Korbball

Sudweyhes DM-Traum in Gefahr

Nach zwei Niederlagen in den Playoffs rutscht der TuS auf Platz vier ab. Der TSV Barrien feiert dagegen den zweiten Saisonsieg, steht aber dennoch kurz vor dem Abstieg.
10.02.2020, 14:28
Lesedauer: 4 Min
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Von Christine Leska-Ottensmann

Jetzt ist es passiert! Durch zwei Niederlagen am ersten Spieltag der Playoffs sind die Bundesliga-Korbballerinnen des TuS Sudweyhe in der Tabelle auf Platz vier gerutscht. Dieser reicht nicht für die so erhoffte Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft im Mai in Leeste. In der Playdown-Runde feierte der TSV Barrien wieder ein Erfolgserlebnis. Da aber auch die Konkurrenten alle jeweils einen Sieg einfuhren, stehen die Barrierinnen kurz vor dem Abstieg in die Niedersachsenliga.

Playoffs zur DM

Oldenbroker TV – TuS Sudweyhe 10:3 (4:3). Die Klatsche gegen den direkten Konkurrenten ließ Sudweyhes Trainerin Andrea Bothmer ratlos zurück. „Ich kann gar nicht genau sagen, woran es lag. Im Training und in den Testspielen klappen unsere Würfe super. Aber mit drei Körben in 40 Minuten kann man keine Partie gewinnen.“ Das Problem war wohl der Kopf. „Keine Spielerin hat sich getraut zu werfen. Oder die Würfe kamen verzögert. Irgendwie waren wir blockiert.“

TB Stöcken – TuS Sudweyhe 10:8 (5:6). Nach dem „Debakel“ (O-Ton Bothmer) gegen Oldenbrok hatten sich die Sudweyherinnen lange zusammengesetzt, analysiert und sich Mut gemacht. Tatsächlich konnten sie die Enttäuschung abstreifen und sich mit Stöcken ein Duell auf Augenhöhe liefern. „Wir haben wieder mutiger gespielt und uns mehr getraut. Damit bin ich zufrieden, auch wenn es am Ende nicht zu einem Punktgewinn gereicht hat“, betonte Bothmer. Diesen hätten die Sudweyherinnen dringend nötig gehabt. Zum Glück für den TuS machte Gastgeber SG Findorff seine Hausaufgaben und bezwang Oldenbrok (10:7) sowie Stöcken (5:4). Somit haben die Sudweyherinnen einen Punkt Rückstand auf den dritten Platz, der zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften berechtigt. In den vier ausstehenden Partien müssen sie Siege einfahren, um noch auf den DM-Zug aufzuspringen.

Playdowns um den Klassenerhalt

TSV Heiligenrode – TSV Barrien 13:12 (8:7). Der Spieltag begann für die Heiligenroderinnen mit einem Schock: Bei einer unangekündigten Korbfrauen-Messung wurde Malin Kortkamp mit 178,25 Zentimetern gemessen. Abzüglich der Toleranz war sie damit 0,25 Zentimeter zu groß und darf nun bis zum Ende der Saison nicht mehr als Korbhüterin agieren. Für sie sprang Samantha Pörschke ein. „Sie hat einen guten Job gemacht und konnte sogar vier Treffer zum Sieg beitragen“, freute sich Teamkameradin Nadja Burgdorf. Trainerin Dagmar Schnelle war stolz auf die Angriffsleistung. 13 Körbe in einer Partie sind ihren Schützlingen schon lange nicht mehr gelungen. „Wir hatten sogar noch viele Chancen, viele Randtreffer“, betonte Burgdorf. Insgesamt war es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit viel Tempo. Bis zur 35. Minute konnte sich kein Team absetzen. Erst danach verschaffte sich Heiligenrode einen Zwei-Körbe-Vorsprung. „Wir haben das Spiel am Ende durch fehlende Konzentration und die daraus resultierenden Ballverluste unnötig verschenkt“, fasste Barriens Fenna Alfke zusammen. „Es war ein Spiel, in dem wir trotz der Niederlage einfach Spaß hatten, endlich zu unserer Sicherheit im Abschluss gefunden und Körbe geworfen haben“, resümierte Trainerin Anna Seevers.

TSV Barrien – TSG Seckenhausen-Fahrenhorst 9:7 (6:6). Den zweiten Saisonerfolg feierten die Barrierinnen ausgiebig. Dieser hing noch am seidenen Faden, denn lange war die Partie ausgeglichen. Doch in der Schlussphase setzten sich die Barrierinnen mit einem Korb ab, woraufhin die TSG das Spiel offensiver gestaltete. Durch die Umstellung ergab sich für das Schlusslicht die Möglichkeit, den Vorsprung zu erhöhen und das Spiel zu entscheiden. „Vor allem unserer Korbfrau Jasmin Jaentsch ist ein großes Lob auszusprechen. Sie hat uns mit ihrer starken Leistung in der Schlussphase den Sieg gesichert“, lobte Seevers. Der Gegner zeigte sich als fairer Verlierer. „Die Barrierinnen haben einen guten Tag erwischt. Wir haben einen kolossalen Totalausfall aufs Parkett gelegt. Über die gesamte Spielzeit haben wir zu unruhig agiert. Jeder wollte für sich zu viel und wir haben nicht zueinander gefunden. Die Punkte gehen verdient nach Barrien“, analysierte TSG-Trainerin Camilla Hahn.

FC Gessel-Leerßen – TSV Heiligenrode 8:3 (5:2). Die Gesselerinnen kamen gut ins Spiel, gingen mit 3:0 und 5:1 (15.) in Führung. „Das war eine wirklich tolle erste Halbzeit mit unterschiedlichen Treffern aus verschiedenen Positionen. Auch in der Abwehr waren wir wach und konzentriert“, resümierte FC-Spielerin Nicole Glatzel. In der zweiten Halbzeit dominierten die beiden Korbfrauen, so dass nur noch wenige Treffer fielen. „Das war eine wirklich tolle Mannschaftsleistung. Alle haben gekämpft – nach vorne, aber auch nach hinten“, lobte Trainerin Anja Brüning. Der Gegner ärgerte sich über die mangelhafte Chancenauswertung. „Samantha Pörschke hat am Korb wieder gut gehalten. Aber leider konnten wir vorne unsere Möglichkeiten nicht nutzen, weder Konter noch Sechs- oder Viermeter. Drei Körbe sind eindeutig zu wenig“, ärgerte sich Nadja Burgdorf.

FC Gessel-Leerßen – TSG Seckenhausen-Fahrenhorst 5:11 (5:5). Die erste Halbzeit gestaltete sich noch ausgeglichen. „Da hatten wir das sehr gute Konterspiel der TSG noch richtig gut im Griff“, befand Nicole Glatzel. „Doch danach lief es nicht mehr so rund bei uns. Unsere Würfe waren nicht mehr präzise genug. Die Luft war raus, Kraft und Konzentration waren weg.“ Zufrieden waren die Gesselerinnen trotzdem, hatten sie an diesem Spieltag doch drei gute Halbzeiten abgeliefert. Seckenhausens Trainerin Camilla Hahn freute sich über den gelungenen Abschluss: „Wir konnten der aggressiven Spielweise des Gegners eine temporeiche Partie entgegenbringen. Zu 70 Prozent blieb die gegnerische Korbfrau hinten und wir konnten gut eingestellt gegen vier Angreiferinnen verteidigen. Vorne waren wir schnell und flexibel. Lena Meyer hat einen starken Tag erwischt, alle eingesetzten Spielerinnen konnten heute einnetzen.“

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