Grohns Neuzugang Jannis Kurkiewicz läuft in den Wochen der Wahrheit erstmal als Innenverteidiger auf Stürmer gibt der Abwehr Stabilität

Mit der Winterpausenverpflichtung von Jannis Kurkiewicz (vorher FC Bremerhaven) scheint dem Fußball-Landesligisten SV Grohn ein hervorragender Schachzug gelungen zu sein. Bei seinem Debüt, dem 3:1-Heimsieg gegen gegen den TSV Grolland, war der 21-Jährige der beste Mann auf dem Platz und verlieh der Hintermannschaft der den Aufstieg in die Bremen-Liga anpeilenden "Husaren" endlich die benötigte Stabilität.
09.03.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Jens Pillnick

Mit der Winterpausenverpflichtung von Jannis Kurkiewicz (vorher FC Bremerhaven) scheint dem Fußball-Landesligisten SV Grohn ein hervorragender Schachzug gelungen zu sein. Bei seinem Debüt, dem 3:1-Heimsieg gegen gegen den TSV Grolland, war der 21-Jährige der beste Mann auf dem Platz und verlieh der Hintermannschaft der den Aufstieg in die Bremen-Liga anpeilenden "Husaren" endlich die benötigte Stabilität.

Grohn. Starkes Stellungsspiel, eine gute Zweikampfbilanz am Boden und eine herausragende in der Luft, sicher im Aufbau- und Passspiel - das hört sich nach dem Arbeitsnachweis eines Abwehrspezialisten an. Ist es aber nicht. Diesen Eindruck hinterließ Jannis Kurkiewicz, der Winterpausen-Neuzugang des Fußball-Landesligisten SV Grohn, bei seinem ersten Einsatz für die "Husaren", dem 3:1 im Verfolgerduell gegen den TSV Grolland.

Jannis Kurkiewicz ein Abwehr-Ass? Eine Frage, die sich aufdrängt. Denn der 21-Jährige, der im Sommer 2010 vom insolventen Lüssumer TV zum FC Bremerhaven wechselte und nun in den Bremen Norden zurückkehrte, gilt vielmehr als treibende Kraft im offensiven Mittelfeld oder als eiskalter Vollstrecker in vorderster Linie. Als nun die Personalnot im Defensivbereich des FC Bremerhaven groß war, wurde er dort kurzerhand zum Innenverteidiger gemacht - und überzeugte als solcher. Mehr aber auch nicht. "Das hat mir nicht gefallen", gibt der kürzlich von Blumenthal nach Rönnebeck gezogene Blondschopf zu, der im Sommer eine kaufmännische Ausbildung beginnen wird.

Vorübergehend oder längerfristig?

Gefallen an der vielseitigen Einsetzbarkeit des Offensivmannes fand aber auch Grohns Trainer Juan Schrader, der in der Hinrunde beinahe Woche für Woche neue Abwehrformationen getestet und doch nie die Optimallösung gefunden hatte. Prompt ließ auch er Jannis Kurkiewicz bei seinem "Husaren"-Punktspieldebüt an der Seite von Dirk Heumann - ebenfalls eine gelernte Offensivkraft - als Innenverteidiger auflaufen. "Eigentlich nur vorübergehend", erklärt Kurkiewicz, ist von einer baldigen Änderung aber nicht überzeugt: "Ich bin da mal gespannt. Ich habe eher das Gefühl, dass es längerfristig sein wird." Davon, dass es auch in den Spielen zwei (gegen OT) und drei (Vatan Spor) in den Wochen der Wahrheit sein wird, geht der Neuzugang schon einmal fest aus, schließlich falle mit Dirk Heumann urlaubsbedingt ein Innenverteidiger aus. So komisch es klingt: Am ehesten würde Jannis Kurkiewicz ein Rückstand helfen, um wieder in der Offensive wirbeln zu dürfen. Dann könnte er den

"Husaren" nämlich als Vorbereiter oder Vollstrecker helfen.

Ob in der Abwehr oder im Sturm - Jannis Kurkiewicz, den eine berufliche Perspektive zum Nordbremer Landesligisten zog, will dem SV Grohn aber natürlich vorrangig zum Siegen verhelfen. "Wir wollen auf jeden Fall aufsteigen", nennt er das Ziel des derzeitigen Tabellenvierten. Und um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, sollen nun die Partien gegen OT und Vatan Spor mit Kurkiewicz als Innenverteidiger gewonnen werden: "Das wäre die halbe Miete." Um oben mitzumischen, mahnt er aber im Rückblich auf das Grolland-Spiel zu mehr taktischer Disziplin: "Beim Stande von 3:1 in der 85. Minute können doch nicht drei Abwehrspieler mit nach vorne laufen." Dass der SV Grohn die spielerische und individuelle Qualität hat, um im Aufstiegskampf zu bestehen, davon ist er überzeugt.

Drei Jahre bei Werder gespielt

Für den Fall des Aufstiegs hält der 1,86 lange Allrounder, der national für Werder und international für Barcelona schwärmt, auch einen Verbleib am Oeversberg für gut möglich: "Grohn wäre eine Option." Die Bremen-Liga soll es jedenfalls schon sein, mittelfristig würde sich Jannis Kurkiewicz auch gerne noch einmal in der Regionalliga beweisen. Die entsprechende fußballerische Ausbildung für höhere Aufgaben hat er zweifellos. Sportlich aufgewachsen beim Blumenthaler SV zog es ihn nämlich zum SV Werder Bremen, für den er in der U14, U15, U16 kickte. Über den Blumenthaler SV und Lüssumer SV ging es nach einem geplatzten Wechsel zur SAV weiter zum FC Bremerhaven und SV Grohn. Ob die Option Grohn für Jannis Kurkiewicz im Sommer dann eine Rolle spielt, hängt vom Abschneiden der "Husaren" im spannenden Aufstiegskampf ab, der morgen um 15 Uhr mit der Partie beim Tabellennachbarn OT fortgesetzt wird.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+