1. Fußball-Kreisklasse Osterholz Steden/Hellingst plötzlich im Keller

In der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz hält mit dem TSV Steden/Hellingst ein Klub die Rote Laterne in den Händen, den vorher wohl niemand auf dem letzten Platz eingeordnet hätte.
12.10.2018, 14:11
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann

Steden. In der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz hält mit dem TSV Steden/Hellingst ein Klub die Rote Laterne in den Händen, den vorher wohl niemand auf dem letzten Platz eingeordnet hätte. „Ich hatte meinen Spielern vor der Saison gesagt, dass ich gerne aufsteigen würde. Das Zeug dazu hätten wir auch gehabt“, erklärt TSV-Coach Denis Stelljes.

Nachdem die Stedener in der Vorbereitung unter anderem den Aufsteiger in die Kreisliga, SG Platjenwerbe, sowie die Spitzenteams der 1. Kreisklasse, SV Arminia Freißenbüttel und SV Nordsode, besiegt hatten, herrschte grenzenloser Optimismus bei den Akteuren um Kapitän Timon Pretzel. Nach sieben Niederlagen, zwei Unentschieden und ohne einen Sieg aus den ersten neun Begegnungen ist aber große Ernüchterung eingetreten. „Es geht nur noch um den Kampf gegen den Abstieg. Da müssen wir nun jeden Punkt mitnehmen“, räumt Stelljes ein.

Am Dienstag setzten sich die Spieler nach dem Training zu einer Krisensitzung zusammen. „So langsam habe ich auch keine Lösungen mehr“, gibt Denis Stelljes zu bedenken. An einen Rücktritt habe er indes noch nicht gedacht. Der 43-Jährige führt die Misere schließlich in erster Linie auf die Personalprobleme zurück. „Mir stehen gerade noch zehn Spieler aus unserem Kader zur Verfügung. Ich kann mir auch keine Akteure schnitzen“, sagt Stelljes.

Die Stedener beklagen mit Yannic Pretzel, Daniel van Ballegoy, Arne Tietjen und Luca Lüllmann vier Langzeitverletzte. Nun fällt auch noch Fabian Zebandt mit Problemen am Oberschenkel aus. Yasin Gül fehlte einige Wochen rotgesperrt. Kaum ist Gül zurück, droht Timon Pretzel nach seiner Roten Karte aus dem jüngsten Match beim FC Hansa Schwanewede II (1:4) eine mehrwöchige Sperre.

„Das zieht sich wie ein Roter Faden durch die Saison. Kaum ist einer wieder da, verabschiedet sich ein anderer“, bedauert Denis Stelljes. Deshalb müsse auch ein Haudegen wie Stefan „Grätsche“ Gerdes immer wieder ran, wenngleich dieser seine Fußballschuhe längst an den Nagel hängen wollte. Um die Löcher in der Defensive zu stopfen, muss Denis Stelljes immer wieder seine Offensivkräfte nach hinten beordern.

Timon Pretzel möchte Denis Stelljes gerne als Coach behalten: „Die Stimmung im Training ist gut. Denis lässt sich dabei immer wieder neue Übungen einfallen und arbeitet sehr akribisch. Jeder gibt immer alles auf dem Platz. Am Trainer liegt es also nicht.“ Auch er macht das knappe Personal für die Talfahrt verantwortlich. „Wenn ein paar Spieler ihrer Schichtarbeit nachgehen und andere verletzt oder im Urlaub sind, können wir das irgendwann nicht mehr kompensieren“, versichert der 26-Jährige. Seine Rote Karte in Schwanewede habe er zu Unrecht erhalten, sagt Pretzel. „Es wäre ja schon schwachsinnig von mir gewesen, beim Stande von 1:2 gegen meinen Gegenspieler nachzutreten. Ich wollte meiner Mannschaft auf keinen Fall schaden“, betont der Disponent. Er habe seinen Widerpart Linus Pieper beim Aufstehen unabsichtlich getroffen. „Ohne den Platzverweis hätten wir das 2:2 machen können“, ärgert sich Denis Stelljes.

Mit 23 Gegentoren ist der TSV Steden/Hellingst nicht gerade die Schießbude der Liga. „Es waren viele knappe und unglückliche Niederlagen dabei. Es ist ja nicht so, dass wir ständig ordentlich etwas auf die Mütze bekommen“, erklärt Pretzel. Er verweist auch auf die 1:0-Führung seines Teams bei der 1:4-Schlappe gegen den Spitzenreiter SV Barisspor.

„Wenn wir jetzt einmal gewinnen, werden wir den Bock auch umstoßen“, ist sich Pretzel ganz sicher. Am Sonnabend steigt das Derby gegen den TV Axstedt. „Darauf sind alle Spieler heiß“, sagt Denis Stelljes. Er stehe bereits in Kontakt zu zwei bis drei Spielern als Verstärkung in der Winterpause und erwäge sogar ein eigenes Comeback.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+