dies konkret, dass sie ab sofort ihre Heimspiele nicht mehr an der gewohnten Stätte austragen können und möglichst schnell eine Alternative finden müssen, um den Spielbetrieb zu sichern. „Die Stadt hat uns umgehend in Kenntnis gesetzt und zugesagt, uns bei der Suche nach Lösungen zu unterstützen – auch finanziell“, sagt Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann. Diese Suche nach Lösungen läuft bereits auf Hochtouren, „wir haben viel zu tun, der zeitliche Druck“, sagt Ruttmann, „ist maximal“.

Lesen Sie auch

Zwei Szenarien gibt es dabei. Zum einen ist eine vorübergehende Rückkehr in die traditionsreiche Walter-Kolb-Halle denkbar, dorthin, wo die Eisbären vor ihrem Erstligaaufstieg 2005 lange Jahre beheimatet waren. Möglich wäre es indes auch, die Partien im Trainingscenter am Amerikaring auszutragen, dort aber definitiv ohne Aussicht darauf, vor Publikum zu spielen. Beide Szenarien werden intensiv geprüft, „wir machen gerade eine genaue Bedarfsanalyse“, sagt Nils Ruttmann. Parkettboden, Körbe, Beleuchtung, technische Ausstattung für Liveübertragungen – die Liste dieser Bedarfe ist lang, „am Ende geht es auch um die Kosten“, sagt Nils Ruttmann. „Darüber werden wir mit der Stadt im Detail sprechen.“

Aber auch mit der Liga gibt es einiges zu besprechen. Zwar sind aufgrund der Corona-Pandemie aktuell nur Geisterspiele ohne Publikum erlaubt, doch es gehört zu den Lizenzbedingungen, dass die Pro A-Klubs in einer mindestens 1500 Zuschauer fassenden Halle spielen. Ruttmann hat bereits vorgefühlt bei den Liga-Verantwortlichen. Und er hat von dort positive Signale erhalten, dass Bremerhaven angesichts der besonderen Umstände eine Ausnahmegenehmigung bekommen wird. „Die Gesundheit“, betont Nils Ruttmann, „hat eine übergeordnete Bedeutung. Wir stehen vor einer besonderen Herausforderung – und die wollen wir meistern.“

Von der laufenden Hallensuche unabhängig wurde die eigentlich für diesen Sonnabend angesetzte Heimpartie gegen Jena bereits abgesagt; ein neuer Termin steht noch nicht fest. Grund für diese Verlegung ist nach wie vor die vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantänemaßnahme, die für einen Teil der Eisbären-Profis an diesem Donnerstag, für einige weitere Aktive, nämlich die vier Teammitglieder, die erst in der vergangenen Woche positiv getestet wurden, erst Mitte nächster Woche endet.

Lesen Sie auch

Seit den Testungen nach dem Auswärtssieg bei Ligakonkurrent Nürnberg Falcons (92:86) am 8. November hat das Team von Headcoach Michael Mai nicht mehr trainieren können, nun dürfen also die ersten Akteure wieder auf das Parkett. Ob Bremerhaven damit aber bis zur Partie in Paderborn am 5. Dezember wieder ein spielfähiges Aufgebot beisammen hat, ist noch ungewiss. Danach folgen Partien in Leverkusen (13. Dezember) und ein Heimspiel gegen Tübingen (19. Dezember), für das nun händeringend eine Halle gesucht wird.

Klar ist derweil, dass sich die Pro-A-Teams auf eine Anpassung des Hygieneleitfadens geeinigt haben, um das Infektionsrisiko weiter zu reduzieren. Dazu gehören künftig auch wöchentlich verpflichtende Covid-19-Schnell­tests am Spieltag für Spieler, Trainer und Schiedsrichter/Kommissare. Diese Tests sind innerhalb einer Zehn-Stunden-Frist vor dem jeweiligen Anpfiff durchzuführen, können bei kürzeren Auswärtsfahrten also auch schon vor der Abreise vorgenommen werden. Sollte dabei ein Testergebnis innerhalb der beiden Teams positiv sein, wird die Partie umgehend abgesagt.

„Die Gesundheit aller am Spielbetrieb beteiligten Personen hat für uns höchste Priorität“, erläutert Liga-Geschäftsführer Christian Krings. Man habe sehr genau geprüft, welche Maßnahmen bereits gut laufen und wo es, auch aufgrund der steigenden Pandemiezahlen, noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt, um das Infektionsrisiko zu minimieren, so Krings weiter. „Wir sind uns unserer gesellschaftlichen und moralischen Verantwortung bewusst und müssen einen sicheren Spielbetrieb gewährleisten können.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+