Nach dem 0:3 in Uphusen beim 2:3 gegen Verden viele Torchancen und mögliche Punkte vergeben SV Blau-Weiß Bornreihe fehlt ein Knipser

Erst das 0:3 am Sonnabend beim TB Uphusen, dann gestern das 2:3 auf eigenem Platz gegen den FC Verden 04 – nach zwei enttäuschenden Ergebnissen am Osterwochenende sind die Fußballer des SV Blau-Weiß Bornreihe ohne Punktgewinn auf Rang sechs der Landesliga Lüneburg abgerutscht.
02.04.2013, 05:00
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Thomas Müller

Erst das 0:3 am Sonnabend beim TB Uphusen, dann gestern das 2:3 auf eigenem Platz gegen den FC Verden 04 – nach zwei enttäuschenden Ergebnissen am Osterwochenende sind die Fußballer des SV Blau-Weiß Bornreihe ohne Punktgewinn auf Rang sechs der Landesliga Lüneburg abgerutscht.

UND JÜRGEN JUSCHKAT

Bornreihe. Dass die Bornreiher Landesliga-Fußballer beim souveränen Tabellenführer TB Uphusen ohne ein eigenes Tor zu schießen geschlagen vom Platz gehen würden, war nicht die große Überraschung. Beim 2:3 zwei Tage später gegen den vor allem taktisch besser agierenden FC Verden 04 hatte die Mannschaft von Trainer Matthias Ruländer dagegen genügend Torchancen, um die Partie vorzeitig zu entscheiden. Doch reihenweise ließen sie die guten Möglichkeiten aus: Da fehlte einfach ein ballsicherer Knipser. Dabei war die 1:0-Führung (28.) der Bornreiher hoch verdient, in jener Phase standen die Gäste mächtig unter Druck, hätten sich über einen deutlichen Rückstand nicht beschweren dürfen. Doch nur ein einziger Angriffszug der Platzherren führte zum Erfolg. Kapitän Nils Gresens hatte ihn eingeleitet mit einem Pass auf die rechte Seite: Thomas Mennicke legte die Kugel in die Mitte in den Rücken der Abwehr zurück, wo Gresens durchgestartet war und genau die erhoffte Lücke zum Abschluss fand.

Doch den Gastgebern blieb kaum Zeit zum Jubeln. Vom Abstoß weg gelang den Verdener nicht nur der Ausgleich durch Dennis Hoins, der mit seinem platzierten Schuss ins kurze Eck Torwart Tobias Wülpern nicht gut aussehen ließ (29.). Es kam noch schlimmer für Blau-Weiß. In der 32. Minute holte Gresens als "Sechser" gegen den allein aufs Tor zustürmenden Hoins per Grätsche im Strafraum von den Beinen. Die souverän leitende Schiedsrichterin Sabrina Schulz beließ es beim Elfmeterpfiff. Weil Philip Breves mit einem harten und platzierten Schuss zum 2:1 (32.) war das Strafe genug für Bornreihe, eine Gelbe Karte brauchte es da gar nicht.

Verdens Trainer Harald Rehorst war heilfroh über die Führung zu dem Zeitpunkt. Bei etwas präziserem Passspiel der Bornreiher und konzentrierterem Torabschluss durch Torben Poppe, Mennicke oder Yavuz Simsek hätte sein Team bereits klar zurückliegen können. Zweimal klärte freilich Torwart Bastian Rosilius mit guten Reflexen. Viel zu oft rennten die Gastgeber aber auch ins Abseit – von Verden mit seiner hoch stehenden Viererkette natürlich provoziert.

Im weiteren Verlauf zeigte sich aber auch, dass die Gäste spieltechnisch überlegen waren. Das Umschalten von Abwehr auf Angriff ging blitzschnell. Die folgenden Ballpassagen führten zügig, präzise und mit wenigen Kontakten durch die Bornreiher Hälfte. Die Gastgeber spielten weniger den einfachen Ball, spielten zu verschnörkelt, brachten sich selbst durch Abspielfehler immer wieder in Bedrängnis. Als Verden noch das 3:1 (52.) nachlegte, war die Partie so gut wie gelaufen. Ausgangspunkt war ein Ballverlust von Eugen Zilke in der eigenen Hälfte. Mit einem genauen Steilpass wurde Jan Twietmeyer in Szene gesetzt, Bornreihe Rechtsverteidiger Pascal Adjeapon kam zu spät, um den Torschuss noch zu verhindern.

Mit dem zur Pause eingewechselten Sascha Willen gab es zwar noch etwas Belebung auf der rechten Außenbahn. Wirklich gefährlich wurde es für die Gäste dadurch aber nicht. Die konnten sich nunmehr ganz aufs Kontern verlassen. Wobei Rehorst beklagte, dass seine Mannschaft da nicht effektiv genug die Räume nutzte.

Pech hatten die Bornreiher freilich auch, als Marc-Lennard Uhlhorn mit einem allerdings nicht sehr druckvoll geschossenen Ball nur den Innenpfosten traf, der Rosilius genau in die Arme sprang. Dass Bornreihe spät doch noch verkürzte (80.), war eher ein Zufallsprodukt. Mennicke und Uhlhorn schienen sich gegenseitig im Torraum zu behindern, eher Uhlhorn doch noch abstaubte.

Während Bornreihes Trainer Matthias Ruländer gegen Verden vor allem das massenhafte Auslassen der Torchancen beklagte, war er mit der Leistung seiner Spieler in Uphusen durchaus zufrieden – trotz der 0:3 (0:1)-Niederlage kassierten. Den Platzherren kamen dabei die Bornreiher Platzverweise für Lukasz Lachowicz (32., Foul) und Christian Leopold (78., Notbremse) entgegen. "Das war kein gutes Spiel von uns", erklärte hingegen Uphusens Co-Trainer Sven Zavelberg.

Der TB Uphusen spielte eigentlich nur mit einer echten Spitze (Saimir Dikollari), doch die wurde unter anderem von Mirko Temp unterstützt. Pässe der Uphuser in die Spitze wurden aber meist von der aufmerksamen SV-Abwehr abgefangen. Als Torwart Wülpern den Ball nicht festhalten konnte, drückte Saimir Dikollari diesen zur 1:0-Führung über die Torlinie (31.). Beim 2:0 traf Dikollari nach Titz-Vorlage traf (68.). Kläglich vergab Max-Philipp Klimmek die Anschlusschance (69.). In dem Spiel mit Haken und Oesen gab es schließlich Rot Nummer zwei gegen die Blau-Weißen. Leopold hatte Dikollari vor dem Strafraum gelegt und musste vom Feld. Yildirims Freistoß blieb wirkungslos. Den Schlusspunkt setzte Aykut Kaldirici (84.), als Torhüter Wülpern weit aus dem Tor heraus kam, um zu klären.

SV Blau-Weiß Bornreihe fehlt ein Knipser

Nach dem 0:3 in Uphusen beim 2:3 gegen Verden viele Torchancen und mögliche Punkte vergeben

Matthias Ruländer (Trainer SV Blau-Weiß Bornreihe): Auch gegen Uphusen haben wir die Tore nicht gemacht, ähnlich wie gegen Verden. Was wir in der ersten Halbzeit in 1:1-Situationen verballert haben, das ist schon außerirdisch gewesen. Wir haben immer noch den Anspruch , unter die ersten Fünf zu kommen. Auch gegen Verden hätten wir gewinnen müssen. Aber wir waren nicht konzentriert genug. Zum Teil war es fast Unvermögen. Wir wir da drei oder vier Treffer erzielen, ist der Drops gelutscht. Dass die Konsequenz vorm Tor fehlt, bemängele ich schon länger. Die Jungs haben aber nie aufgegeben, haben versucht, die Viererkette auszuspielen, was bis zur Pause aber mangelhaft war

Harald Rehorst (Trainer FC Verden 04): Wir haben uns noch zu wenig klare Chancen herausgespielt – gerade nach dem 3:2, als wir die Kontersituationen hatten. Wir es teilweise schlecht zu Ende gespielt. Wobei Bornreihe ja auch gute Möglichkeiten hatte. Mit unseren schnellen Leuten über Außen und einem nachrückenden Sechser waren wir immer gefährlich. Das Draufgehen der Bornreiher war diesmal aber nicht so überzeugend. In letzter Konsequenz haben wir die Räume nicht so genutzt, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber das schnelle Umschaltspiel klappte ganz gut. Ich bin natürlich hoch zufrieden mit dem Sieg, nachdem wir vorher schon Uphusen einen Punkt abgerungen hatten. (tmü)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+