VGH-Fairnesscup: SV Heiligenfelde ganz weit oben, TuS ganz weit unten platziert Syker Gegensätze

Landkreis Diepholz. Es ist mal wieder soweit - so wie nach jeder Hin- beziehungsweise Rückrunde in den Fußball-Ligen Niedersachsens. Der VGH-Fairnesscup zeigt Schwarz auf Weiß, welche Teams in den vergangenen Monaten seit Saisonbeginn besonders oft mit dem Regelwerk in Konflikt geraten sind und welche nicht. Wer hat die meisten Roten und Gelb-Roten Karten zu beklagen und wer ist gänzlich ohne Platzverweis durch die Halbserie gekommen? Registriert sind nicht weniger als 1069 Mannschaften - von der Kreis- bis zur Regionalliga. Das Schöne daran ist - und das hat es bislang auch noch nicht gegeben: Der zweite Platz (wohlgemerkt der zweite von 1069) geht an einen heimischen Vertreter, den Kreisligisten SV Heiligenfelde.
03.02.2011, 05:00
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Syker Gegensätze
Von Jens Hoffmann

Landkreis Diepholz. Es ist mal wieder soweit - so wie nach jeder Hin- beziehungsweise Rückrunde in den Fußball-Ligen Niedersachsens. Der VGH-Fairnesscup zeigt Schwarz auf Weiß, welche Teams in den vergangenen Monaten seit Saisonbeginn besonders oft mit dem Regelwerk in Konflikt geraten sind und welche nicht. Wer hat die meisten Roten und Gelb-Roten Karten zu beklagen und wer ist gänzlich ohne Platzverweis durch die Halbserie gekommen? Registriert sind nicht weniger als 1069 Mannschaften - von der Kreis- bis zur Regionalliga. Das Schöne daran ist - und das hat es bislang auch noch nicht gegeben: Der zweite Platz (wohlgemerkt der zweite von 1069) geht an einen heimischen Vertreter, den Kreisligisten SV Heiligenfelde.

Dessen Trainer Frank Fischer ist begeistert. Obwohl: Dass seine Heiligenfelder einen Fußball mit möglichst wenigen Fouls bevorzugen, das weiß er natürlich sehr wohl. Deshalb antwortet er auf die Frage, wo er sein Team innerhalb der Rangliste denn vermute, spontan: "Auf Platz zehn." Dass es noch besser geworden ist, wundert den Coach denn auch nicht wirklich: "Wir waren in den vorangegangenen Jahren beim Fairnesscup schon ziemlich weit oben platziert. Es entspricht eben der Art, wie die Jungs Fußball spielen."

Frank Fischer gefällt's. Seine Mannen sammelten in den vergangenen 16 Partien nur 17 Gelbe Karten, ganze drei mehr als der Fairnesscup-Spitzenreiter VfL Stade II. Gelb-Rote und Rote Karten? Fehlanzeige! Der Trainer sieht sich bestätigt. "Warum auf die Knochen gehen, wenn man den Ball auch ablaufen kann?", lautet eine seiner Maximen. Entsprechende Situationen lässt er im Training wieder und wieder üben. Frank Fischer kann diese besondere Eigenschaft seiner Mannschaft aber auch vorurteilsfrei als besondere Qualität verkaufen - schließlich passt die sportliche Seite. Heiligenfelde rangiert in der Kreisliga Diepholz aktuell auf dem dritten Rang und damit viel weiter oben als allgemein erwartet.

Ob's mit der fairen Spielweise zusammenhängt? Frank Fischer hat in diesem Zusammenhang eine interessante Beobachtung gemacht: "Unsere disziplinierte Gangart überträgt sich zumeist auch auf den Gegner, bei Spielen des SV Heiligenfelde gab es bislang nie Probleme, es ging nie über die Grenzen des Erlaubten hinweg."

In diesem Fall hatte Fairness also offensichtlich einen konkreten, gewinnbringenden Nutzen."Deshalb bin ich stolz auf meine Jungs", betont Fischer, der deren soziales Verhalten rühmt. Es mache Spaß mit dieser gewachsenen Einheit auf dieser Basis zu arbeiten.

Am anderen Ende des Tableaus

Aber: Es gibt - glaubt man der VGH-Tabelle - nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen in Syke, es gibt auch die exakt gegensätzliche Seite. Heiligenfeldes Nachbar und Kreisligarivale TuS Syke findet sich am anderen Ende des Tableaus wieder, auf Platz 1001 um genau zu sein. Fünf Rote Karten und 36 Gelbe katapultierten den TuS in der Saison nach dem Bezirksligaabstieg in einen Bereich, in dem sich gemeinhin die unfairsten Amateur-Fußballteams Niedersachsens wiederfinden.

Aber: Wird bei den Sykern tatsächlich (zu) viel geknüppelt und zu wenig gespielt? So ist es natürlich nicht. Co-Trainer Karsten "Kalle" Köitsch weiß genau, wie er die Rotflut einzuordnen hat. "Vier Platzverweise haben wir wegen Meckerns bekommen, wegen irgendwelcher dummen Sprüche halt."

René Liebert, Marc Häfker, Michael Volkmann und Halil Yilmaz erwiesen ihrem Team damit einen Bärendienst. Und der fünfte Rotsünder, Jean-Charles Luyindula, wurde ebenfalls nicht aus dem Spiel heraus bestraft, sondern nachdem er einen Gegenspieler weggeschubst hatte. "Das alles ist natürlich extrem ärgerlich", gesteht Köitsch, jede einzelne Rote Karte war unnötig wie sonst nur was. Ob sie dem TuS Syke um ihren Spielertrainer Matthias Rose auch sportlich geschadet haben? Karsten Köitsch weiß es nicht genau. "Das ist sehr hypothetisch", sagt er.

Zwar belegt der TuS derzeit nur den neunten Tabellenplatz, hat allerdings noch drei Nachholspiele in der Hinterhand und, rein von der Punktzahl her, die Tabellenspitze immer noch in Sichtweite.

Noch ist nichts verloren, auch in puncto Disziplin nicht. "Ich hoffe einfach, dass es besser wird", sagt Köitsch, um im selben Atemzug zu betonen: "Es muss einfach besser werden."

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