Vereinsführung will nach Ausschreitungen in Emden klar Stellung beziehen / „Wir dulden und ertragen nicht, was dort geschehen ist“ SV Atlas arbeitet an Verhaltenskodex für Fans

Delmenhorst. Da in den vergangenen Wochen immer wieder Vorstandsmitglieder in Urlaub waren, hatte die Vereinsspitze des SV Atlas Delmenhorst einige Zeit lang nicht getagt. Am Donnerstagabend saßen die Verantwortlichen des Fußball-Landesligisten nun erstmals nach den unsäglichen Vorfällen in Emden zusammen.
08.10.2016, 00:00
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SV Atlas arbeitet an Verhaltenskodex für Fans
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Da in den vergangenen Wochen immer wieder Vorstandsmitglieder in Urlaub waren, hatte die Vereinsspitze des SV Atlas Delmenhorst einige Zeit lang nicht getagt. Am Donnerstagabend saßen die Verantwortlichen des Fußball-Landesligisten nun erstmals nach den unsäglichen Vorfällen in Emden zusammen. Und natürlich waren die Schlägerei zwischen Anhängern beider Vereine sowie die Auseinandersetzungen mit der Polizei nach der Partie bei Kickers Emden am 23. September das beherrschende Thema. „Wir haben viel darüber gesprochen. Klar ist: Wir dulden und ertragen nicht, was dort geschehen ist“, betonte der Atlas-Vorsitzende Jörg Borkus.

Der Klub arbeite nun an einem Statement, das in Kürze veröffentlicht werden soll. Dazu werde auch ein Verhaltenskodex für Fans und Verbündete des Vereins gehören, kündigte Borkus an. „Zum Beispiel sollte man nicht einfach daneben stehen, wenn jemand im Fanblock Pyros zündet, sondern sich davon distanzieren.“ Zudem will der SVA Maßnahmen ergreifen, damit sich Ausschreitungen wie in Emden nicht wiederholen. Weiter ins Detail gehen wollte Borkus zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht. „Das Bezirkssportgericht hat ein Verfahren eingeleitet, und da müssen wir erst einmal unsere Stellungnahme abgeben. Außerdem wollen wir noch mit einigen Fans persönlich sprechen, bevor wir an die Öffentlichkeit gehen.“ Der Weg, den der Verein nun einschlage, werde wohl nicht allen Anhängern gefallen, sagte Borkus. „Aber wir werden geradeheraus Stellung beziehen. Wir alle investieren ehrenamtlich viel Leidenschaft in den Verein. Solch ein Ehrenamt muss Spaß machen, doch das, was in Emden passiert ist, hat keinen Spaß gemacht.“

Als Folge aus den Vorfällen einen Fanbeauftragten beim SV Atlas zu installieren, der sich noch intensiver mit den blau-gelben Anhängern befasst, ist laut Borkus derzeit nicht geplant und auch nicht notwendig. „Wir haben einen sehr intensiven und engen Kontakt zu unseren Fans. Das war von Anfang an so“, schilderte der Klubchef. Insbesondere die Teammanager Bastian Fuhrken und Tammo Renken stünden im engen Austausch mit den Anhängern. „Aber wir sind alle ansprechbar und wurden in der Vergangenheit auch schon oft angesprochen“, berichtete Borkus.

Wichtig war ihm außerdem zu betonen, dass der Großteil der SVA-Fans stets friedlich auftrete. „Wir haben eine wahnsinnige Unterstützung bei Heim- und auch bei Auswärtsspielen. Das ist toll und soll natürlich so bleiben“, verdeutlichte der Atlas-Vorsitzende. Während der jüngsten Partie beim TuS Pewsum waren bereits Ordner aus Delmenhorst mit dabei. Auch am heutigen Sonnabend beim SV Hansa Friesoythe (16.30 Uhr) nimmt der SVA wieder eigene Sicherheitskräfte mit. Darüber hinaus stehe die Atlas-Führung in einem sehr konstruktiven Austausch mit der Delmenhorster Polizei, berichtete Borkus. „Durch die eigenen Ordner wollen wir ein Zeichen setzen. Wir sind auswärts nicht dazu verpflichtet, aber wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, erklärte er.

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