Ziemlich routiniert feiert der FC Bayern seinen 25. deutschen Meistertitel Tag voller Folklore

München. Um 17.41 Uhr war der vermeintliche Höhepunkt des Nachmittags gekommen.
24.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maik Rosner

Um 17.41 Uhr war der vermeintliche Höhepunkt des Nachmittags gekommen. Kapitän Philipp Lahm stieg als letzter Spieler des FC Bayern auf das Podium, auf dem sich die Kollegen schon in Position gebracht hatten. Als Lahm dann die Meisterschale in die Höhe reckte und die Münchner ihren 25. deutschen Meistertitel im rot-weißen Konfettiregen bejubelten, entstanden die hübschen Bilder, die man von diesem Saisonausklang erwarten durfte.

Doch der wahre Höhepunkt des Nachmittags nach diesem 2:0 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 durch die Tore von Robert Lewandowski (25.) per Handelfmeter und Bastian Schweinsteiger (48.) waren dann wohl doch die Bierduschen, jedenfalls galt das für die Spieler. Sie tobten über den Platz und vergossen das Bier fassweise immer dort, wo sich ein Kollege in den Weg stellte. Sogar Assistenztrainer Hermann Gerland, der Partytiger, ließ kindliche Freude erkennen, als er ein Glas genüsslich über Schweinsteiger leerte. Und Pep Guardiola, der Trainer? Wurde auch nass, ein bisschen jedenfalls. Jérôme Boateng hatte ihn erwischt, wie schon ihm Vorjahr. „Es war nicht so einfach, weil er sich noch besser versteckt hat als letztes Mal“, sagte Boateng. „Für mich kein Problem“, sagte Guardiola, „es ist eine große Tradition.“

Routiniert hat der FC Bayern seinen Jubiläumstitel gefeiert, wohl auch, weil dieser schon seit dem 26. April feststand und auf dem Sofa amtlich geworden war. Die Frage vor dieser unbedeutenden Partie war lediglich gewesen, ob sich die Mainzer der Stimmungsverzerrung schuldig machen würden. Eine Wettbewerbsverzerrung war den Münchnern ja von Teilen der Konkurrenz vorgeworfen worden, weil sie in der Liga zuletzt drei Spiele hintereinander verloren hatten, darunter 1:2 beim SC Freiburg.

Lewandowskis kurze Hoffnung

Doch erkennbar war nun, dass die Bayern-Profis sich die Party nicht verderben lassen wollten. Sie dachten offenbar von Spiel zu Weißbierdusche, für die die 90 Minuten ja nur so etwas waren wie das Vorspiel des Hauptacts, der darin bestand, möglichst viele Biergläser über den Köpfen der Kollegen und des Trainers zu entleeren.

Bevor es soweit war, erlebten die 75 000 Zuschauer in der Arena noch einen mäßig unterhaltsamen Kick. Und einen, in dem Lewandowski kurz hoffen durfte, auch die Torjägerkanone zu gewinnen. Durch sein 17. Saisontor per Elfmeter nach Niko Bungerts Handspiel gingen die Münchner ja in Führung. Doch danach traf nur noch Schweinsteiger in seinem 500. Pflichtspiel für die Bayern.

Begonnen hatten die Feierlichkeiten, wie sie endeten. Folklore stand natürlich auch vor dem Anpfiff auf dem Programm, und eröffnet wurden diese Einlagen traditionsbewusst durch den Einzug dreier Blaskapellen. Die Meisterschale glänzte da schon frisch poliert und hübsch inszeniert auf einem Sockel vor dem Spielertunnel. Eine überdimensionale Meisterschale mit einer roten 25 wurde zudem in Form einer Plane im Mittelkreis ausgebreitet.

Es folgte der Einzug von 24 Helfern mit überdimensionierten roten und weißen Luftballons. Und weil alles ohnehin ein bisschen überdimensioniert geriet in diesem Vorlauf, liefen unter Böllerschüssen von Trachtlern auch noch 24 Spieler der früheren Münchner Meistermannschaften ein. Daniel Van Buyten war dabei, Owen Hargreaves ebenso, und auch Roland Wohlfarth, der ehemalige Stürmer, der sich als einziger in Tracht präsentierte und dem Paulo Sergio umgehend den Hut stibitzte. So ähnlich wird das an diesem Pfingstsonntag wohl weitergehen. Beim zweiten Teil der Meisterfeier auf dem Rathausplatz. Davor stand am Abend noch die interne Mannschaftsfeier. Wohl ohne Weißbierduschen.

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