Bastian Morche sorgt für 1:0-Erfolg über den TV Dötlingen / Bredehöft verpasst Ausgleich um Millimeter Stenum feiert Pokalsieg

Delmenhorst. Thomas Baake hätte am liebsten die ganze Welt umarmt, was für den Trainer des VfL Stenum aber gar nicht so einfach war. So richtig auf Tuchfühlung wollte nämlich keiner mit ihm gehen – und das hatte einen guten Grund: Nach ebenso unfreiwilliger wie ausgiebiger Bier- und Sektdusche verströmte der Coach einen, sagen wir, eher herben Geruch.
22.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Thomas Baake hätte am liebsten die ganze Welt umarmt, was für den Trainer des VfL Stenum aber gar nicht so einfach war. So richtig auf Tuchfühlung wollte nämlich keiner mit ihm gehen – und das hatte einen guten Grund: Nach ebenso unfreiwilliger wie ausgiebiger Bier- und Sektdusche verströmte der Coach einen, sagen wir, eher herben Geruch. Er selbst schickte zusätzlich die Warnung voran: „Vorsicht, ich bin ziemlich klebrig.“ Und da stand Thomas Baake nun, tropfend, mitten auf dem Platz des Delmenhorster TB, und versuchte seine Freude irgendwie in Worte zu fassen. Mit 1:0 (1:0) hatten sich seine Stenumer im Finale des Fußball-Kreispokals gegen den Kreisliga-Rivalen TV Dötlingen durchgesetzt. „Ich bin überglücklich“, sagte Baake. Während er sprach, musste er aufpassen, dass sich seine Stimme vor Freude nicht überschlug.

Wenige Minuten später war der große Augenblick dann gekommen. Erich Meenken, der kommissarische Vorsitzende des Fußballkreises, bat den Stenumer Kapitän Julian Dienstmaier zu sich und überreichte ihm den weiß-goldenen Pokal. Danach war nur noch Freudentaumel in Rot. Spieler tanzten durcheinander, nahmen sich in die Arme – und machten plötzlich Jagd auf ihren Trainer, um ihn mehrfach hoch in den Delmenhorster Abendhimmel zu werfen. „Das ist gerade ein überragendes Gefühl. Jetzt werden wir richtig feiern“, gab Mittelfeldmotor Bastian Morche zu Protokoll. Er selbst hatte in den 90 Minuten zuvor so etwas wie die Hauptrolle gespielt.

Das Endspiel vor rund 200 Zuschauern lief gerade einmal vier Minuten, da brachte der 21-Jährige die favorisierten Stenumer schon mit 1:0 in Führung. Ein knapper Vorsprung, das schon, aber er sollte trotzdem bis zum Ende halten. In einer insgesamt schwachen Partie waren weitere Höhepunkte vor dem Pausenpfiff Mangelware. Ein Abschluss von Dötlingens Sebastian Bröcker neben das Tor (19.), ein Kopfball von Stenums Lukas Schwieters über das Tor (21.) und ein Morche-Schuss an den Außenpfosten (24.) – mehr war nicht. „Das Spiel war hart umkämpft und sicherlich nicht schön“, sagte Baake, dessen Elf nach dem Wechsel nur noch das Nötigste tat.

Dienstmaier zirkelte einen gefährlichen Freistoß aufs Tor, den Dötlingens Keeper Hendrik Schulz gerade noch zur Ecke klären konnte (50.), und auch Mathias Gaster ließ im Duell mit dem Schlussmann die große Chance zur Vorentscheidung aus (70.). Ansonsten waren es die Dötlinger, die mehr vom Spiel hatten. Stürmer Roman Seibel kam in der 69. Minute aus zwei Metern vollkommen frei zum Kopfball und dürfte sich selbst gewundert haben, wie Stenums Torhüter Marco Scheffler die Kugel noch von der Linie gekratzt hat. Das war aber noch gar nicht die größte Chance des Außenseiters. Joole Bredehöft zog in der Schlussphase halb aus Verzweiflung, halb aus Überzeugung, einfach mal aus rund 25 Metern ab – sein Versuch klatschte an den Innenpfosten und sprang aus dem Tor (89.). Kurz danach setzte Bröcker einen Freistoß knapp vorbei (90.+2), dann war Schluss. „Mit dem Pfostenschuss hatten wir Pech, schade. 1:1, Elfmeterschießen. Das wäre doch toll gewesen“, haderte Dötlingens Trainer Georg Zimmermann, der mit seiner Mannschaft schon 2014 im Kreispokalfinale gestanden und damals gegen den SV Atlas Delmenhorst verloren hatte. „Wir probieren es wieder“, versprach Zimmermann. Dann machte er sich auf den Weg zu seinen Spielern: Schulterklopfen, Umarmungen – Aufbauarbeit. Auch Thomas Baake hatte ein paar nette Worte für den unterlegenen Gegner parat: „Dötlingen ist eine ganz tolle Mannschaft, die uns in dieser Saison nicht das erste Mal alles abverlangt hat.“ Tatsächlich hatten sich die sonst so offensivstarken Stenumer bereits in den beiden Ligaduellen beim 1:0 und 0:0 an der Defensive der Zimmermann-Elf die Zähne ausgebissen.

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